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Torshavn male

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1

Monday, October 18th 2010, 6:17pm

MERS- Der Wilde König / Rodgau, die Fünfte

Die Freunde hatten Guthleib gefunden, in letzter Minute. Er erholte sich nur sehr langsam. Er war bei der Heilkundigen Lyana in guten Händen, die ihn von ganzen Herzen liebte.

Nebenbei hatten die Gefährten auch noch einen Geheimbund, die Edain in Arthedur, auffliegen lassen, deren Anführer Gulthuin und Celgor Schwarzfaust getötet und den Weisen Rat Tharadoc, der mit ihnen paktierte, überführt. Celgor war eher verschwunden als tot. Sie hatten gesehen, wie er sich vor ihren Augen aufgelöst hatte. Den Menschenverführer hatten sie bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen. Tharadoc waren seine Bürgerrechte genommen worden. Er wurde als Verräter verurteilt und wartet nun im Gefängnis auf seine Überführung nach Minas Tirith, die Hauptstadt Gondors, um sich vorm Truchsess zu verantworten. Am Ende würde er sterben. Die anderen Mitglieder der Edain in Arthedur waren einfache Bauern und Handwerker. Sie bereuten ihr Handeln und kehrten zurück auf ihre Höfe und zu ihren Familien.

Das alles lag nun schon ein paar Tage zurück. Auch das wunderschöne Fest zu Ehren ihres Sieges war lange vorbei. Trotzdem würde es noch fast eine Woche dauern bis Dankwart mit der „Flusskrebs“ wieder hier in Bar-en-Tinnen eintraf um sie mit zurück nach Linhir zu nehmen. Sie wollten ja noch Hallatan von seinem Bruder berichten, wenn sie ihn schon nicht mitnehmen konnten, da sein Gesundheitszustand eine längere Reise noch nicht zuließ.

Die Freunde verbrachten ihre Zeit meist im Odem oder in Lyanas Haus um mit Guthleib zu reden, dessen Gedächtnis aber keine große Hilfe war. Er erinnerte sich lediglich daran niedergeschlagen worden zu sein. Dann war er irgendwann in diesem Raum aufgewacht. Nicht für lange allerdings, denn der Rauch hatte ihn müde und schlapp gemacht. Dann nahm er gar nichts mehr wahr, bis er befreit wurde. Es schien zunächst keine Antworten auf ihre Fragen zu geben, bis zu jenem Abend.

Die Gefährten saßen in gemütlicher Runde im Odem und sprachen wieder einmal über Celgor Schwarzfaust, als ein großer hellhaariger Mann die Schankstube betrat. Der Hüne war kräftig, trug einfache Reisekleidung, darüber ein gut gearbeitetes Kettenhemd. Er kam aus dem Norden. Sein gewaltiges Schwert ruhte in einer reich verzierten Scheide auf dem Rücken; am Gürtel trug er eine Leier. Ein Skalde also. Ein reisender Sänger und Krieger vom Oberlauf des Anduin. Ein ungewöhnlicher Anblick so weit im Süden. Er stellte sich dem Wirt als Dunstan vor, und setzte sich an einen der freien Tische. Kurz darauf brachte ihm der Wirt etwas zu Essen. Die Freunde, ins Gespräch vertieft, bemerkten nicht, dass ihnen der Skalde zuhörte. Bis er an ihren Tisch trat.

„Verzeiht die Störung. Mein Name ist Dunstan. Ich glaube ich habe schon einmal von diesem Celgor Schwarzfaust gehört.“ Die Gruppe starrte den Skalden an. Yusuf fand seine Sprache als erster wieder: „Setzt Euch bitte. Trinkt etwas mit uns. Und erzählt bitte.“ Der Hüne nahm Platz, griff nach einem Becher Wein und begann zu erzählen:

„Viel weiß ich nicht über ihn. Er taucht ein paar Mal in alten Liedern und Legenden auf. Aber immer nur am Rande. Er soll ein Druide aus dem alten Arnor sein, der schon früh im Hexenkönig von Angmar seinen Meister gefunden hatte. Eine Rolle spielte er wohl auch im Krieg um Rhudaur, die ihm den Beinamen der Wilde König einbrachte. Er soll unter mysteriösen Umständen im Nebelgebirge ums Leben gekommen sein. Andere Quellen sagen, er konnte seinen Geist in ein Amulett retten, das seit dem als verschollen gilt. Mehr weiß ich leider auch nicht.“

Es war nun schon spät geworden. Die Gefährten gingen zu Bett. Sie verbrachten die Nacht in finsteren Träumen. Am Morgen hatte sich ihre Welt verändert…

Torshavn male

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2

Sunday, November 28th 2010, 10:25am

Diskussion am Lagerfeuer nach den ersten Tagen (Bericht folgt)

Yusuf, Corsar aus dem Süden:


Liebe Gefährten eure Diskussion mit dem Spiel der Sonnenumläufe habe ich nicht verstanden. Klar es ist kalt hier oben im Norden und wer weiß, was die Nordländer unter Oktober verstehen. Wie wir dahin gekommen sind? Ich weiß nur mit Geistern rumspielen ist fuuuuuurchtbar gefährlich. Octaba hat da bestimmt etwas los getreten was man besser in Ruhe gelassen hätte.
Aber Freunde 'beim Grossen Kraken' wir hätten es schlechter Treffen können:
=Die Goldstücke sind hier Größer
=Die Orks scheinen in den Erzählungen des Südens eher überbewertet. Ein gutes Schwert oder ein spitzer Dolch zwingt auch sie ihren Lebenssaft zu vergießen.
=Wir bekommen Gold dafür das wir die berühmten Nebelberge überqueren und für diejenigen in der Crew die nach Ruhm und Ehre schmachten haben wir noch einen Königssohn zu beschützen.

Natürlich ist der Preis hoch:
Das Gerstenbräu, an Stelle des guten Rebensaftes und gebranntem Zuckerohrsaft, lässt meinen Magen rumpeln.
Die guteralen Laute die die Landbevölkerung Sprache nennt und die eigenartigen Karomuster aus rauem Zwirn gewebt scheint mir eher unkultiviert.


Das Latschen durch eisige Bäche lässt meine Füße frieren bis zu den Knien. Auch lässt der trübe Himmel über der Steppe des Nordens die Stimmung sinken und so träumt ein armen Korsaren vom Wind in den Segeln mit der Glut der Mittagssonne auf dem Nacken.


Auf das wir den Weg zurück finden in den schönen Süden, unsere Beutel gefüllt mit Gold und mit Ehre geheftet zu unseren Namen.“



Kalidor, Söldner aus Pelargir:


Ich für meinen Teil kann nicht sagen, dass mich diese Orks enttäuscht hätten. Taten sie doch genau das, was wir von ihnen erwarteten: Sie starben.

Mich stimmt ein wenig die Tatsache nachdenklich, dass sie uns so schnell auf die Spur gekommen sind. Wir haben alles getan was uns möglich war, um mit einer so großen Zahl Menschen ungesehen davon zu kommen... Wir sollten davon ausgehen, dass sie Wege haben uns aufzuspüren, von denen wir noch nichts wissen.

Für den Moment noch sind die versprochenen Goldstücke in Anbetracht unseres Schützlings ein guter Sold für solides Handwerk. Ich freue mich auf den einen oder anderen Ork, hin und wieder, der mir am Ende des Tages das gute Gefühl gibt etwas für meinen Sold getan zu haben.“



Broca, Hobbit aus dem Auenland:


Diese Orks taten, was sie sollten? Ich glaube, ich höre nicht recht! Beinahe wäre ich als kopfloser Hobbit zu trauriger Berühmtheit gelangt! Und das auf leeren Magen! Nein, nein, nein, diese Sache mit den Orks schmeckt mir überhaupt nicht. Und dann noch das ständige Rumpeln aus Yusufs Bauch, das mich an meinen leeren Bauch erinnert. Lasst uns schnell über die Nebelberge ziehen, den Jungen abliefern und zurückkehren in die Welt des ersten Frühstücks, der kleinen Zwischenmahlzeit, des zweiten Frühstücks, das nahtlos in einen kleinen Mittagssnack übergeht, bevor man dann zur Mittagsstunde mit einem Eintopf beginnt, einen Braten genießt und dann noch das Dessert....
*grummelt* Yusuf, wolltest Du nicht leere Hobbitmägen mit Deiner Kochkunst beglücken?“




Yusuf:


Jetzt wo du es ansprichst lieber Brocca muss ich wohl erzählen was kurz vor dem Schlafen gehen geschah.



Nach dem der gute Kalidor ein Feuerchen entfacht hat und ich derweil mir im Bach die Hände wusch, viel mir ein lehmiges Fleckchen am Ufer auf.


Und da erinnerte ich mich an ein altes Rezept meiner guten Mutter die Smutje auf dem Schwarzen Schwan ist.


Schnell nahm ich den mageren Hasen den Octaba auf dem Weg durch den Wald den Hals umgedreht hatte, nahm ihn aus und häutete ihn.


Danach stopfte ich den Meister Lampe mit den runzeligen Dingern aus die die Nordländer Äpfel nennen, packte Ihn in Lehm ein und legte ihn in die Glut.



Jetzt schlägt nach dem gescheiterten Entermanöver dieser krummen Kreaturen ohne hin meine Wache an. Also lasst uns den Lehmmantel auf brechen, den dürren Hasen etwas mit Olivenöl, ein paar Thymiankrümel und etwas Salz würzen mit den Apfelspalten zusammen verzehren. Geteilt durch 8 ist das für jeden nur ein Mundvoll aber so lässt sich der aufziehende trübe Morgen sicherlich besser ertragen.“




Ogtaba, Wasaschamane bei Orks aufgewachsen:

„Verweichlichter Haufen....


Immer ich hören mindestens 2 aus unserer Gruppe die mehr mit ihrem Bauch beschäftigt zu sein scheinen, als mit Gegebenheiten die uns umschwirren . Zurückversetzt in der Zeit wir sind .... Und alles woran sie denken ist Gold und Bauch ^^..


Niemandem wirklich bewusst es ist, das Gründe es geben muss warum wir hier seien.... Größere Mächte da am Werk seien als Yusuf sich je erdenken können....


Kalidor schon mehr seien an Sache im Kopf beschäftigt, seien ein Mann...nicht als rumjammern wie Weiber am Fluss im Winter beim waschen...


Doch was uns stehen bevor ?

Welcher Gründe auch immer wir hier seien sollen...Sie erscheinen wichtig .... Aber warum... und vor allem wer .... Wer daran interessiert das wir hier.... Was wir sollen verhindern ? Geht es wirklich um Königssohn ? Oder weit aus mehr dahinter als wir können bisweil sehen...


Unser Sieg in Bar-en-Tinnen viel zu leicht war wenn wir bedenken welche Mächte dahinter standen.......


Ich viel meditieren werden müssen auf unseren Wegen durch das Gebirge .....


Jaja...Das Gebirge.... 2 Jahre ich nun seien weg davon.... Ich andere Art des Lebens kennen gelernt.. neue Wege .... zu merken ein anderes Volk seien .... trotz allem aber auch ein Stück Heimat verbunden damit ..... Alte Gedanken kommen zu Tage .....

Auch wenn Orks grausam seien können... tief in mir immer noch eine kleine Verbindung zu ihnen ich habe....


Aber genug..lasst uns sehen was uns weiter wird erwarten auf dem Weg den wir bestreiten .....“


Menelcar, Krieger aus Dol Amroth:

„Verzagt nicht, meine Freunde, ob der etwas wiederen Umstände - wir haben schon schlimmeren Zeiten und Gefahren entgegengestanden.

Ich vertraue auf Ogtaba und seine seherischen Fähigkeiten, er hat uns oft gute Erklärungen gegeben, auch wenn es nicht immer gleich verständlich war. Aber auch diesmal muss es so sein:
es muss einen gewichtigen Grund und höheren Sinn und Zweck für unseren Aufenthalt in dieser anderen Zeit geben.

Seht, dass wir eine größere Rolle spielen, als es anderen gegeben ist, für ein hehres Ziel denn Gold. Und am Ende wird vielleicht nicht einmal Dankbarkeit stehen, sondern einzig und allein die Gewissheit, dass das Gute über das Böse gesiegt hat.

Ich hoffe dennoch, dass die Kraft unserer Gemeinschaft ausreicht das legendäre und nicht zuletzt gefährliche Nebelgebirge zu überqueren. Möge uns Ilúvatar leiten und beschützen...

Wohl an Freunde, ein wenig Schlaf und ein gutes Frühstück wird uns sicher wieder Kraft geben, den Strapazen und Feinden zu trotzen.

