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Ithanauer male

Super Moderator

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Occupation: ITirgendwasMgr

1

Saturday, April 19th 2008, 12:38pm

Was uns alle angeht...

Hallo Community,

ich habe die Tage ein Erlebnis gehabt, was mich einmal mehr zum nachdenken gebracht hat und mich dazu bewegt hat etwas anzusprechen.
Bei einem Unfall auf der B242 Richtung Essen, habe ich als erster angehalten und reagiert. Sicherlich 100 Fahrzeuge sind an der Unfallstelle vorbei gefahren, haben gegafft, aber nicht geholfen.
Ich hatte Glück. Ein Rollerfahrer, der bei der Feuerwehr sein Bort verdiente hielt noch an. Somit konnten wir zusammen den Verkehr an der Unfallstelle vorbeiführen und zeitgleich noch erste Hilfe leisten.

Warum halten nur so wenige Leute an? Angst? Fehlende Zivilcourage?

Bei der Suche im Internet nach begriffen wie "Unfallhilfe", "Verkehrsschutz", "Fremdschämen" usw. bin ich auf eine kürzlich ausgestrahlte Sendung von Quarks&CO gestoßen. Diese sollte sich jeder mal anschauen und nachdenken. Die Sendung ist als Webcast anzuschauen und man brauch lediglich eine ISDN-Verbindung um alles gut zu sehen.

Helfen oder wegsehen? Warum wir so oft versagen

Rechts unten im Bild kann man unter "mein WebTV" weitere Einstellungen für Bildgröße und Verbindungsgeschwindigkeit tätigen. So bekommt man ein besseres Bild.

Schaut es Euch an und fragt Euch: "Was würde ich in all den gezeigten Situationen tun?"

Think about it

Euer Ithi
The truth may be out there, but lies are inside your head.
- Terry Pratchett -

Irgendwann findet man mal das Ende eines Regenbogens und stellt fest, dass diese Koboldsau eine Bombe in den Kessel gelegt hat!
- abgewandelter Spruch aus "Transformers - Die Rache" -

Stratovarian male

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2

Monday, April 21st 2008, 9:45pm

den bericht habe ich auch im tv gesehen.

eine der sehr erstaunlichen erkenntnisse: je mehr zeugen es gibt, desto weniger menschen helfen. der grund ist simpel: jeder verlässt sich auf den anderen (das liegt in der natur von uns menschen), und je mehr es gibt, auf die man sich selbst potenziell "verlassen" kann, desto mehr kommt man für sich selbst zu dem schluss, dass man selbst nicht mehr helfen muss.

ich fand den einen versuch sehr aufschlussreich: wenn man an einer offensichtlichen unfallstelle mit dem auto vorbeifährt, dann bleiben die meisten nicht stehen, wenn sie jemanden im rückspiegel sehen (weil sie sich ja auf diesen "verlassen"!). und noch weiter: je mehr autos im rückspiegel erkennbar sind, desto eher fährt man vorbei... und das schlimmste kommt jetzt: umgekehrt nehmen die hinterherfahrenden an, dass sie umso eher vorbeifahren können, je mehr vorderleute ebenfalls vorbeigefahren sind - weil sie wiederum aus dem vorbeifahren des vordermannes oder der vorderfrau schließen, dass dieser oder diese den der unfall als nicht so schlimm einschätzt und also ebenfalls "ruhig" vorbeifahren können!!!!


und das ist wohl das richtige stichwort: ruhig... oder eher beruhigung, nämlich gewissensberuhigung. denn das dürfte es wohl bei vielen sein: hauptsache man selbst kommt ruhigen gewissens aus so einer sache raus!!!

Zitat

"Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das ist das Angenehmste; mit Spielen, das ist das Schnellste; mit Computern, das ist das Sicherste."
- Oswald Dreyer-Eimbcke

Zitat

"Unsere Mannschaft ist vorne vom Feinsten bestückt... und ich genieße das von hinten. "
- Ein Torwart

Xandria female

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3

Monday, April 21st 2008, 11:16pm

Hab mir den Bericht jetzt nicht angesehen, weil Zeitmangel...

