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Location: Gladbeck

1

Thursday, March 3rd 2005, 6:56pm

Rollenspiel allgemein...

Ausgelöst durch eine andere Diskussion überkam es mich mal wieder und ich fühlte mich beinahe genötigt, folgendes loszuwerden, einfach nur um meine Ansichten zu verdeutlichen.

Ich möchte an dieser Stelle einmal darstellen, was ich mir unter dem so allgemeinen Thema Rollenspiel in unsere jetzigen Situation vorstelle - und so zu einer Diskussion anregen. Was versteht und erwartet Ihr alle von Eurem Rollenspiel? Von Eurer Gruppe? Vom Spielleiter?

Mit dem Spielsystem Rolemaster wird dem Spielleiter und den Spielern eine enorm große Auswahlmöglichkeit an verschiedensten Fertigkeiten, Zaubern, Manövern und nicht zuletzt Kampfregeln an die Hand gegeben. Mit Sicherheit wird es in unserer Gruppe das ein oder andere Mal kleinere und größere Abweichungen zu den obigen Vorlagen geben, trotzallem - so denke ich - spielen wir in einer Welt, die der von Tolkien sehr nahe ist.

Was Rolemaster uns aber nicht in Tabellen vorgibt, sind die Auslegung unserer "Toons", wie sich sich allgemein Verhalten und wieviel Spaß sie dem Einzelnen bereiten können.

Was erwarte ich persönlich von diesem Spiel und meiner Abenteuergruppe?

Nun, zunächst steht der Spielspaß an erster Stelle. Die Zeit, in der die Spieler in die oben beschriebene Welt abtauchen, ist eine Zeit in der man viele Dinge hinter sich lassen kann, eine Gelegenheit um Dinge (in unserer Vorstellung) zu tun, die wir im wirklichen Leben nicht vollbringen können oder wollen.

Wichtig zu erwähnen, ist meiner Meinung nach, dass die Gruppe, welche zusammen ein Rollenspiel angeht, sich untereinander gut verstehen und ergänzen sollte. Konflikte, welche neben dem Spiel bestehen und auf das Spiel übertragen werden, können jedem den Spass verderben und somit die Freizeit, die man mit dem Spiel verbringt in eine stressige Angelegenheit verwandeln.

Die Gruppe, mit welcher wir derzeit spielen, erfüllt meines Erachtens nach diese Voraussetzungen. Es herrscht eine gute und positive Atmosphäre am Anfang eines jeden Abends. Auch schwierige Diskussionen werden schließlich mit gutem Ausgang beendet und sowohl Spieler als auch Spielleiter akzeptieren gegenseitig ihre Kompetenzen, Interessen und Auslegungen bestimmter Situationen.

Wichtig, beim Rollenspiel sind aber nicht nur die Spieler an sich, sondern auch die Charaktere und NSCs. Gerade das Rollenspiel fordert jedermann auf, seinen Charakter auszuspielen und ihn ständig zu entwickeln. Nicht einfache Fertigkeitsentwicklung ist hier gemeint, vielmehr die Entwicklung der Figur, ausgeprägt durch seine Verhaltensweisen, Vorlieben, Ängste, Eigenarten und Stärken.

Auch unsere Helden sollten Makel haben, kleiner oder größere Fehler. Nur durch Stärken werden sie schnell langweilig. Ist eine einzelne Figur unbesiegbar und frei von Fehlern, so wird den restlichen Charakteren schnell klar, dass es eintönig wird, immer nur im Schatten eines Einzelnen zu existieren. Die Fehler und Dummheiten sind es, welche mich persönlich beim Rollenspiel zum lachen bringen.
Orks sind wie Elben - nur hässlich.

Ithanauer male

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2

Thursday, March 3rd 2005, 8:19pm

Respektvolles Posting, Bruder Leandros!

Quoted

Original von Bruder Leandros
Auch unsere Helden sollten Makel haben, kleiner oder größere Fehler. Nur durch Stärken werden sie schnell langweilig. Ist eine einzelne Figur unbesiegbar und frei von Fehlern, so wird den restlichen Charakteren schnell klar, dass es eintönig wird, immer nur im Schatten eines Einzelnen zu existieren. Die Fehler und Dummheiten sind es, welche mich persönlich beim Rollenspiel zum lachen bringen.