Gemeinsame Stärke, Freunde“


Yusuf:

Da sitze ich nun, halte die letzte Wache. Meister Lampe ist verzehrt und meine Mannschaft ruht noch ein wenig bevor wir den Marsch wieder beginnen. Kälte kriecht in meine Knochen. Muss der Bodennebel sein. Oder ist es der Gestank von vergossenem Blut der sich mit dem schalen Geruch des erloschenen Feuers mischt? Das schabende Geräusch von Stahl auf Leder beruhigt. 5 Finger des Todes sind geflogen, 4 stecken geschärft und geölt wieder in ihren Scheiden. Der letzte Dolch liegt in meiner Hand. Die mechanischen Bewegungen helfen die verbliebene Anspannung nach dem Kampf zu lösen. Jetzt wird es hell am Horizont! Hoffentlich kommen wir gut vorwärts, dem Gold ein gutes Stück näher.“

Ithanauer male

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3

Sunday, November 28th 2010, 9:20pm

Ich muss Dir sagen, wie gerne ich deine Postings immer wieder lese.
Wirklich eine Bereicherung! :top:
The truth may be out there, but lies are inside your head.
- Terry Pratchett -

Irgendwann findet man mal das Ende eines Regenbogens und stellt fest, dass diese Koboldsau eine Bombe in den Kessel gelegt hat!
- abgewandelter Spruch aus "Transformers - Die Rache" -

Torshavn male

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4

Tuesday, December 7th 2010, 8:45am

In einer anderen Zeit, an einem anderen Ort

zu ...Mir ist ja so kalt. Seit zwei Tagen sind wir nun schon auf diesem
Pass. Der Winter steht vor der Tür. Und niemand weiß genau, wie lange
wir zur Überquerung des Nebelgebirges noch brauchen. Die Sonne ist schon
vor Stunden untergegangen. Endlich haben wir wieder eine der Höhlen
gefunden, die den Reisenden als Unterkunft gelten sollen. Den Valar sei
Dank, liegt hier genug Holz aufgestapelt um die ganze Nacht ein Feuer zu
unterhalten. Dann ist es wenigstens warm.

Während Yusuf sich ums Feuer und seine Suppe aus irgendwelchen Wurzeln
kümmert, kauer ich, in meine Decke gehüllt, an der Höhlenwand und
versuche die Kälte und die Schmerzen aus meinen Knochen zu vertreiben.
Den ganzen Tag auf den Beinen und nichts weiter im Magen, als ein
bisschen Trockenfleisch und Dörrobst. Das hält doch kein Hobbit aus.
Kalidor und Tarthalion verhängen den Eingang mit der Zeltplane, die der
Söldner, der immer gut vorbereitet ist, in seinem Gepäck hat. Dann
breitet sich langsam ein bisschen Wärme in unserer Unterkunft aus.

Geredet wird nicht viel. Gegessen noch viel weniger. Unsere Vorräte
schwinden schnell. Keiner weiß wie lange sie noch halten müssen. Ich
kaue lustlos auf einem Stück Fleisch und träume mich in mein Zuhause zurück.

"Gib mir deinen Becher, Broca", fordert mich Ogtaba auf. Ich brauche
einen Augenblick um wieder in die Realität zurück zu finden. "Ich bringe
dir etwas von Yusufs Gebräu." "Danke", murmelte ich geistesabwesend.
Kurz darauf halte ich den warmen Becher zwischen meinen Händen. Ein
angenehmer Geruch von mir unbekannten Kräutern steigt in meine Nase.
Langsam nehme ich einen Schluck, während sich Ogtaba neben mir nieder
lässt. Das Gebräu weckt tatsächlich die Lebensgeister. Es erfüllt meinen
Körper mit Wärme und bringt mir etwas von meiner Kraft und meinem
Optimismus zurück. Ogtaba scheint sich in seine Welt geflüchtet zu
haben. Yusuf spricht wie immer in großen Worten über den warmen Süden
und das Meer. Der pragmatische Kalidor denkt laut unseren Weg voraus. Er
findet in Sibroc und Skutilla, der uns anfangs noch mit frischem Fleisch
versorgen konnte, aufmerksame Zuhörer. Tarthalion sitzt gedankenverloren
am Feuer, während sich die Dunländer Dunstan und Beren, die wir über den
Pass bringen sollen, von den anderen abgesondert unter ihre Decken
verkrochen haben. Jeder wird auf seine Art mit den Strapazen fertig.
Dennoch tut es gut, in diesen schweren Stunden nicht allein zu sein. Sie
sind mir alle in den letzten Jahren ans Herz gewachsen. Hoffentlich
schneit es nicht so bald, schießt es mir plötzlich in den Kopf. Das
würde den Weg nur noch schwerer machen.
Während ich einen Schluck aus meinem Becher trinke, frage ich mich,
nicht zum ersten Mal, wie wir in diese Situation geraten konnten.

Es ist noch keine Woche her, als wir noch in Bar-en-Tinnen saßen und das
Leben genossen, nachdem wir den dunklen Kult der Edain in Arthedur
vernichtet und Celgor Schwarzfaust, einen schwarzen Druiden, besiegt
hatten. Am Morgen nach unserer Siegesfeier erwachten wir in fremden
Betten in einem anderen Gasthaus, in einer anderen Stadt, in einem
anderen Land, in einer anderen Zeit unter Belagerung von zweihundert
Orks. Es hatte uns in den Brandkessel nach Leet in Rhudaur in die
Westausläüfer des Nebelgebirges in den Herbst des Jahres 1350 des
dritten Zeitalters verschlagen. Niemand wußte wie und warum wir hier her
gekommen waren, mitten in die politischen Unruhen im Kampf um dieses
Land, den die Dunländer und Hügelmenschen scheinbar gegen die Dunedain
gewonnen hatten, allerdings ohne wirklich zu wissen, wen sie sich mit
den Angmarim, den dunklen Verbündeten aus dem Norden, ins Land geholt
hatten. Manchmal kann es eine Wohltat sein einen gebildeten Zauberer
unter seinen Gefährten zu haben.

Schon bald stellte sich heraus, dass die Orks, die die Stadt belagerten,
hinter vier Dunländern her waren, die sich gerade noch hinter die
Palisaden retten konnten. Dunstan, ein älterer Clansmann im Dienste des
Königs Angus versuchte dessen Sohn Beren über das Nebelgebirge zu
bringen. Er wurde begleitet von dem Clankrieger Godfrey, der kurz nach
der Ankunft in Leet seinen Verletzungen erlag und der Clankämpferin
Nile. Wenn wir geahnt hätten, worauf wir uns einlassen würden, wenn wir
die Dunländer übers Gebirge bringen, hätten wir den lukrativen Auftrag
bestimmt abgelehnt. Aber dafür war es dann irgendwann zu spät...

Torshavn male

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5

Thursday, December 9th 2010, 11:41pm

Der Seemann denkt nach

Langsam ging die Sonne mit kraftlosen bleichen Strahlen über den Fluten des Anduin unter. Auf den Steinen am Ufer saß eine einzelne Gestalt, ein Seefahrer aus dem Süden, in mehrere Lagen Decken gewickelt und warf lange Schatten über den Kies.
Yusuf ist offensichtlich in Gedanken versunken und traurige Augen wechseln mit einer leichten Anspielung eines Lächelns ab.
,Was für eine armselige Sonne sie hier im Norden haben, oder liegt das an den Tausend Jahren über die Sibroc und Ogtaba immer sprechen? Kein wunder das einige Menschen beschlossen haben sich in Bären zu verwandeln. Ein Pelz passt viel besser zu diesem Wetter als Seidenhemden. Zum Glück sind wir der grausigen Kälte des Passes entkommen. Dank sei Sibroc mit seinen Wärmezaubern. Überhaupt ist es schön mit so einer guten Mannschaft zu fahren. Na ja, wenn ich die Blasen und Schwielen an meinen Füßen so sehe, sind wir mehr gelaufen als gefahren. Dieser Schnee muss doch besser zu bewältigen sein, als durch zu stapfen. Hat Kalidor nicht von diesen Dingern gesprochen, die von Hunden gezogen werden?. Ein Boot wäre gut; aber ein Boot braucht einen Kiel um die Richtung zu halten. Mit 3 Kielen würde es auch nicht umfallen und könnte über Wasser und Schnee fahren. Ein Schneesegler !!!!

Ich glaube ich gehe jetzt lieber zurück ins Dorf, vielleicht haben die anderen ein paar neue Ideen, wie wir schnell nach Leet zurückkehren können und wie wir das Wissen um das heilende Grab am besten Nutzen, um diesen Schwarzmagier endgültig zu erledigen. Hoffentlich müssen wir da nicht schon wieder mit Geistern hantieren. Ich bekomme schon Gänsehaut wenn Ogtaba mit seinen Wölfen rum hantiert. Dann lieber die Beute unseres guten Jägers verarbeiten und den immer hungrigen Hobbit füttern.'

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6

Tuesday, December 21st 2010, 6:32am

Broca freut sich, den Schnee hinter sich gelassen zu haben

"Was für ein Glück, dass wir bei diesem Wetter nicht auf dem Pass festsitzen, sondern ganz gemütlich in diesem Dorf überwintern können. Abenteuer und Ehre und all das sind zwar schön und gut, aber die Gemütlichkeit einer guten Mahlzeit sollte man nicht zu gering schätzen! Zum Glück stellt sich Yusuf bei der Kocherei gar nicht so schlecht an. Nach diesem Winter wird er wissen, wie man einen Hobbit adäquat bekocht und meine Hosen werden endlich wieder aufhören zu schlackern."

Der Hobbit schnuppert kurz und jubiliert innerlich. "Ah...Zeit für das Mittagessen! Es gibt doch nichts Besseres als Bratenduft, der durch die Luft weht." Broca hält mit einer Hand den Bund seiner rutschenden Hose fest, als er in Richtung Küche trabt und dabei etwas zu laut rufend seine Gefährten zusammentrommelt.

Torshavn male

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Sunday, December 26th 2010, 9:46am

Die Flucht beginnt

...Beren litt seit seiner Geburt unter einem Fluch, dem Bärenfluch seines Clans. Sein Vater Angus nannte es so. Dunstan sah darin eher eine Gabe. Wenn der junge Königssohn die Kontrolle verlor, dann verwandelte er sich in einen Bären. Er unterschied in der Gestalt des Tieres nicht mehr zwischen Freund und Feind. Dunstan hatte herausgefunden, das es sich bei dem Fluch um ein uraltes Erbe ihres Clans handelte. Immer wieder hatten große Männer, diese Gabe besessen und zum Wohle des Clans eingesetzt. Nun war die Zeit an Beren, diese Gabe, die sich auf das alte geheimnisvolle Volk der Beorninger zurückführen ließ, beherrschen zu lernen zum Wohl seines Clans und des Landes, das er schon bald würde regieren müssen. Dunstan hatte weiter in Erfahrung gebracht, das die Beorninger auf der anderen Seite des Nebelgebirges leben sollten, am großen Fluss Anduin. Nun waren wir auf dem Weg dorthin, nachdem uns Ogtaba versichert hatte, das er Beren helfen konnte, den „Fluch“ vorläufig zu kontrollieren. Es steckten viele wunderbare ungeahnte Fähigkeiten in unserem Schamanen, der mich viel weniger erschreckte, seit dem er erkannte hatte, das er kein Ork war, sondern zum uralten Volk der Wasa gehörte, von denen nur Sagen und Legenden berichteten. Ogtaba hatte uns auch erklärt, wie wir hierher in die Vergangenheit des Nordwesten Mittelerdes gekommen waren. Niemand wollte ihm so recht glauben, außer vielleicht Sibroc, der die Geschichte wenigstens für Möglich hielt. Mir sagte mein Instinkt, das der Schamane die Wahrheit sagte: Wir sind über die Stufen des Tiefen Schlafes hinabgestiegen in die unendlichen Weiten der Traumlande, geführt von dem Traumreisenden Araw Alanakyn. Nach unzähligen Stunden, in denen wir ein Meer überquert und einen Wald durchwandert hatten, liefen wir durch einen Berg und kamen in einem kleinen befestigten Ort an, in Leet wie sich später herausstellte. Ogtaba wußte auch zu erzählen, warum man uns hierher gebracht hatte. Hier sollte Celgor Schwarzfaust zum ersten Mal in der Geschichte des Westens auftauchen. Wir bekamen somit die Möglichkeit herauszufinden, wie wir ihn endgültig würden vernichten können, nach dem er sich uns in Bar-en-Tinnen durch seine Flucht in die Geisterwelt entzogen hatte.

Doch im Augenblick hatten wir ein dringenderes Problem. Wir mussten den Belagerungsring der Orks durchbrechen, um nach Süden Richtung Bruchtal zu fliehen und weiter über den Hohen Pass das Nebelgebirge überqueren. Doch das schien unmöglich. Die Taktiker und erfahrenen Kämpfer unserer Gruppe begannen einen Plan auszuarbeiten. Da ich von solchen Dingen nicht viel verstand, machte ich mich auf den Weg zu den Palisaden, um einen Blick auf unseren Feind zu werfen. Ich hatte schon oft gegen Orks gekämpft, gemeinsam mit den anderen. Nicht nur gegen eine Handvoll, sondern auch gegen größere Trupps. Doch noch immer machten sie mir Angst. Ihr Geruch stieß mich ab, ihre Hässlichkeit erschreckte mich und ihr ungeheurer Kampfgeist ließ immer wieder panische Angst in mir aufsteigen. Die Orks waren immer wieder in meinen Alpträumen aufgetaucht. Aber wenn ich ihnen einmal gegenüber stand, gewann plötzlich mein Überlebensinstinkt und die Angst um meine Freunde die Oberhand. Dann wurden meine Hände ruhig und mein Verstand klar und meine Schleuder zu einer tödlichen Waffe. Aber was ich jetzt sah, überstieg meine Vorstellungskraft. Wohin ich auch blickte, überall lagerten Orks. Hoffentlich fanden die meine Gefährten einen Weg aus dieser tödlichen Falle.