Wir haben bei mir auf der Arbeit öfters Situationen, wo zum Beispiel Menschen umkippen (gerade im Sommer) oder Epileptiker die nen Anfall bekommen. Ich fühle mich dann immer total hilflos (trotz mittlerweile 3 Erste Hilfe Kurse). Ich habe dann so eine Panik was falsch zu machen, dass ich es nur noch gebacken bekomme unseren Chef heran zu holen, oder holen zu lassen. Ich weiß nicht ob es anders wäre, wenn ich alleine in der Situation wäre, und ich keinen anderen hätte zum helfen.

Auch bei nem Unfall weiß ich nicht wie ich reagieren würde. Wenn der Unfall vor mir passiert, würde ich wohl anhalten, und dann???? Keine Ahnung.
Theoretisch ist das alles im Kopf, aber ob das dann abrufbar wäre??

Ich denke, dass was Strato schreibt trifft voll zu, man verlässt sich darauf, dass die anderen helfen.
Ich hoffe, daß ich das nicht tue, falls ich mal in so eine Situation komme!!(Was ich hoffentlich niemals werde, in so eine Situation kommen mein ich)
Quod tibi fieri non vis, alteri ne feceris
Was Du nicht willst, dass man Dir tu`, das füg` auch keinem Anderen zu.

Stratovarian male

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4

Tuesday, April 22nd 2008, 10:00am

oh ja, ich weiß auch nicht, ob ich total versagen würde in einer solchen situation!?! man kann tatsächlich nur hoffen, dass man nie in eine solche situation gerät (aber ist das nicht auch schon eine art präventive gewissensberuhigung :-( ).

was jedoch wichtig ist: jede hilfe zählt! je früher, desto besser!

zu hilfe zählt ebenfalls: unfallopfer ansprechen (hier sind mehrere aspekte wichtig, je nach situation): evtl. bei bewusstsein halten, art und schwere von verletzungen herausfinden, um entsprechend reagieren zu können oder auch nur jemand anderes informieren zu können (rettungsarzt o.ä.); weitere hilfe rufen (notruf!) oder HOLEN (aktiv andere autofahrer, passanten, etc. anhalten, ansprechen, rufen, usw.). auch das kann schon dazu beitragen, leben zu retten. selbst wenn man selbst nicht in der lage ist, verletzungen zu behandeln, so besteht doch dann eine wesentlich größere wahrscheinlichkeit, dass das unfallopfer die notwendige hilfe schnellstmöglich bekommt.

ansonsten bleibt wohl tatsächlich nur, sich an die theorie zu erinnern und dies versuchen umzusetzen: druckverbände, stabile seitenlage, ... (was "man so kennt"). ich persönlich denke, viel mehr kann jemand nicht-ausgebildeter nicht leisten. auf der anderen seite ist dies aber auch das ist auch das mindeste, was man leisten muss.