Und von den lustigen Szenen gab es ja letzte Zeit einige! :bk:
Weiter so! Ich stimme mit Dir überein! Denn der Spaß ist ja Ziel des Spiels.
The truth may be out there, but lies are inside your head.
- Terry Pratchett -

Irgendwann findet man mal das Ende eines Regenbogens und stellt fest, dass diese Koboldsau eine Bombe in den Kessel gelegt hat!
- abgewandelter Spruch aus "Transformers - Die Rache" -

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3

Thursday, March 3rd 2005, 8:52pm

Dem ist bis auf eine Kleinigkeit nichts hinzuzufügen!!!!

Jeder der Spieler ist gleichberechtigt....jeder sollte auch die Möglichkeit haben seinen Charakter ausspielen zu dürfen, so wie er in personifiziert. Ob gut ob böse ob Narr oder König, das was man im privaten nicht sein darf/kann/soll, darf, kann und soll hier auch sein.......:drink:
Ich bin dafür verantwortlich was ich sage, aber nicht dafür was Du verstehst!

Stratovarian male

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4

Friday, March 4th 2005, 6:47pm

ich muss ganz ehrlich sagen, für mich ist rollenspiel in erster linie das rollenSPIEL (nicht so sehr das ROLLENspiel!). damit ist gemeint, dass es um mir um den plot geht, um die geschichte, nicht so sehr um die rolle. natürlich auch um die ausformung des charakters, um charaktergerechtes spiel, usw., aber immer unter der prämisse, dass sich eine große geschichte entwickelt. sonst wär ich ja so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass das die kampagne, den plot, die geschichte hemmen würde.

viele rollenspieler interpretieren das rollenspiel offensichtlich so, dass man in eine rolle schlüpft, um bestimmte dinge auszu"leben", die im real life nicht denkbar sind. ich denke einfach mal, dass dies bis zu einem gewissen grad mit der identifikation mit der rolle zu tun hat.

gerade das trifft auf mich aber nicht zu: wer will schon ein kleiner, hässlicher zwerg sein?!?

ich finde vielmehr, die wahre kunst am rollenspiel ist das ausschmücken einer rolle, mit der man sich eben NICHT identifizieren kann.

wahrscheinlich wird man mich für das jetzt steinigen, aber so denke ich nun mal darüber.

bin ich dadurch ein schlechter rollenspieler? nun ich persönlich denke eigentlich nicht. im endeffekt haben wir doch ein gemeinsames ziel: nämlich den spaß! und wenn's so läuft, wie es momentan läuft, dann habe ich davon eine menge. ich hoffe, das konnte man meinem letzten bericht anmerken. den letzten abend fand ich nämlich megageil, und das ist doch die hauptsache, oder?! auf das jeder abend so gut wird...

Zitat

"Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das ist das Angenehmste; mit Spielen, das ist das Schnellste; mit Computern, das ist das Sicherste."
- Oswald Dreyer-Eimbcke

Zitat

"Unsere Mannschaft ist vorne vom Feinsten bestückt... und ich genieße das von hinten. "
- Ein Torwart

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5

Friday, March 4th 2005, 10:36pm

Sehr guter Punkt. Ich muss Dir zustimmen, dass die Lösung einer Kampagne für mich ebenfalls sehr wichtig ist. Wenn ich davon rede, den Charakter auszuspielen, dann meine ich damit die Interaktion mit NSCs.

Beispiel: Ich würde halt nicht diesen langsam sehr unsympatischen Bergil in einer Flammensäule aufgehen lassen... Dazu bin ich viel zu sehr mit Gondor verbunden - und das repräsentiert der nunmal... ärgerlich eigentlich... 8)

Die Geschichte steht natürlich im Vordergrund. indem man mit seinem Charakter eine solche Geschichte erlebt, wird aus einem einfachen Menschlein eventuell ein Held. Oder halt... ne weitere Leiche in Mittelerde.
Orks sind wie Elben - nur hässlich.

Stratovarian male

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6

Friday, March 4th 2005, 11:24pm

joo, ich war schon jetzt schon so oft ne leiche,...

vielleicht hab ich ja glück und werd dann irgendwann zum helden!