Als ich in die Schenke zurück kam, war ein Plan gefasst worden und sollte im Morgengrauen umgesetzt werden. Kalidor, unser erfahrener Söldner- niemand wußte in wie vielen Schlachten er schon gekämpft hatte, denn darüber schwieg er sich aus- erklärte mir unser Vorhaben: Bei Tagesanbruch würden drei Reiter, geführt von Dunstan, in den Clansfarben des Bären, durch das Südosttor die Belagerungsreihen durchbrechen. Ogtaba würde sie durch Nebelzauber unterstützen, ihre Flucht verschleiern. Die Hoffnung bestand darin, das die Orks ihnen folgen würden, in dem Glauben den Königssohn in ihre Hände bekommen zu können. Wir würden unterdessen aus dem Nordwesttor fliehen, uns Richtung Westen wenden, um dann an einer Waldschneise entlang auch nach Süden zu gelangen. Der Plan klang gut in meinen Ohren. Dennoch blieb mein Schlaf in dieser Nacht unruhig.

Yusuf weckte mich kurz vor Morgengrauen. Mein Rucksack war bereits gepackt. So bleib mir mehr Zeit für ein Frühstück. Ogtaba war mit Dunstan und zwei weiteren Männern bereits zum Südosttor gegangen. Wir anderen gingen nun mit Beren zum Nordwesttor. Dann kam Bewegung in die Orks. Das Heer teilte sich. Eine Hälfte ging nach Süden um Dunstan und seinen Männern zu folgen. Die andere Hälfte zog in Eile nach Norden, um eine Ausfall am anderen Tor zu verhindern. „Verdammt die Tiere sind klüger als wir dachten!“ hörte ich Menelcar neben mir fluchen. Dann improvisierten wir, wie Kalidor es nannte. Doch ich war mir sicher, das er dieses Problem eingeplant hatte. Yusuf brachte mit Tarthalion eine Leiter auf die Pallisade. Nun gingen wir eben direkt über den Schutzwall. Inzwischen war auch Ogtaba wieder da. Er ließ, singend und gestikulierend einen Nebel aufziehen, der uns Deckung gab. Wir schafften es tatsächlich ungesehen das belagerte Leet zu verlassen. Nun waren wir auf der Flucht. Hoffentlich schnappten sie Dunstan und seine Männer nicht so schnell. Hoffentlich fanden sie nicht so bald unsere Spuren. Doch noch ahnten wir nicht, welche Dunkelheit uns bald schon jagen sollte...

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8

Monday, December 27th 2010, 6:09am

Der Söldner gibt Erinnerungen preis

Kalidor sitzt am Ufer, poliert seine Äxte und schaut aufs Wasser.

Der Schnee ist ein Gegner, gegen den niemand bestehen kann. Er ist überall, greift aus allen Richtungen an, es gibt keinen Schutz und man kann ihn nicht verletzen.
Ich erinnere mich gut an den hohen Norden. Wir gerieten in einen Schneesturm. Fünf von ursprünglich zwanzig Mann kamen wieder zurück. Ich verbrachte lange Wochen in der Krankenstube und verdanke es nur einem fachkundigen Heiler, dass meine Fußzehen noch dort sind, wo sie hingehören. All diese Erinnerungen kamen in den vergangenen Tagen wieder auf und raubten mir den Schlaf.

Yusufs Mut und seinen Tatendrang schätze ich, auch wenn seine Motivation sich mir manches Mal nicht erschließt. Ich weiß aber auch, dass es seine erste echte Begegnung mit dem Winter war. Väterchen Frost hat nicht ernst gemacht in den Bergen. Ich werde es nicht riskieren, egal was man mir zahlte, noch mehr gute Seelen in der weisen Hölle zurück lassen zu müssen. Nicht noch einmal.

Ich schließe mich Broca, dem Hobbit an - ausruhen, Kraft schöpfen für den Rückweg im Frühjahr. Dort mögen Orks lauern - oder schlimmeres. Aber wenigstens vermag mein Schwert diese Gegner zu beeindrucken.

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Monday, December 27th 2010, 7:43am

Auf der Flucht

...Bereits in der ersten oder zweiten Nacht- diese verdammte Kälte bringt meine Erinnerungen durcheinander- hatten uns die Orks gefunden. Ein kleiner Trupp griff uns unvermittelt an. Den Valar sei Dank hatte unsere Wache etwas bemerkt, so das wir schnell wach und kampfbereit waren. Keine Sekunde zu früh. Der Kampf war kurz aber hart. Dann lagen unsere Feinde tot zu unseren Füßen.

Wir brachen früh am nächsten Morgen auf. Als die Sonne den Himmel empor kroch, waren wir schon auf den Beinen und unterwegs Richtung Süden. Gegen Mittag trafen wir auf ein Schlachtfeld. Orks waren aus dem Nebelgebirge heruntergekommen, so deuteten wir die neuen Spuren. Sie hatten Dunstan und seine beiden Männer angegriffen. Der erfahrene Clansmann konnte entkommen, seine Begleiter blieben erschlagen zurück, gemeinsam mit einem Dutzend Orks.

Wir beeilten uns der bekannten Fährte zu folgen. Dunstan wich nicht vom Wege ab. Die Orks folgten ihm. Kurz darauf sahen wir sein Pferd am Wegesrand liegen. Er hatte es wieder geschafft sich seiner Haut zu erwähren. Doch die Orks folgten ihm nun nicht mehr. Sie zogen nach Osten und dann mit erhöhter Geschwindigkeit wieder nach Süden. Sie schienen ihn umgehen zu wollen, vielleicht um ihn in einen Hinterhalt laufen zu lassen. Doch wo wollten sie ihn erwarten?

„Auf Andras Landgut“, warf Beren ein. Der Skalde lebte dort mit seiner Familie und ein paar ehemaligen Soldaten. „Er steht auf der Seite meines Vaters“, erklärte der Königssohn weiter. „Er wird uns weiterhelfen. Wir müssen ihn vor den Orks warnen.“ Wir begannen zu laufen. Wir mussten Dunstan erreichen und den Landmann warnen, sonst waren wir alle verloren.

So sehr ich mich auch bemühte, es viel mir schwer mit den Großen mitzuhalten. Meine Beine schmerzten, meine Lunge brannte. Lange konnte ich das Tempo nicht mehr durchhalten. Da tauchte am Horizont ein Mann auf. Wir hatten den Clansmann erreicht. Mein Körper zitterte. Ich konnte gar nicht so schnell atmen, wie ich Luft gebraucht hätte. Mir wurde schwarz vor Augen. Bevor ich auf den Boden fallen konnte, stützte mich Ogtaba. „Ganz ruhig“, hörte ich die Worte des Schamanen. „Es geht gleich wieder. Schau mich an.“ Ich spürte wie Ruhe mich erfüllte. Nun konnte ich auch atmen.

Währenddessen hatten die anderen mit Dunstan gesprochen. Das Tempo war nicht durchzuhalten. Gemeinsam konnten wir den Hof nicht vor den Orks erreichen. Kalidor wollte vorrauseilen um Andra zu warnen. Er nahm Tarthalion mit und verschwand am Horizont.

Inzwischen war eine merkwürdige Dunkelheit hinter uns aufgezogen. Sie schien uns zu folgen, ganz langsam. Wir begannen zu laufen. Yusuf hatte mir einen Schluck aus seiner Flasche angeboten. Was auch immer darin war, es hatte mir Kraft gegeben. Ich fiel in einen leichten Trab. Meine Gedanken schweiften ab. Bis plötzlich unter uns das Landgut auftauchte. Der Hof hatte sicherlich schon bessere Tage gesehen. Nahezu alle Gebäude schienen beschädigt zu sein. Die umschließende Pallisade wies Lücken auf. Die Vorbereitungen zur Verteidigung hatten bereits begonnen. Die Bewohner bezogen mit ihrem Hab und Gut den Wehrturm in der Mitte der Umfriedung.

Von den Orks war keine Spur zu sehen, und auch die Dunkelheit hatte uns noch nicht eingeholt, als wir den Weg hinab zum Hof gingen...

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Wednesday, December 29th 2010, 11:01am

Unter Andras Schutz und Schirm

...viele Augenpaare ruhten auf uns, als wir durch das offene Tor auf den Wehrturm zu schritten. Ein großer Mann mit blonden Locken, die ihm bis in den Nacken fielen, schien die Verteidigungsvorbereitungen zu koordinieren. Als er die Clansfarben erkannte, hieß er die anderen weitermachen und kam uns entgegen. „Kommt weiter,“ sagte Dunstan. „Das ist Andra, ein Freund unseres Königs und ein großer Sänger und edler Krieger.“ Andra war ganz offensichtlich ein Dunadan. Er umarmte Dunstan und Beren herzlich. Der Skalde reichte jedem von uns die Hand. Seine tiefblauen Augen schienen mir bis ins Herz schauen zu können. Längst hatte er fünfzig Sommer hinter sich gebracht. Er war noch immer stark. Aber er sprach langsam, manchmal sogar zögerlich. Sein Gesicht war verhärmt. Seine Mimik schien ihm nicht gehorchen zu wollen. Aber in seinen Augen sah ich ungebrochene Lebensfreude und innere Stärke.

Während Dunstan und Andra sich weiter unterhielten und meine Freunde sich ebenfalls auf die Verteidigung vorbereiteten, beobachtete ich das Treiben auf dem Hof. Eine hochgewachsene Frau mit feinen Gesichtszügen und rotblondem Haar, Mitte vierzig mochte sie sein, brachte ein vierjähriges Mädchen, offensichtlich ihre Tochter, in den Wehrturm. Ihr folgte langsam eine sehr alte Frau. Sieben Männer, unterschiedlichen Alters, brachten Lebensmittel und Vorräte in den Turm. Zwei Frauen holten die Hühner, Gänse und zwei Ziegen in die Trutzburg. Die Abläufe gingen zügig und umsichtig von statten. Die Menschen hatten gelernt sich und ihr Hab und Gut zu verteidigen.

Doch plötzlich änderte sich alles. Die Dunkelheit hatte uns eingeholt. Andra schien zu wissen, wer oder was da auf uns zu kam. Auch Dunstan und Beren wurden ernst. „Usral, lass den Wagen anspannen und die Pferde satteln,“ scholl die tiefe klare Stimme des Sängers über den Hof. „Wir gehen nach Bruchtal!“. Sichtlich verwirrt doch ohne zu zögern folgten die Bewohner den neuen Anweisungen. Andra ging noch einmal hinüber ins Haupthaus. Als er zurück kam, war der Wagen angespannt, beladen, die drei Pferde gesattelt und die Familie und das gesamte Gesinde zur Abfahrt bereit. Andra trug nun ein prachtvolles Silber schimmerndes Kettenhemd. An seiner Seite führte er ein beeindruckendes Langschwert mit sich. Nun bestieg er sein Pferd. Vier seiner Männer waren nun in Leder gerüstet und mit Bögen und Kurzschwertern bewaffnet.

Dann zogen wir los. Unser Ziel war die Große Oststraße. Dort würden sich unsere Wege trennen. Während wir nach Osten ins Nebelgebirge gingen, würde Andra mit seiner Familie nach Westen in Richtung Bruchtal ziehen. Unterwegs sprach ich den Sänger an: „Ihr scheint zu wissen, was die Dunkelheit zu bedeuten hat, die uns so langsam aber scheinbar unaufhörlich folgt. Die Orks scheinen mit ihr zu paktieren?“ „Es ist nicht die Dunkelheit, die wir fürchten müssen“, antwortete der große Krieger, „sondern den, den sie verbirgt. Die Orks paktieren nicht mit ihm. Sie werden von ihm kontrolliert.“ „Von wem? Wer folgt uns?“, warf ich aufgeregt ein. „Der Wilde König“ flüsterte der Sänger beinahe ängstlich. „Der Wilde König ist erwacht“...