Zitat

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5

Tuesday, April 22nd 2008, 2:14pm

Ja....den Bericht habe ich auch gesehen....und die Feststellung die getroffen wird – je mehr Zeugen, desto weniger Hilfsbereitschaft ist tendenziell vorhanden finde ich doch sehr pauschal und unzutreffend, auch würde das m.E in dem Bericht nicht so per se behauptet, sondern als Hypothese aufgestellt und hinterfragt. Im Kern kam man zu folgender Schlussfolgerung....in eigenen Worten mal=>
Erst mal muß der Einzelne ja seine eigene Hemmschwelle überwinden um einzugreifen....
wo liegt diese den, und welche Variablen hat diese???
Beispiel für eine Variable: Vor genau 2 Wochen bin ich zum Englischunterricht. Dort parkte ich auf dem Parkplatz und man kann von diesem Parkplatz in einen etwas tiefergelegenen Hinterhof schauen. Hier holte ein junger Mann gerade seine (Ex-) Freundin von der Arbeit ab...diese kam aus der Hintertür des Ladens. Sie stritten und ich stellte mich ein paar Sekunden am Sims meiner Parkfläche und beobachtete.... irgendwann ging der junge Mann zu weit, fing sie an zu schütteln und so weiter..... Da habe ich nur zugerufen er solle sie jetzt mal in Ruhe lassen, sonst würde ich ihm mal benehmen beibringen....das half auch sofort!!! Jetzt zum Punkt. Der junge Mann, sah schon etwas „stärker“ aus und machte einen aggressiven Eindruck....ich habe 14 Jahre Kampfsporterfahrung und wüsste wie ich so einem Schlunz Benimm beizubringen hätte (ihr wißt was ich meine...), also „keine Gefahr“ für mich..... jemand, der nun nicht diesen Backround hat....hätte er was gesagt.... ?!?!?!? Genau das gleich gilt doch auch für jede andere Situation.... Die Frage kann ich überhaupt helfen ist doch schon die Entscheidende......

Der Feldversuch in der U-Bahn zeigte aber auch folgendes (wenn ich mich richtig erinnere) In 5 von 6 Fällen hat jemand oder mehrere eingegriffen....doch eine passable Quote.

Der Feldversuch Unfall ergab in der Analyse....ja, viele sind vorbeigefahren...aber warum?! Viele der Fahrer haben es gar nicht bemerkt was da so am Straßenrand ist.... finde ich verständlich.... ich kann mich ja auch nicht an alles ungewöhnliche am Straßenrand merken und bemerken, meistens ist es mein Beifahrer/in die mich auf etwas aufmerksam machen. Auch öfters mal auf einen Unfall auf der Autobahn auf der anderen Seite...oder Staus an denen ich schon Minutenlang vorbeifahre.....
Und überlegen wir mal....ich fahre mit 100 an einer Unfallstelle vorbei....sehe etwas, frage mich was war das, drehe mich um und sehe da war was...ein Unfall....da bin ich aber schon vorbei....denke so bei mir...ach da kommt noch einer, kann der doch anhalten und so weiter....
Kann ich nur sagen...nicht weit genug gedacht in der Situation... aber ist das nicht nur menschlich?!?!? Klar, nicht richtig, aber so ist doch die heutige Gesellschaft....

Und wer weiß wie viele Anrufe es bei der 112 gegeben hat bevor Ithanauer angehalten hat. Nehmen wir mal an es ist so....dann ist doch alles i.O. dann hat der, der sich fragte, bin ich befähigt überhaupt helfen (Siehe Xandria) alles richtig gemacht und das was er auf jeden Fall konnte getan.

Ich will nur sagen, es gibt viele Dinge die eine solche Entscheidung beeinflussen. Keiner kann sich freisprechen...wenn ich da an meine Schulzeit denke, in der ich keine einzige Prügelei geschlichtet habe, aus Angst selbst eine auf die Fresse zu bekommen.... genau hier wird einem doch schon das Zuschauen beigebracht und legitimiert..... Schule, Eltern, Vorbilder, leben es vor..... Das werde ich meinen Kindern nicht beibringen......

Ach ja:
Da war ein Aufruf am Ende der Sendung zur Knochenmarkspende in einem konkreten Fall....ist jemand von euch schon zur Typisierung gegangen?????
Soviel zum Thema......
Ich bin dafür verantwortlich was ich sage, aber nicht dafür was Du verstehst!

Xandria female

Trainee

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Occupation: PTA

6

Monday, May 5th 2008, 3:34pm

Ja, ich hab mich bei der DKMS typisieren lassen!

Aber nicht auf Grund dieses Berichtes!

Tut übringens nicht weh!
Quod tibi fieri non vis, alteri ne feceris
Was Du nicht willst, dass man Dir tu`, das füg` auch keinem Anderen zu.

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