Zitat

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Zitat

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RanSereg male

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7

Tuesday, March 8th 2005, 1:26am

Den Spass am RollenSpiel setze ich einfach einmal voraus, genauso wie ich es Voraussetze das die Spieler ( ich bin leider zu selten Spieler und darf dann doch gnädigerweise den das Spiel leiten ) sich auch Mitteilen können ( Spieler die nur die Zähne auseinanderbekommen, um etwas zu trinken oder um sich eine Kippe in Mund zu stecken, erfüllen vielleicht doch nicht die Voraussetzung fürs RollenSpiel ).
Teamgeist, Kreativität, Toleranz und Spass an einem Gesellschaftsspiel wie es das Rollenspiel nun mal ist, gehört einfach ( für mich ) dazu.

Oft erlebe ich, das der SL als Entertainer erhalten soll. Ich finde ich als SL sollte ich den Handlungsstrang, d.h. den Beginn eines Abenteuers, gut Spielern nahe zu bringen, ohne das diese auf den Gedanken kommen, „ na dann machen wir das Mal weil der SL es vorbereitet hat. „
Ich habe schöne Spielabende erlebt an denen die Spieler einfach nur ihren Charakter ausgespielt haben und einfach das Abenteuer ruhen liessen, weil es sich so ergeben hat. Oft zeigen sich gerade in Situationen in denen die Spieler einfach neben dem Abenteuer, dem Handlungsstrang, agieren, die Details des Charakters des einzelnen Spielers.
Schön finde ich wenn sich die Gruppe nahtlos in einander zu einem Ganzen fügt und Aufgaben wie selbstverständlich übernommen werden , ohne das es lange Diskussionen gibt. Auch mag ich es gerne sehen, wenn bei der Verteilung von Beute, Trophäen und Belohnungen, die Charaktere sich wirklich solidarisch zeigen. Wenn ein Spieler für den anderen einsteht.
Ich erinnere mich an ein selbstgeschriebenes Abenteuer von einem guten Freund der unsere damalige AD&D Gruppe leitete. Wir mussten unfreiwilliger Weise durch einen riesigen Dungeon. Am Ende des Dungeons, in einer riesen grossen Höhle, trafen wir dann unseren letzten Gegner. Den Herrn der Gewölbe die wir durchsucht, durchstritten und geplündert hatten. Einen mächtigen Dämonen und dieser sprach zu uns: “Nun Ihr seid weit gekommen, doch ich bin mächtig genug um euch alleine zu töten, doch ich bin beeindruckt und deshalb werde ich einen von euch verschonen und in Frieden ziehen lassen.“

Wie würden da einige Spieler handeln? Würden Sie um Ihr leben feilschen, würden sie einen auswählen damit wenigstens Einer durchkommt?
Ich weiss für mich, das die Wahl die wir trafen die Richtige war.
Wir sahen uns als Spieler wortlos an, und genauso griffen wir ohne ein Wort der Diskussion an, und ... wir gewannen den Kampf. Ob es Glück war oder die Lösung die der SL vorgesehen hatte. weiss ich natürlich nicht. Ich weiss nur das ich mich auf diese Mitspieler im Spiel verlassen kann.
Das soziale Verhalten untereinander in der Gruppe ist denke ich wichtig für das Spiel, genauso wie der Spass am Spiel, und mit eine der Säulen auf der es basiert.
Der SL sollte natürlich auch darauf achten, das jeder Spieler seine Fähigkeiten einsetzen kann und niemand zu kurz kommt. Rollenspiel, Rätsel und auch Kämpfe sollte im Abenteuer ausgeglichen sein, und auf die Gruppe zu geschnitten. Genauso wie angemessene Belohnungen oder Erfahrungspunkte.
Letzen Endes ist Rollenspiel ein Gesellschafts- und Gemeinschaftsspiel mit dem wir gerne unsere Tage, Abende und Nächte um die Ohren schlagen und da wollen wir uns nicht ärgern und langeweilen. .... In diesem Sinne.

Lasst die Würfel rollen ...
Wenn diese Welt keine Mauern mehr kennt, dann lasse ich auch meine Maske fallen.

Mauern sind Hindernisse, welche wir uns selber schaffen.

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