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Thursday, December 30th 2010, 6:54am

Der Wilde König

...Ein paar Tage später erreichten wir in der Dämmerung die große Oststraße. Wir errichteten unser Lager etwas abseits unter einer Gruppe von Bäumen, die zusätzlich Schutz vor der nächtlichen Kälte bot. Ein Feuer wurde entzündet und das Abendessen vorbereitet. Die Stimmung war gedrückt, niemand sprach mehr als nötig. Alle suchten die Nähe des Feuers, nicht nur wegen der aufkommenden Kälte. Jeder schien zu wissen, wer der Wilde König war. Nur wir nicht. Andra war bisher allen Fragen ausgewichen. Dunstan und Beren schienen das zu respektieren. Auch die anderen schienen mehr wissen zu wollen. Doch niemand wagte zu fragen. Ich hatte nun genug. Morgen würden sich unsere Wege trennen. Ich hatte Angst und wollte wissen wo vor. Als wir gegessen hatten, ging ich auf den Sänger und Krieger zu. „Es ist genug. Sprich mit uns. Sag uns endlich wer der Wilde König ist“, forderte ich ihn auf. Kurz blickte er mich mit ausdruckslosen Augen an. Dann erhob er sich, richtete sich zu seiner vollen Größe auf. So stand er da, im Schein der flackernden Flammen. Sein Kettenhemd glitzerte. Er stützte sich entspannt auf sein Schwert. Nun begann Andra mit voller Stimme, klar und unbeirrt, zu singen. Es schien ihm egal, ob uns Feinde hören konnten. Doch dann wurde mir klar, das er um die Kräfte, die seiner Stimme innewohnten, wußte. Die Melodie und die Worte legten sich wie ein Schutzschild um uns. Sie ergriffen uns im tiefsten Innern und legten die Legende vom Wilden König in unsere Herzen. Niemals wieder würden wir diese Geschichte vergessen können:

Im Rhow Tawar, dem wilden Wald, ruht seit ewigen Zeiten die Verkörperung der reinen ungebändigten Natur, der Wilde König. Geschützt wird die Ruhestätte, die Mor minno Cuil, der dunkle Lebensborn, genannt wird, von den Rhow Aphadrim, den wilden Menschen, den Verwilderten. Der Wilde König erwacht, wann immer die Natur in Gefahr gerät. Er kämpft unerbittlich gegen seine Widersacher. Er kann nicht getötet werden. Viele haben es schon versucht. Aber auch wenn sie seinen Körper zerstören konnten, kam sein Geist doch immer gestärkt in erneuerter Gestalt zurück. Seine Kraft liegt in einem Amulett, das er um den Hals trägt. Es verschwindet allerdings spurlos, wenn die körperliche Hülle vernichtet wird. Ein Schamane hat mir einmal gesagt, das ein Feuervogel in der Welt der Geister das Amulett holt und in den Mor minno Cuil zurückbringt. Es kann viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauern bis der Wilde König wiederkehrt. Aber irgendwann kommt er immer zurück. Einige sind schon in den Rhow Tawar eingedrungen um ihn in seiner Ruhestätte endgültig zu töten. Aber man sagt der Wald lebt. Und wenn ihn der Wald nicht tötet, tun es die Verwilderten. Niemals ist jemand zurückgekehrt aus dem Rhow Tawar.

Dann hatte er geendet. Die Stimme verklang. Andra ging zum Wagen. Er legte Schwert und Kettenhemd ab, bevor er zurück ans Feuer kam. Seine Frau reichte ihm eine Schale mit Eintopf, den er gerne nahm und langsam aß.

Mir ging die Geschichte immer noch im Kopf herum. Nun kannten wir unseren Gegner. Hier hieß er der Wilde König, bei uns nennt er sich Celgor Schwarzfaust. Das Amulett ist die Verbindung. Nun wurde mir klar, warum wir hier waren. Wir sollten die Geschichte vom Wilden König hören, und heraus finden, wo sich sein Versteck, der Rhow Tawar, befand. Als ich danach fragen wollte, hörte ich Ogtaba Andra fragen: „Es ist der kleine Wald im Nordwesten von Leet. Nicht wahr?“ „Ja“, antwortete der Sänger, „der Legende nach. Ich hatte nie den Mut es herauszufinden.“ „Ich habe es gespürt, als ich daran vorbei kam“, erwiderte unser Schamane. Irgendwann legten wir uns alle schlafen.

Am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege. Ich sah Andra und seiner Familie noch lange nach. Der Wagen war längst am Horizont verschwunden, als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte. „Komm schon“, forderte mich Ogtaba auf. „Sonst sind die anderen im Nebelgebirge verschwunden“. Ohne viel zu sagen, gingen wir nebeneinander her. Der Wilde König beschäftigte immer noch unsere Gedanken. Doch um den würden wir uns später kümmern. Hoffentlich, wenn wir wieder zu Hause, zurück in unserer Zeit, waren. Da hatten wir ihn wenigstens schon getötet, und müssten nur noch das Amulett vernichten.

Bald hatten wir die anderen eingeholt. Zwei Tage später begannen wir den Hohen Pass zu erklimmen. Eine anstrengende Tortur. Die Kälte nahm immer mehr zu. Schnee lag in der Luft. Wir gingen so schnell wir konnten. Ohne die angelegten Höhlen in Tagesabständen hätten wir es nicht so weit geschafft. Doch nun waren wir auf dem Pass angekommen.

Als ich meine zweiten Becher Tee getrunken hatte, viel ich in einen unruhigen Schlaf. Noch vor Morgengrauen weckte mich Kalidor. Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Es hatte schon in der Nacht zu schneien begonnen, so das der Weg für mich noch beschwerlicher wurde. Doch auch die Orks würden bei diesem Wetter nicht unnötig ihre Stadt verlassen. So hatte uns Andra versichert. Unser Weg führte uns direkt an Orkstadt vorbei...

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12

Saturday, January 8th 2011, 7:51am

Bei den Beorningern

Drei volle Tage hatten wir gebraucht um die Passhöhe zu überqueren. Die ganze Zeit schneite es, zwar nur leicht, aber stetig. Obwohl ich in der Spur der anderen lief, taten mir meine Beine weh. Mein Mantel und die Stiefel waren nass, und wurde auch nachts nicht mehr richtig trocken. Hinzu kam die Angst vor den Orks. Ich fühlte mich ständig müde und hungrig. Lange hätte ich das nicht mehr durchgehalten. Aber wir schafften es. Nach vier Tagen erreichten wir die erste Höhle auf der anderen Seite der Nebelberge. Orks hatten wir keine gesehen. Der Schnee war uns auch nicht gefolgt. Erleichtert rollte ich mich neben dem Feuer in meine Decke. Egal, was die anderen vielleicht noch von mir wollten, ich schlief sofort ein. Weder Hunger noch Angst konnten mich wach halten.

Am nächsten Morgen weckte mich der Geruch von Tee. Ich setzte mich zu Yusuf ans Feuer. Er hatte wieder einmal die letzte Wache gehabt. Die anderen schliefen noch. Beren war verschwunden. Dunstan hatte ihn also wieder herausgelassen. Er würde ruhiger sein, wenn er zurück kam.

„Ausgeschlafen?“ fragte mich Yusuf und reichte mir einen Becher Tee. „Auch ich bin froh, das wir den Pass endlich hinter uns haben. Die Kälte hält ja kein Mensch aus.“

Ich nahm den Becher, etwas Brot und Käse. Langsam kam wieder Leben in meinen Körper. Die Neugierde kehrte zurück. Nach und nach standen auch die anderen auf. Beren war noch immer nicht zurück. Erst als wir packten um weiter zuziehen, tauchte er auf. Doch er war nicht allein. Ein großer, kräftiger Mann mit hellem Haar, das er seitlich am Kopf zu einem Knoten gebunden hatte, begleitete ihn. Seine Name war Braal. Er gehörte zu den Beorningern, die sich selbst Beijaba, Bärenmenschen nennen. Er trug einfache Kleidung, und war nur leicht mit Speer und Messer bewaffnet. Die Kälte schien ihm nicht viel auszumachen. Er trug noch nicht einmal eine gefütterte Jacke. Er war ein etwas ruppiger, aber freundlicher Mann, der sich unter Fremden nicht sehr wohl zu fühlen schien. Aber das kannte ich ja schon von Beren. Es schien die Eigenart dieser Beorninger zu sein.

Wir waren noch sieben weitere Tage unterwegs bis wir das Dorf der Beijaba am großen Fluss Anduin erreichten. Der Schnee war uns zwar noch immer nicht gefolgt. Aber die Kälte war auch hier nur schwer zu ertragen. Die Natur befand sich schon im Spätherbst. Schnee würde bald reichlich fallen, wie mir Braal versicherte.

Das Dorf lag oberhalb der Hochwassergrenze des Anduin. Fünf niedrige Langhäuser waren um einen freien Platz herum angeordnet. In der Mitte stand ein deutlich kleineres Haus. Die Rieddächer der Langhäuser reichten bis fast auf den Boden. Die Eingangstüren lagen zur Mitte hin, während ein größeres Tor seitlich ins Haus führte. Ein größeres Waldstück lag nahe dem Dorf im Norden. Ansonsten umgab die Häuser Gras und Buschwerk. Der Anduin floss ruhig dahin. Das Ostufer war nicht zu sehen. Ein paar Boote waren halb ans Ufer gezogen. Einen größeren Kahn, der wahrscheinlich als Fähre diente, hatten die Menschen bereits ganz aus dem Wasser gezogen. Das Dorf schien sich auf den nahenden Winter vorzubereiten.

Braal schien bereits erwartet zu werden. Skeptische Blicke musterten uns. Männer, Frauen und Kinder kamen auf dem Dorfplatz zusammen. Sie empfingen uns distanziert, aber mit einer gewissen rauen Herzlichkeit. Ein Mann, noch etwas größer als Braal, mit weißem offenem Haar, er mochte in den Vierzigern sein, kam auf uns zu. „Willkommen in unserer Mitte“, begann er mit kräftiger Stimme zu sprechen. „Ich heiße Barnir und führe diese Sippe. Bitte folgt mir in mein Haus.“

Gemeinsam betraten wir das Langhaus. Diffuses Dämmerlicht herrschte im Inneren. Ein Feuer in der Mitte des einzigen Raums spendete Licht und Wärme. Der Rauch zog durch ein Loch im Dach ab. Hier lebte die ganze Familie mit den Knechten und Mägden und dem Vieh unter einem Dach. Die kleinen Fenster waren verschlossen und mit Fellen verhängt. Die angenehme Wärme und der verlockende Geruch der dem Kessel über dem Feuer entströmte, ließen mich mein anfängliches Unbehagen schnell vergessen. Barnir bot uns einen Platz am großen Tisch in der Nähe des Feuers an. Seine Frau Mella und seine Tochter Idune brachten das Essen. Zu uns setzten sich auch Hönir, der älteste Sohn und Skaldir und Regin, die beiden jüngeren. Jeder hatte seinen Platz bei Tisch. Auf die Rangordnung wurde streng geachtet. Am Kopf saß Barnir. Neben ihm seine Frau und sein ältester Sohn. Dann folgte der Rest der Familie. Am unteren Ende des Tisches saßen die Knechte und Mägde.

Das Essen war wunderbar. Ich genoss reichlich vom Gemüseeintopf. Es wurde Bier und Met gereicht. Aber der Nachtisch war großartig. Ein lockerer saftiger Kuchen, der nach Honig schmeckte.

Zu Barnirs Sippe gehörten fünf Familien. Jede bewohnte ein eigenes Langhaus. Sie lebten vom Fischfang und was ihnen die Natur sonst so gab. Sie bauten Gemüse und etwas Getreide an. Jede Familie hatte Hühner, Ziegen und ein paar Kühe. Fleisch gab es selten an ihren Feuern. In dem Sommermonaten kamen häufig Händler über den Anduin in das Dorf und zogen dann weiter über das Nebelgebirge Richtung Bree oder Tharbad oder anderen Städten. Die Beorninger verdienten sich dann einen Teil ihres Lebensunterhalts als Fährmänner und als Kundschafter und Passgänger. Das Haus in der Mitte des Dorfes diente als Gästehaus. Hier hatte man auch uns untergebracht.

Wir verbrachten den Winter unter den Beijabar. Der Schnee kam bald und reichlich. Wir verbrachten die Zeit mit Essen und Trinken und Geschichtenerzählen. Beren lebte unter Barnirs Dach. Er war schon bald ruhiger und ausgeglichener geworden. Er war nun einer von ihnen, ein Bärenmensch. Die Monate gingen dahin...

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13

Sunday, February 6th 2011, 10:07am

Zurück in die Zukunft

Der Schnee schmolz spät in diesem Jahr. Mit dem Frühjahr kam auch die Zeit des Aufbruchs für die Gefährten. Der strenge schneereiche Winter bei den Beijabar war schön und würde ihnen stets in angenehmer Erinnerung bleiben.

Sie hatten an Regins erster ritueller Jagd nach seiner ersten Gestaltwandlung teilgenommen. Die Orks hatten es nicht überlebt. Mittelerde war wieder ein Stück sicherer geworden.

Menelcar hatte die Jagd tief verändert. Er verlor zwei Finger seiner linken Hand. Aus Dankbarkeit, weil er ihren Sohn gerettet hatte, rief Mella, die Heilerin des Dorfes, die Geister der Ahnen um Hilfe an. Eine traurige Frau, in dunkle Gewänder gehüllt, berührte den Dol Amrother an seiner Hand und ließ die Finger anwachsen. Aber sie berührte auch sein Herz, in das sie Mitgefühl und Mitleid für alles das lebt tief verankerte. Sie machte ihn zum Weißen Ritter, wenn ihm auch der offizielle Titel seiner Heimatstadt noch fehlte. Mella sprach von einem Wunder, denn sie meinte die Valar selbst hätten sich Menelcar offenbart. Este, die Segen spendende, hätte ihn geheilt und Nienna, die Herrin des Schmerzes, des Mitleids und der Trauer hätte ihr dabei die Hand geführt. Von nun an trug er einen weißen Handschuh über der linken Hand.

Der Tag des Abschieds kam. Die Gefährten hatten ihre Aufgabe erfüllt. Beren blieb bei seinem Volk. Dunstan würde ihn zurückbringen, wenn es soweit war. Hoffentlich konnte er Rhudaur dann noch in eine bessere Zeit führen. Aber die Freunde wussten, das es dafür zu spät war. Doch das behielten sie für sich.

Die warme Frühlingssonne machte das Reisen angenehm. Regin führte seine Freunde über das Nebelgebirge. Er erfüllte seine Aufgabe gut, denn kein Ork kreuzte ihren Weg. Der junge Beorninger begleitete sie noch eine ganze Weile, bis er eines Nachts einfach verschwand. Nun wandten sich die Gefährten nach Norden um die kleine Stadt Leet möglichst schnell zu erreichen.

Ein paar Tage später stießen sie auf die Überreste der Stadt. Teile der Palisade waren zerstört, das Südosttor gar aus den Angeln gehoben, viele Häuser im Inneren waren abgebrannt. Doch der „Brandkessel“ stand noch. Lärm drang aus dem Gasthaus, als sie näher kamen. Es lebten also immer noch Menschen in Leet.

Der Wirt freute sich, als die Freunde durch die Tür traten. „Endlich seit ihr da“ ließ er sich vernehmen. „Nun können auch wir gehen.“ „Doch ich vergesse meine Manieren“ sprach er weiter. „Setzt euch, ihr müsst Hunger haben.“ Die Gefährten setzten sich, der Wirt verschwand in der Küche. „Was ist hier passiert?“ fragte Yussuf. Bevor einer der anderen im Schankraum sprechen konnte, trat Andra an den Tisch heran. „Es ist eine große Freude euch wiederzusehen,“ sprach der Skalde. „Ich werde euch erzählen, was passiert ist.“

„Nachdem ihr die Stadt verlassen habt, griffen die Orks Leet schon bald an. Die Verteidiger hatten alle Mühe den Angriff abzuwehren. Einen weiteren hätten sie nicht überlebt. Doch dann kamen die Soldaten des Königs. Die Boten waren also durchgekommen. Und Angus hatte Truppen geschickt. Die Schlacht tobte zwei Tage. Dann waren die Orks geschlagen. Aber die Stadt war zum größten Teil zerstört. Die Ältesten machten die Vorschlag weiter nach Süden zu ziehen und die Stadt südlich der Großen Oststraße neu zu gründen. Die Überlebenden packten ihre Sachen. Die Soldaten des Königs begleiteten den Treck. Doch jemand musste bleiben, um euch zu erwarten. Leunand, der Wirt erklärte sich bereit. Ich bin hier um euch zu bezahlen und euch heute Abend in den Schlaf zu singen. Morgen früh bringe ich dann den Wirt und seine Familie nach Süden, bevor ich zu meiner Familien nach Bree gehe.“

Leunand brachte nun das Essen, die Getränke. Zwei seiner Söhne trugen eine kleine Truhe zum Tisch. Darin fanden die Gefährten Beutel mit Gold. Jeder bekam die von Dunstan versprochene Belohnung von fünfzig Goldstücken.

Der Abend brach bald über die Ruinen von Leet herein. Und Andra begann zu singen. Er erzählte noch einmal die Geschichte vom Wilden König, bevor die Freunde sich von ihm verabschiedeten und sich schlafen legten. Trotz gespannter Erwartungen schliefen sie bald ein.

Das Licht der Sonne weckte die Gefährten am nächsten Morgen. Sie erwachten in ihren Betten, nichts schien sich verändert zu haben. Doch ein Blick aus dem Fenster verschaffte ihnen Gewissheit. Leet lag nicht mehr in Ruinen vor ihnen. Sie waren also wieder zurück.

Jetzt wartete der Wilde König auf sie. Die Gefährten bereiteten sich auf die Reise nach Norden vor. Der Rhow Tawar, der Wilde Wald, war ihr Ziel. Dort ruhte ihr Gegner und bereitete sich im Mor minno Cuil , dem dunklen Lebensborn, auf seine Wiedergeburt vor.

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14

Sunday, February 6th 2011, 5:19pm

Die rituelle Jagd der Beijabar

Seit Sonnenuntergang liefen wir nach Westen. Der Morgen hatte uns den ersten Schnee ins Anduintal gebracht. Wir reisten nur mit leichtem Gepäck, denn wir waren auf der Jagd. Auf der Jagd nach Orks. Gegen Mitternacht sollten wir ihr Lager am Fuße einer Hügelkette erreichen. Dort würden wir uns mit unseren Freunden den Beijabar treffen. Gemeinsam wollten wir die dunkle Brut vom Boden Mittelerdes tilgen. Es war Regins erste rituelle Jagd. Vor zwei Tagen war der Sohn des Sippenführers Barnir nach seiner ersten Verwandlung in einen Bären in die Reihen der Krieger aufgenommen worden.

Mit Stolz trug ich den Wappenrock Dol Amroths, ein weißes Schiff auf blauem Grund. Ich hatte mich eingelaufen. Das Kettenhemd spürte ich kaum mehr. Mein Schwert hing an meiner Seite. Schild und Bogen trug ich auf dem Rücken. Mehr brauchte ich nicht, denn vor Sonnenaufgang wollten wir zurück im Dorf sein. Zwischendurch griff ich in meine Tasche um etwas Trockenfleisch oder Dörrobst herauszunehmen. Die Freunde hinter und neben mir, nahm ich kaum mehr wahr, bis mir Kalidor auf die Schulter klopfte. Er war stehen geblieben und zeigte nach Westen. Ich fiel aus meinen Gedanken zurück in die Wirklichkeit.

„Sieh, Menelcar. Rauch steigt auf. Das muss das Lager der Orks sein.“ Auch ich erkannte nun das wir unser Ziel erreicht hatten. Der Mond war zwar schon aufgegangen. Aber bis Mitternacht hatten wir noch fast zwei Stunden Zeit. Wir konnten uns mit der Lage vertraut machen und noch ein wenig ausruhen.

Wir näherten uns den Orks von Süden her, aus Richtung der Hügelkette. Die Beorninger würden von Norden, Osten und Westen kommen. Wir ließen uns am südlichen Fuß der Hügel nieder. In kleinen Gruppen erklommen wir die Erhöhung um die Orks zu beobachten.

Ich sah den Gegner um mehrere Feuer gelagert. Mittlerweile war Ruhe eingekehrt. Einige Wachen zogen ihre Runden. Sie schienen nicht wirklich mit einem Angriff zu rechnen.

Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Unter Kalidors Führung sollten sich Tarthalion, Darl und Nila um fliehende Orks kümmern. Niemand sollte unseren Waffen entkommen. Ich würde mich gemeinsam mit Broca, Skutilla, Wino und Yusuf um den Schutz und die Versorgung verwundeter Beorninger kümmern. Nach Möglichkeit wollten wir ohne Verluste das Schlachtfeld verlassen.

Kurz vor Mitternacht erklommen wir in breiter Front den Hügel. Das Lager lag ruhig im Sternenlicht, als der Ruf des Bären die Nacht zerriss. Wenige Sekunden später brach das Gemetzel los. Die Orks wussten kaum, wie ihnen geschah. Viele starben bevor sie aus dem Schlaf erwachten. Die Beijabar fielen über sie her wie ein Sturmwind. Doch man durfte sie nicht unterschätzen. Schnell sammelten sich die Orks um ihre Führer, die nun unbarmherzig zurück schlugen. Blut färbte den Schnee rot.

Dann versuchte eine Gruppe von zwölf Orks auszubrechen um ins Gebirge zu fliehen. Kalidor folgten ihnen mit seinen Leuten. Nach kurzer Zeit hatten sie die dunkle Brut gestellt. Ich sah noch wie des Söldners Äxte unter die Gegner fuhren, als ich selbst hinunter ins Kampfgetümmel lief. Ein Beorninger war am Fuß des Hügels schwer verwundet zu Boden gegangen. Wino begleitete mich, während Broca, Skutilla und Yusuf unsere Gegner unter Beschuss nahmen. Der Noldor kümmerte sich um den Beijabar, der sich bereits wieder zurück verwandelt hatte. Es war der junge Regin. Ich hielt Wino den Rücken frei, kämpfte Ork um Ork nieder. Bis er kam. Der Ork war größer und kräftiger als die anderen, und entschlossener. Ich sah es in seinen Augen. Schlag um Schlag fing ich ab. Hieb um Hieb teilte ich aus. Regin war noch immer nicht wieder auf den Beinen. Dann traf es mich wie ein Blitzschlag. Der Krummsäbel des Orks traf meinen Schild, riss ihn von meinem Arm und schnitt zwei Finger ab. Der Schmerz war unerträglich. Die Realität verschwamm vor meinen Augen. Der Orks grinste. Er wähnte sich am Ziel und holte zum letzten Schlag aus. Die Pfeile meiner Freunde verfehlten ihn. Ich spürte den Tod sich nähern. Ein Schrei entsprang meiner Kehle, schallte weithin durch die Nacht. „Für Dol Amroth“ All meine Kraft, all meine Zuversicht, all mein Glaube legte ich in diesen letzten Hieb. Mein Schwert durchbrach seine Deckung und streckte den Ork nieder. Auf zitternden Beinen stand ich über meinem Gegner.

Dann herrschte plötzlich Stille. Regin war geheilt und längst wieder in Bärengestalt verschwunden. Die anderen kamen den Hügel herunter. Kalidors Gruppe stieß vom Westen her wieder zu uns. Die Schlacht war vorbei. Wir waren alle am Leben. Noch einmal erscholl der Ruf des Bären in der Nacht. Ich spürte wie meine Beine unter mir nachgaben, bevor ich hinüber glitt in die Bewusstlosigkeit.

Als ich wieder erwachte, fühlte ich mich besser. Wino hatte meine Hand verbunden und mir neue Kraft gegeben. Kalidor hatte meine Finger gesucht und gefunden in der Hoffnung, das sie mir jemand würde annähen können. Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg ins Dorf um gemeinsam mit unseren Freunden den Sieg zu feiern.

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15

Monday, February 14th 2011, 10:51am

Neue Freunde

Die Gefährten waren endlich zurückgekehrt. Sie erwachten in ihren Betten im Gasthaus „Brandkessel“ im kleinen Ort Leet; im richtigen Leet, unzerstört und in der richtigen Zeit, dem Frühjahr 3016 des dritten Zeitalters.

Doch etwas hatte sich verändert. Skutilla, der Waldmensch, den sie in Bar-en-Tinnen kennen gelernt hatten, der ihnen in der Vergangenheit geholfen hatte, war nicht mit zurückgekehrt. Stattdessen lag ein Hobbit in des Waldläufers Bett, der sich den Freunden reichlich verwirrt als Peregril vorstellte. „Wasch dich erst einmal. Wir treffen uns unten beim Frühstück“, beruhigte ihn Kalidor.

Als der Halbling die Treppe hinunter in den Schankraum trat, saßen die Gefährten gemütlich am Tisch, aßen und unterhielten sich angeregt. Der angenehme Klang einer Laute verzauberte den Morgen. Vom Hunger getrieben zog sich Peregril einen Stuhl heran, griff nach Brot und Käse und bat den Wirt um einen Becher Tee. Während er genussvoll aß, wurde es plötzlich still am Tisch. Alle Blicke ruhten auf ihm. „Das ist Meister Peregril“ unterbrach Kalidor die Stille. „Er lag heute Morgen in Skutillas Bett. Vielleicht erzählt er uns ja wo er her kommt, wenn er seinen ersten Hunger gestillt hat.“ Die Freunde lachten. Auch der Hobbit schien sich jetzt wohler zu fühlen, als er seine Geschichte erzählte.

„Ich heiße Peregril. Meine Heimat ist das Auenland, genauer gesagt das Ostviertel. Als Waldläufer gehörte ich zu den Bütteln, die für Ruhe und Ordnung sorgen sollen. Eine viel zu leichte Aufgabe, da wo ich herkomme. Ich glaube ich bin hier, um euch mit meinem Wissen um den Wilden Wald, den die Elben den Rhow Tawar nennen, zu helfen. Zumindest hat mir das eine Stimme in meinem Traum gesagt. Skutilla ist zur Zeit auf dem Weg nach Dol Amroth. Er bringt euren Freunden Nachricht.

Der Rhow Tawar ist ein gefährlicher, unheimlicher Wald. Einst fand einer meiner Ahnen den Mut das Gebiet zu erkunden. Er war ein Waldläufer, wie ich, und sehr tapfer. Er hatte sich im Wilden Wald verlaufen, der von einem Labyrinth von Täler und Felsschluchten durchzogen ist. Dann stand er plötzlich vor einem großen Haus, das direkt an eine Felswand gebaut war. Nur seinem Geschick und seiner Gewandtheit hatte er es zu verdanken, so weit gekommen zu sein. Allerlei Fallen und böse Kreaturen versuchten ihn aufzuhalten. Aber ohne Erfolg. Mein Urahn beobachte das Haus lange Zeit. Nur wenige Menschen lebten dort, die aber etwas zu bewachen schienen. Irgendwann konnte er sehen, was sie bewachten. Einen Eingang, der in einem kleinen Teich verborgen lag. Er konnte auch beobachten, wie sie einen toten Mann, der ein Teil der Natur schien, hinab trugen unter die Erde. Dann wurde er entdeckt. Nur mit knapper Not entkam er dem Wilden Wald und seinen Bewohnern.

Die Geschichte wird in meiner Familie selten erzählt. Man ist nicht gerade stolz auf diesen Urahn. Mein Großvater lehrte mich die Geschichte, die nicht unwesentlich meine Liebe zum Wald und seinen Bewohnern beflügelt hat.“

Nach dem er geendet hatte, goss sich Peregril Tee nach und biss herzhaft in ein Brot. Das Erzählen hatte ihn hungrig gemacht. Und jemand anderen hatte es neugierig gemacht. Die Laute war verstummt. Die Grauelbin blickte gebannt zum Tisch der Freunde hinüber. Dann kam sie herüber.

„Man nennt mich AraGondrafn, was in eurer Sprache Rubin bedeutet. Darf ich mich setzen?“

„Sehr gern“, erwiderte Menelcar mit einem Lächeln. Die Sindar war schön, wie es ihrem Volk zu Eigen ist.

Kalidor reichte ihr einen Becher Tee, den Rubin mit Dank nahm.

„Entschuldigt bitte. Ich lauschte der Geschichte des Halblings. Der Wald ist auch in meinem Volk bekannt. Doch er wird gemieden. Denn die Dunkelheit ist stark im Rhow Tawar. Ich würde euch gerne begleiten und mit meinen Fähigkeiten unterstützen.“ Mit diesen Worten griff sie nach ihrer Laute. Sie spielte ein ruhiges Lied, das Freude und Stärke in die Herzen der Freunde legte, die froh waren Rubin zu ihren Gefährten zu zählen.

Nach dem Frühstück besorgten sie Pferde und Proviant für ihre Reise in den Norden. Ein schöner Tag sah die Gefährten bald darauf Leet durch das nordwestliche Tor verlassen…

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Tuesday, February 22nd 2011, 7:22am

Trolle, Trolle

Nach zwei Tagen erreichten die Gefährten die große Oststraße. Nach kurzer Rast überquerten sie die alte Handelsstraße in Richtung Norden entlang der Ausläufer des Nebelgebirges. Nach fünf weiteren Tagen kam der Rhow Tawar, der Wilde Wald zwei Stunden vor Sonnenuntergang in Sicht. Nun musste ein Ort für die Pferde gefunden werden an dem die Freunde ihr Nachtlager aufschlagen wollten. Nach kurzer Zeit entdeckte Peregril ein schmales Tal im Vorgebirge, das Wasser und Nahrung für die Tiere bot. In der Abenddämmerung errichteten sie ihr Lager.

Während die anderen ein Feuer entfachten und die Pferde versorgten, durchkämmte Kalidor den geborgenen Ort, einem beunruhigenden Gefühl folgend. Und er entdeckte tatsächlich eine Spur, die hinauf in die Berge führte. Er folgte ihr ein paar Minuten, bis die Dunkelheit ihn zwang umzukehren. Der Söldner erzählte den anderen von seiner Entdeckung. Die Freunde beschlossen der Spur nachzugehen. Wino und Darl erklärten sich bereit die Aufgabe zu übernehmen. Dem Elben und dem Khazad machte die Nacht wenig aus, waren sie es doch gewohnt auch in der Dunkelheit ihren Weg zu finden.

Die beiden ungleichen Freunde folgten der Fährte schon über eine Stunde, als sie Geräusche, tief und dunkel, vernahmen. Schon bald war ihnen klar, das sie Stimmen hörten. Jemand unterhielt sich in einer fremden Sprache. Wino gab Darl ein Zeichen zurückzubleiben. Der Noldo schlich den Stimmen entgegen. Schon nach kurzer Zeit erreichte er einen Felsvorsprung hinter dem er Einblick in eine Höhle nehmen konnte. Für einen Moment blieb dem Elb die Luft weg. Dort saßen drei Bergtrolle in ein Gespräch vertieft. Wino musste zurück, um die anderen zu warnen. Dieser Gefahr konnten sie sich nur gemeinsam stellen. Und sie mussten es tun, bevor die Trolle sie entdeckten oder gar im Schlaf überraschten. Vorsichtig drehte Wino sich um. Doch als er gerade begann einen Fuß leise vor den anderen zu setzen, passierte es. Der Noldo tritt fehl und kam ins Rutschen. Das Geräusch durch schnitt die Nacht. Die Bergtrolle waren verstummt. Wino lief los. Nun war eh alles egal. Als er Darl erreichte, riss er den Zwerg mit sich. Nur schnell hinab ins Tal in die Sicherheit des Feuers und der Gefährten. Die Trolle folgten ihnen.

Die Freunde warteten ungeduldig auf die Rückkehr von Elb und Zwerg. Kalidor behielt den Weg im Auge. Der Mond erhellte längst die Nacht. Das Essen roch verlockend. Doch irgendetwas beunruhigte den Söldner. Und dann konnte er erkennen, was es war. Eine Staubwolke kam rasch näher.

„Menelcar, Tarthalion Achtung!“ rief er hinter sich ins Lager während er seine Axt zog. „Sie kommen und sie sind nicht allein“. Tarthalion ergriff Schwert und Schild und stürmte zu Kalidor. Auch die anderen ergriffen ihre Waffen, nahmen Deckung außerhalb des Feuerscheins. Menelcar und Nila rannten zu den Pferden.

Dann hörten sie Darls Stimme. „Trolle sind uns auf den Fersen!“ Dann waren sie im Tal angelangt. Darl bezog direkt am Weg Stellung, während Wino weiter nach hinten rannte. Peregril fasste seinen Bogen, Sibroc konzentrierte sich auf seine Zauber. Über allem lag die Stimme Rubins und die Melodie ihrer Laute. Ein Lied von Tapferkeit und Mut drang in die Herzen der Gefährten, als sie die Bergtrolle als große dunkle Schatten in der Nacht wahrnahmen.

Noch bevor die Freunde etwas tun konnten flogen Felsbrocken durch die Luft. Doch verfehlten sie ihr Ziel. Nun brachen die beiden ersten Trolle ins Tal. Tarthalion, Kalidor und Darl empfingen sie. Ein heftiger Kampf entbrannte. Plötzlich flog ein Feuerball durch die Dunkelheit und traf den dritten Troll noch bevor er den Fuß des Berges erreicht hatte. Nun griff auch Rubin zu ihrem Bogen. Gemeinsam mit Peregril nahm sie die Gegner unter Feuer. Doch ihre Pfeile schienen nutzlos zu sein. Als Tarthalion schwer am Oberschenkel getroffen wurde, stürmten auch Menelcar und Nila auf die Trolle zu.

Der heftige Kampf tobte nur kurze Zeit. Nun zahlte es sich aus, das die Gefährten schon so lange zusammen unterwegs waren. Sie waren auch im Kampf gut aufeinander eingespielt. Und so hatten die Trolle am Ende keine Chance. Zwei lagen nieder gestreckt am Boden. Der dritte floh brennend in die Berge.

Rasch lief Wino zu Tarthalion um sich dessen Wunde anzuschauen. Der Oberschenkel war gebrochen, ein offener gesplitterter Bruch. Der Elb schien etwas hilflos. Die Blutung ließ sich schnell stoppen. Aber der Bruch machte ihm Sorgen. Dann legte Menelcar seinem Gefährten die gesegnete Hand auf. Die Knochensplitter zogen sich wieder zusammen. Wino schiente das Bein und flößte seinem Freund Kraft ein. Danach teilten die Gefährten die Wachen ein und schliefen ruhig und fest für den Rest der Nacht.

Am nächsten Morgen brachen die Freunde rasch auf. Nach einer Stunde erreichten sie den Rhow Tawar. Der dunkle Wald schien undurchdringlich. Kein Weg führte hinein. Kalidor begann sich langsam und mühevoll einen Weg zu bahnen. Seinem Instinkt folgend benutzte er dabei keine Waffe. Die Gefährten folgten ihm. Die Pferde blieben zurück.

Nur schummriges Licht drang durch das Blätterdach. Es gab nur wenige natürliche Pfade und Wildwechsel. Perigril kletterte auf einen Baum. Er entdeckte in der Mitte des Waldes eine Vertiefung, vielleicht ein Tal. Die Gefährten versuchten darauf zuzuhalten. Der Wald zwang sie zu Umwegen. Sie kamen nur sehr langsam voran. Sie schienen aus tausend Augen beobachtet zu werden.

Gegen Abend fanden sie einen Zugang zur Mitte des Waldes, ein tief eingeschnittenes Tal. Zwischen den Wurzel eines umgestürzten Baumes schlugen sie ihr Nachtlager auf. Am nächsten Morgen würden sie ihrem Ziel hoffentlich näher kommen. Der Rhow Tawar schien sie gewähren zu lassen. Noch hatte er nicht begonnen sich zu verteidigen. Die Gefährten fielen in einen unruhigen Schlaf...

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Tuesday, March 15th 2011, 12:03am

Im Rhow Tawar- ein nächtlicher Gast

...kurz vor Mitternacht hatte es zu nieseln begonnen. Darl, der gerade die Wache übernommen hatte, fluchte leise vor sich hin. Er würde langsam bis auf die Knochen nass werden. Die Geräusche der Nacht wirkten beruhigend auf den Zwerg. Eine Gefahr würde er rechtzeitig bemerken. Seine Waffe lag vor ihm auf seinen Knien. Seine Augen versuchten die Dunkelheit zu durchdringen.

Dann plötzlich ein Knacken. Darl umfasste den Stil seiner Axt fester. Dann stand er langsam auf. Das Geräusch kam aus Richtung des Weges, den sie tagsüber ein Stück weit gegangen waren. Jetzt kam das Knacken schnell und regelmäßig näher. Jemand stürmte auf das Lager zu. Er musste das Feuer entdeckt haben.


„Aufwachen! Feinde!“ brüllte der Zwerg durch die Nacht, bereit dem ungebetenen Gast zu empfangen. Die Gefährten erwachten und griffen zu den Waffen.

„Bitte, bewahrt Ruhe. Ich will euch nichts Böses!“ klang es atemlos zwischen den Bäumen zu ihnen hinüber.

Dann sahen sie ihren Feind. Ein Zwerg trat in das schwache Licht des Lagerfeuers, gerüstet in Kette, den Kriegshammer fest in der Hand.

„Aule sei Dank. Ich bin nicht mehr allein“ fielen ihm die Worte aus dem Mund.

„Habt ihr etwas zu Trinken und zu Essen für mich?“ Der Unbekannte wartete nicht auf Antwort. Er drängte sich an Darl vorbei und setzte sich ans Feuer. Verblüfft schauten ihn die Freunde an. Der Khazad griff nach einer Flasche und den Resten des Abendessens. Am Feuer sitzend begann er zu essen.


„Vielleicht sagst Du uns erst einmal wer du bist, bevor du dich an unseren Vorräten gütlich hältst,“ lässt sich Kalidor vernehmen.

„Entschuldigt bitte. Aber ich bin den halben Tag und die halbe Nacht gelaufen. Immer auf der Flucht ohne wirklich zu wissen wovor.“

Die Gefährten setzten sich ans Feuer. Nervös behielten sie den Fremden im Auge.


„Man nennt mich Borgin. Ich komme aus den Blauen Bergen im äußersten Westen“, beginnt der Khazad seine Geschichte.

„Aufgebrochen sind wir zu sechst, auf der Suche nach einem sagenumwobenen alten Schatz unseres Volkes, der hier in diesem verfluchten Wald verborgen sein sollte. Bis jetzt haben wir ihn noch nicht gefunden. Doch meine Gefährten sind alle tot, verschwunden in der Nacht. Der letzte wurde gestern Nachmittag von wilden Pflanzen getötet. Glaubt mir, hier sind nicht nur die Tiere gefährlich. Die Pflanzen und Bäume selbst dulden keine Eindringlinge. Eigentlich wollte ich nur noch hier heraus. Doch jetzt habe ich euch gefunden. Was immer ihr hier sucht, lasst mich mitkommen. Vielleicht finde ich doch noch den Schatz meiner Väter. Meine Waffe ist gut und mein Arm stark. Ich kann euch nützlich sein.“


Borgin nahm noch einen Schluck aus der Flasche. Der Zwerg sah die anderen erwartungsvoll an.

„Also gut“ stimmte der Kalidor zu und die Gefährten nickten. „Dein starker Arm kann uns sicherlich nützen. Doch nun lasst uns noch etwas schlafen.“


Schon bald war wieder Ruhe eingekehrt im Lager. Bis der Tag langsam über die Baumwipfel herauf zog. Doch da waren die Freunde schon wieder unterwegs, tiefer in den Rhow Tawar hinein...

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18

Saturday, March 19th 2011, 3:49pm

Im Rhow Tawar- ein Dunländer schließt sich an

...Im Morgengrauen hatte es zu regnen aufgehört. Die Gefährten gingen zurück in Richtung auf den geheimnisvollen Weg, dem sie bis zum Eingang des Tales folgen wollten, an dessen Ende sie die alte Hütte und auch den dunklen Lebensborn vermuteten, wovon ihnen der Hobbit Peregril erzählt hatte.

Plötzlich blieb Kalidor, der die Gruppe führte, stehen. Er gebot den anderen ruhig zu sein. Der erfahrene Söldner lauschte. Jetzt war es deutlich zu hören. Ein verzweifeltes Schluchzen drang vom Weg an ihre Ohren. Vorsichtig, die Waffe gezogen, schlich Kalidor weiter. Er schob die Zweige auseinander. Sein Blick fiel auf einen jungen Mann, der Kleidung nach zu urteilen ein Dunländer, der verzweifelt auf dichtes Buschwerk einschlug. Tränen liefen dem Jungen übers Gesicht. Dann erkannte der Söldner, warum der Krieger panisch auf das Strauchwerk ein drosch. Sein Pferd lag zwischen den Blättern, halb gefressen vom unheimlichen Grün. Die Freunde waren nachgerückt. Kalidor trat auf den Weg ins Freie, langsam und mit Bedacht.

„Du solltest damit aufhören“ beruhigte er den Fremden. „Dein Pferd ist tot“. Der Junge hielt in der Bewegung inne. Er mochte höchstens 17 Jahre alt sein. „Sag mir deinen Namen“ forderte ihn Kalidor auf. „Tonda“ fiel ihm kraftlos aus dem Mund. „Was machst du hier?“ fragte der Söldner ruhig weiter. „Mein Pferd scheute“ begann der Junge, gefasster nun, zu erzählen. „Draußen in der Nähe dieses verfluchten Waldes stießen wir auf Wölfe. Erol, so hieß mein Pferd, warf mich ab und floh in den Rhow Tawar. Bevor ich ihn finden konnte, ging er dieser heimtückischen Pflanze in die Falle. Ich kam zu spät.“

Während der Dunländer sprach, traten die Freunde auf den Weg. Nila trat heran und sprach weiter mit dem Jungen. „Das alles wegen eines Pferdes“ murmelte Borgin in seinen Bart. „Lasst uns weitergehen“ warf Darl ein. Der Khazad brannte vor Neugierde auf den sagenhaften Schatz seiner Vorväter, der vielleicht hier im Tal zu finden sein würde. Zu mindestens hatte Borgin davon gesprochen. Kalidor übernahm wieder die Führung. Die anderen folgten. „Komm mit. Schließe dich uns an“ ermunterte Nila Tonda. „Warum nicht!“ antwortete der Dunländer, nahm sein Gepäck auf und hatte seine neuen Freunde bald eingeholt.

Nach einer Stunde erreichten die Gefährten den Eingang zum Tal. Der Anblick war atemberaubend. Zwischen steilen dicht bewaldeten Felshängen erstreckte sich eine weite lang gezogene Ebene, bewachsen mit Gräsern, Sträuchern und vereinzelten Bäumen. Die Freunde begannen den Abstieg, der jäh endete, als Borgin Kalidor am Arm zurückhielt. „Geh nicht weiter!“. Der Zwerg wies auf den Boden vor ihnen. „Solche Pflanzen haben gestern meinen Gefährten getötet!“ Ungläubig starrte die Gruppe auf das harmlos aussehende Rankengewächs. Dann wand sich plötzlich ein Ast um Kalidors Fuß...

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19

Monday, March 28th 2011, 7:23am

Im Rhow Tawar- im Tal des Todes

...ein schneller Hieb mit der Axt und Kalidors Fuß war wieder frei. Doch das Rankengewächs griff rasch nach. Schnell sprang der Söldner ein paar Schritte zurück. „Verdammt“ fluchte er. Wino, der Noldo, schob sich an Kalidor vorbei. „Lass mich das machen!“ Der Elb murmelte ein paar Worte, streckte die Arme vor und zwang die Ranken auseinander. Ein Weg bildete sich vor seinen Füßen. Er ging auf die andere Seite. „Kommt nur“, forderte er seine Gefährten auf. „Sie können euch nichts tun. Aber beeilt euch!“ Während die Freunde Wino rasch folgten, bäumten sich die Pflanzen auf, versuchten auf den Weg zu gelangen. Doch vergebens. Als der Elb seine Macht fallen ließ, fielen die Pflanzen über sich selbst her. Die Gruppe ging tiefer hinein in das breite Tal, das nur spärlich bewachsen war. Niederes Buschwerk, dichtes Gras und ein paar Bäume so weit das Auge reichte.

Die Gefährten waren noch nicht lange unterwegs, als den scharfen Augen des Söldners, der wieder die Führung übernommen hatte, etwas Blitzendes und Blinkendes in der Sonne auffiel, keine 200 Meter rechts von ihnen. Während Kalidor in die Richtung ging, warteten die anderen. Nur Borgin folgte dem Söldner. Schon bald hatten sie gefunden, wonach sie suchten. Teile einer Plattenrüstung glänzten matt im Sonnenlicht. Dazwischen lagen überall Knochen, alt und ausgeblichen. Kalidor winkte die Freunde heran. Borgin hatte die Rüstung als zwergisch identifiziert. Und auch Wino, der sich die Knochenfunde angesehen hatte, kam zu dem selben Schluss. Hatten sie die legendäre Gruppe von Khazad gefunden, die einst aus ihrer Heimat flohen, um Artefakte ihres Clans in Sicherheit zu bringen? Doch woran waren sie gestorben? Die weitere Untersuchung des Noldo brachte es ans Licht. Die Zwerge waren durch Speere und Pfeile, nicht aber Pflanzen, gestorben. Das hieß also, sie waren Opfer der Verwilderten geworden, jenes Waldmenschenstammes, der im und mit dem Rhow Tawar lebte. Doch wo waren die Artefakte? Hatten die Verwilderten Verwendung dafür oder waren sie irgendwo auf dem Schlachtfeld liegen geblieben?

Die Gruppe ging aufmerksam weiter über das Gebeinfeld. Überall stießen sie auf Überreste von Knochen, Rüstungen und Waffen. Wie viele Zwerge waren hier nur gestorben? Plötzlich entdeckte Borgin etwas, fast völlig überwachsen von Gräsern und Strauchwerk. Mit geschickten Handgriffen hatte der Khazad bald eine stabile Bronzekiste freigelegt. Aufgeregt knackte er das Schloss. Er nahm ein Paar Arm- und Beinschienen und einen vergoldeten Stirnreif heraus. Er spürte, das er etwas sehr altes seiner Ahnen in den Händen hielt. Dennoch wußte er nicht genau, welche mögliche Macht in den Artefakte lag. Neugierig war Darl näher getreten. „Lass Wino einen Blick auf die Gegenstände werfen“, gab er Borgin zu verstehen. „Er kann uns sicher sagen, welche Macht in den Dingen ruht. Wenn überhaupt. Sie sehen nicht sehr wertvoll aus.“ „Dem Elb Zwergengut in die Hände geben! Bist du irre!“ erwiderte der Finder. „Stell dich nicht so an. Der Noldo hat uns schon oft geholfen. Er ist nicht wie die anderen von seinem Volk.“ Damit nahm Darl dem überraschten Borgin die Gegenstände aus den Händen und bat Wino sie zu untersuchen. Der Elb nahm die Artefakte einzeln in seine Hände. Schon bald spürte er eine ungewöhnliche fremde Machtfülle, die ihn durchströmte. Er konnte diese fremde, zwergische Magie nicht genau identifizieren. Er war sich aber sicher, das jeder dieser Gegenstände allein schon mächtig war, doch zusammen waren sie weitaus mächtiger. Darl schüttelte nur den Kopf. „Mehr kannst du nicht darüber sagen?“ Der Zwerg wirkte enttäuscht. Entschlossen und ohne den Finder zu fragen, streifte er die Gegenstände über. Als er den Stirnreif aufsetzte, erstarrte der Khazad für unzählige Minuten. Dann schüttelte er sich und nahm den Stirnreif wieder ab. „Und, hast du etwas gesehen?“ wollte Borgin wissen. „Nur eine Vision, von der Erschaffung unseres Volkes. Nichts besonderes“, entgegnete Darl unwirsch, steckte den Stirnreif ein und ging weiter, den anderen hinterher, die bereits einige Meter voraus waren. Borgin schüttelte den Kopf. „Er hat nicht einmal gefragt, ob er die Artefakte tragen darf.“ Dann folgte auch er.

Die Gefährten hielten auf das Birkenwäldchen zu, das das Ende des Tales zu kennzeichnen schien. Doch zuvor kamen sie an einer Reihe von Trauerweiden vorbei, die rechts und links den Weg säumten. Unter einer von ihnen entdeckte Borgin etwas. Als er vorsichtig näher heran schritt, erkannte er die Überreste eines Zwerges, der an den Stamm der Trauerweide gelehnt saß. Das Kettenhemd war an den Schultern aufgerissen. Schild und Kriegshammer hielt er noch immer in den knochigen Händen, die in seinen Schoß gefallen waren. Wie lange mochte er dort schon sitzen? Als Borgin auf den toten Khazad zugehen wollte, hielt ihn Kalidor an der Schulter zurück. „Wir sollten vorsichtig sein“ mahnte er den Zwerg. „Sieh nur. Er hat keine offensichtlichen Wunden. Nur an den Schultern.“ Borgin nahm seinen Kriegshammer fester. „Du hast Recht. Aber ich muss ihn mir anschauen. So viele meines Volkes bleichen in diesem schrecklichen Tal in der Sonne.“ Dann schritt er auf die Trauerweide zu, von Kalidor begleitet. Dann ging alles blitzschnell. Die Äste schlugen nach den beiden. Während der Zwerg den Schlägen ausweichen konnte und sich etwas zurückzog, hatte ein Ast den Söldner gepackt und hielt ihn fest. Als die anderen heranstürmen wollten, hielt Kalidor sie zurück: „Wartet. Kommt nicht näher. Ich komme hier schon wieder heraus.“ Wino konzentrierte sich. Fremde Worte drangen über seine Lippen. Seine Hände griffen in Richtung des Baumes, Schweiß trat auf seine Stirn. Aber er konnte den Geist der Trauerweide nicht bezwingen...

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20

Monday, March 28th 2011, 10:45am

Im Rhow Tawar- die Hütte am See

…Als der Noldo den Zauber fallen lassen musste, erklang Rubins herrliche Stimme, begleitet von den Klängen ihrer Laute, weit über das Tal. Mensch und Zwerg und Baum beruhigten sich. Borgin nutzte seine Chance, sprang vor bis zum Stamm der Trauerweide und zog den toten Khazad aus der Reichweite des Baumes. Auch Kalidor war nun wieder frei. Die elbische Musik verklang.

Inzwischen untersuchte Borgin den Toten seines Volkes sorgsam und mit dem gebotenen Respekt. Die Trauerweide schien ihn einst tatsächlich an den Schultern gepackt und dann das Genick gebrochen zu haben. Der Zwerg war dann am Baumstamm zusammengesackt. Das Skelett wurde nur noch vom Kettenhemd zusammengehalten. Die Kleidung war längst zerfallen, selbst Gürtel, Schild und Stiefel waren nicht mehr zu gebrauchen. Dem Kriegshammer allerdings schien die Witterung der Jahre nichts ausgemacht zu haben. Er schmiegte sich leicht und sicher in Borgins Hand. Der Zwerg fand auch noch einen unscheinbaren silbernen Ring, der unversehrt schien. Als er den Ring an den Finger steckte bemerkte er flammende Runen, die sich zu dem Wort „Flammenburg“ formten und bald wieder verschwanden. Borgin sprach vorerst mit niemandem von seinem Fund. Auch Darl erzählte er nichts, sonst würde er die Artefakte wieder für sich fordern. Den Kriegshammer hatte er gegen seine eigene Waffe eingetauscht.

Der Tag war schon weit fortgeschritten, als die Gefährten endlich das Birkenwäldchen erreichten. Es war angenehm kühl. Ein Tosen drang von weiter vorne an ihre Ohren, das bald lauter wurde. Und schließlich endete das Wäldchen. Die Freunde standen vor einer fast zehn Meter breiten Schlucht. Ein Wasserfall stürzte rechts von den steilen Berghängen hinab in das fünfzehn Meter tiefer gelegenen Flussbett. Ein Baumstamm war als Brücke über die Schlucht gelegt worden. Auf der anderen Seite wurde das Tal noch schmaler und stieg steil an. Zügig überquerten die Freunde die Schlucht ohne Zwischenfälle. Bisher hatten sie die Verwilderten nicht angegriffen. Man schien sie gehen zu lassen. Das Gefühl in eine Falle zu laufen, beschlich die Gefährten und ließ sie nicht mehr los.

Als sie den Weg auf der anderen Seite erklommen hatten, blickten die Freunde hinab auf einen dunklen See, der den Boden eines Talkessels fast ganz bedeckte. An eine der Felswände schmiegte sich ein Blockhaus. Nur ein schmaler Pfad führte hinab, um den See herum und endete vorm Haus. Erste Schatten fielen in das Tal, als die Gefährten beschlossen in der Hütte Unterkunft für die Nacht zu suchen. Sollten die Freunde am Ziel sein? Ruhte hier der Wilde König?...

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21

Thursday, March 31st 2011, 7:49am

Im Rhow Tawar- Gastfreundschaft

...Der See durch maß mehrere Meter. Während die Freunde den Pfad entlang auf die Hütte zu gingen, erinnerte sich Wino an die Verse eines Moriquendi, eines Dunkelelfen der nie das Licht Valinors gesehen hatte. In seinen Werken, hauptsächlich Schau- und Singspiele, versuchte er die Elben und Menschen ständig wach zu rütteln und für die Ungerechtigkeiten in Mittelerde zu interessieren. Seine Gedichte aber waren voller Poesie und Liebe zur Natur und den Geschöpfen Illuvatars. Wie waren die Zeilen doch gleich, die hier so passend waren? „Ja“ murmelte der Noldo und er lächelte als er sprach:

„Ein kleines Haus unter Bäumen am See. Rauch steigt auf. Fehlte er, wie trostlos dann wären Haus, Bäume und See.“

„Was soll das?“ brummte Darl. „Wie kannst Du jetzt an Verse denken?! Schau dir doch die trübe Gegend einmal an. Der dunkle düstere See. Kaum Baum- und Grasbewuchs, außer am Eingang und beim Haus. Mir kommt es hier vor, wie ein großes in die Erde geschlagenes Loch. Finster und Kalt.“ Der Zwerg schüttelte den Kopf.

Das Haus selber glich eher einer Festung. Gebaut aus ganzen Baumstämmen, bestand die kleine Anlage aus einem Hauptgebäude mit Giebeldach und zwei seitlichen Nebengebäuden mit Flachdächern, die direkt bis an den Felsen reichten. Das Haus selber wirkte noch recht anheimelnd. Der Eingang und zwei Fenster, die verschlossen waren, lagen nach vorne zum See hin. Rosenbüsche wuchsen davor. Die Nebengebäude waren fensterlos. Wilder Efeu oder wilder Wein wuchsen daran. Das Haus wirkte unbewohnt. Doch stieg Rauch aus dem Kamin auf. Also musste jemand zu Hause sein.

Die Gefährten hatten keine Wahl. Wenn sie die Nacht nicht im freien verbringen wollten, mussten sie um Unterkunft bitten. Obwohl Nila nicht recht glaubte, das sie im Inneren in Sicherheit waren. Die junge Dunländerin hatte versucht auf das Dach eines der Nebengebäude zu gelangen, war aber vom wilden Efeu daran gehindert worden.

Kalidor ergriff die Initiative und klopfte an die Tür. Nichts rührte sich. Wino vernahm mit seinen magisch geschärften Sinnen einen rasenden Herzschlag auf der anderen Seite.

„Jemand hat große Angst vor uns“ flüsterte er dem Söldner zu. Kalidor klopfte erneut.
„Bitte öffnet uns. Wir sind lediglich Wanderer, die ein Unterkommen für die Nacht suchen.“ Leise Schritte wurden hörbar. Dann wurde die Tür einen spaltbreit geöffnet. Das Gesicht einer nicht mehr ganz jungen Frau erschien im Türrahmen. „Ja?“ fragte sie mit leicht zitternder Stimme.
Wino flüsterte neben Kalidor: „Pass auf. Sie ist bewaffnet.“ Der Söldner zeigte mit keiner Mine, ob er den Noldo verstanden hatte.
„Meine Freunde und ich suchen ein Bett und etwas zu essen. Wir haben uns hoffnungslos verlaufen; und sind hier auf euer Haus gestoßen.“ Die Frau blieb misstrauisch.
„Wir können auch dafür bezahlen“ meldete sich Borgin zu Wort. „Vier Goldstücke.“

Das Geld schien das Herz der Frau zu erweichen. Noch immer vorsichtig und zögernd öffnete sie die Tür ganz. In ihrer rechten Hand hielt sie eine schwere, einen halben Meter lange, Eisenstange. Die Waffe zeigte in Richtung Boden.
„Tretet ein Fremde. Seit für diese Nacht Gäste in Ulyavannas Haus.“

Die Gefährten traten in eine Art Vorraum, den eine schwere Decke nach Innen abschloß. „Legt nur Euer Gepäck und Eure Waffen nieder“ forderte sie die Freunde auf. „Später zeige ich Euch die Schlafräume.“ Die Frau schaute den Zwerg an und hielt ihm die Hand hin. Borgin gab ihr das versprochene Gold.
„Nun folgt mir hinein“ bat sie ihre Gäste.

Die Gruppe betrat nun einen großen Raum, in dessen Mitte ein großer Holztisch stand, an dessen Kopfenden Stühle standen. Bänke flankierten die Seiten. Ein Feuer brannte im offenen Kamin. Tierfelle zierten Wände und Boden. Einige Kübelpflanzen verstärkten das heimelige Gefühl. Vier Fenster gaben den Blick in einen Innenhof frei, der durch eine Tür gegenüber dem Eingang betreten werden konnte. Ein kleiner Teich lag im Innenhof unter uralten Bäumen. Der Eindruck, den das Haus jetzt auf die Freunde machte, war ein ganz anderer. Sie fühlten sich wohl und geborgen, wenn auch nicht unbedingt sicher.


„Setzt Euch bitte“ forderte sie die Frau auf, die jetzt ruhiger und selbstsicherer war. „Ich hole Euch etwas zu trinken.“
„Ulyavanna, bringt bitte auch etwas Wasser mit“ bat Rubin.
„Ich bin nicht Ulyavanna. Die Herrin ist nicht zu Hause. Nennt mich Imor. Das Wasser bringe ich gerne.“
Dann verschwand die Dienerin im Innenhof.

Kurze Zeit später brachte Imor Bier, Wein und Wasser. Sie stellte Becher auf den Tisch und goss jedem nach Wunsch ein.
„Danke“ ließ sich Nila vernehmen. „Eure Herrin führt ein schönes Haus hier mitten in der Abgeschiedenheit der Wildnis“.
Imor erwiderte nichts.
„Ihr seit allein? Wo sind die anderen? Wir haben Spuren gesehen, die hier her führten.“
„Es ist niemand da, außer mir“ antwortete die Dienerin. „Ihr müsst Euch irren. Ich werde Euch gleich etwas zu Essen bringen.“
Dann ging Imor wieder hinaus.

„Nein, wir haben uns ganz sicher nicht geirrt“ sagte die Dunländerin zu ihren Gefährten.
„Du hast Recht“ antwortete Borgin. „Irgendetwas stimmt hier nicht.“
„Lasst uns vorsichtig sein“ stimmte Kalidor zu.
„Vielleicht können wir uns später, in der Nacht, ein bisschen umschauen“ erwiderte Broca. „Doch jetzt sollten wir erst einmal essen. Ich fühle mich regelrecht ausgemergelt“.
„Da hast du Recht“ antwortete Peregril.
Die anderen schmunzelten. Doch sie konnten die Hobbits gut verstehen. Auch sie hatten Hunger. In diesem Augenblick kam auch schon Imor und brachte eine große Platte mit herrlich duftendem Braten. Sie reichte noch Brot, Käse und Obst dazu. Dann schenkte Imor ihren Gästen nach...

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22

Saturday, April 2nd 2011, 6:33pm

Im Rhow Tawar- ein Kind im Mondlicht

...Plötzlich schlug Broca die Augen auf. Ein Geräusch hatte ihn geweckt. Doch was war passiert? Wo war er? Während der Hobbit in die Stille hinein lauschte, viel es ihm wieder ein. Sie hatten das Haus im Tal erreicht. Imor hatte ihnen zu Essen und zu Trinken gegeben. Später führte sie die Gruppe dann über den Innenhof zum linken Nebengebäude, in dem die Gästezimmer lagen. Broca hatte es sich bald auf dem Bett gemütlich gemacht, nur um gleich darauf ein zu schlafen. Er lag auf dem Lager unterm Fenster. Ein schwerer Vorhang hielt das Mondlicht zurück.

Im Zimmer war alles ruhig. Der Hobbit hörte seine Gefährten atmen; einer der Zwerge schnarchte. Jetzt hörte Broca leise Stimmen. Zwei Personen unterhielten sich im Innenhof. Obwohl sich er sich nicht bewegte, konnte der Halbling kein Wort verstehen.Vorsichtig erhob er sich, schob den Vorhang ein Stück beiseite und blickte hinaus. Imor unterhielt sich mit einem Kind, das im Teich badete. Die Szene war im Mondlicht gut zu erkennen.

Auch Kalidor war erwacht. Der Söldner sah, wie der Hobbit den Vorhang zurück gleiten ließ, auf stand um zur Tür zu gehen. Sein Instinkt warnte Kalidor.
„Broca, was ist los? Wohin willst du?“ flüsterte er eindringlich.
Der Halbling wandte sich nicht einmal um. Leise öffnete er die Tür, trat hinaus ins Freie. Kalidor sprang aus dem Bett und versuchte den Hobbit aufzuhalten. Doch er war zu langsam. Schnell folgte er Broca. Dann blickte er in das Gesicht eines Kindes. „Ertappt“ dachte er nur, blieb einen Augenblick stehen bevor er auf den Teich in der Mitte des Innenhofes zuging.


Jetzt schnellte auch Borgin von seiner Lagerstatt. Der Zwerg hatte bemerkt wie seine beiden Gefährten den Raum verlassen hatten. Die Gefahr ahnend, griff er nach seinem Kriegshammer und stürmte ins Freie. Borgin sah noch wie Imor im Hauptgebäude verschwand. Dann spürte er, wie jemand nach seinem Geist griff. Er hörte den stummen Befehl „Fang!“. Doch dazu kam es nicht. Die Kraft der ewigen Flamme durchströmte ihn. Eine Kleinigkeit flog an ihm vorbei. Aber Broca und Kalidor hatten weniger Glück. Etwas, vielleicht eine Pflanze, begann die beiden zu überwuchern. Wo waren die anderen? Warum kam keiner, um zu helfen. Borgin brüllte, als sollte selbst Aule, der Schöpfer, ihn hören. Er bemerkte noch, wie die Gefährten aus ihren Zimmern brachen.

„Flammenburg!“ schrie der Zwerg in die Nacht. Ein kaltes Feuer nahm von seinem Körper Besitz, während um ihn herum prasselnde Flammen in den Himmel schossen. Borgin rannte auf das Kind im Teich zu, das sich mittlerweile zu seiner wahren Größe erhoben hatte. Es schien aus reinem Wasser zu bestehen. Das Elementar versuchte die Freunde zu ersäufen. Doch Borgin war schneller. Noch bevor er Nahe genug heran war, warf der Khazad seinen Kriegshammer mit aller Kraft und traf. Gleichzeitig hatte er den Rand des Teiches erreicht. Während der Hammer zurück in seine Hand schnellte, schien es, als kämpften die Elemente Feuer und Wasser miteinander.

Dann war plötzlich alles vorbei. Das Feuer hatte den Sieg errungen. Das Wasser war verdampft. Das Kind verschwunden. Die Flammenburg brach in sich zusammen. Zurück blieben die verwirrten Gefährten und ein Loch im Boden, an dessen Grund eine Falltür erkennbar war. Vielleicht kamen sie jetzt ihrem Ziel näher, endlich den Mor minno Cuil, den dunklen Lebensborn zu finden und die Wiedergeburt des Wilden Königs zu verhindern...

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23

Monday, April 11th 2011, 11:11pm

Im Rhow Tawar- der Tod des Wilden Königs

...die Gefährten hatten es tatsächlich geschafft. Sie waren in das geheime Tal eingedrungen, hatten den dunklen Lebensborn gefunden, in dem der Wilde König neu erstehen würde.

Nun standen sie tief unter der Erde an seinem von Pflanzen überwucherten, geöffneten Grab. Das Amulett lag auf der Brust des Schemen, in dem die Freunde Celgor Schwarzfaust und den Wilden König erkannten. Kalidor zögerte nicht lange. Er hob seine Axt, schlug auf das Artefakt ein, das in vier Teile zerbrach. Der Wilde König zerfiel.Dann wurde es still. Das Licht der Laternen und Fackeln erlosch beinahe.

Plötzlich bebte die Erde. Die Pflanzen griffen wild um sich, versuchten die Gefährten an der Flucht zu hindern. Einige griffen nach den Stücken des Amuletts. Dann liefen sie hinaus, durch das Tal, vorbei an wilder ungezähmter Natur, hinein in die dunklen Gänge des Labyrinths, das sie hier her geführt hatte. Stollen stürzten hinter ihnen ein. Die Freunde rannten so schnell sie ihre Füße trugen. Sie erreichten im letzten Augenblick das Seil, an dem sie hier herunter geklettert waren.

Nun standen die Gefährten im Innenhof von Ulyavannas Haus, wieder festen Boden unter den Füßen. Die Erde hatte aufgehört zu beben. Alles war ruhig. Die Teile des zerstörten Amuletts waren zu Staub zerfallen.

Erschöpft und am Ende ihrer Kräfte, die Nacht war bereits hereingebrochen, beschlossen die Freunde etwas zu Essen und im Haus zu übernachten.

Albträume plagten die Gefährten. Sie waren wieder in der Grabkammer des Wilden Königs. Doch diesmal gab es kein Entkommen. Die Pflanzen überwucherten ihre Körper, tranken ihr Blut und fraßen ihr Fleisch.

Schweiß überströmt wachten die Freunde am nächsten Morgen auf. Doch keine Sonne schien den Tag zu erhellen. Stattdessen knarrte und krachte das Haus in seinen Balken. Eine zornige düstere Stimme erklang im Talkessel.

„Ihr habt meinen Mann ermordet; und diesem Wald seinen König genommen. Nun werdet ihr sterben. Ihr werdet den Rhow Tawar nicht lebend verlassen. Das verspricht euch Ulyavanna, Herrin des Waldes.“

Die Stimme verklang. Doch das Ächzen im Gebälk blieb. Rasch hatten sich die Gefährten angekleidet, bereit sofort aufzubrechen. Doch Türen und Fenster ließen sich nicht öffnen. Pflanzen drangen langsam, aber unaufhörlich durch die Spalten und Ritzen im Holz.

Der Albtraum der Nacht war wahr geworden. Die Pflanzen wollten Rache nehmen. Die Herrin wollte sie sterben sehen. Es gab kein Entkommen...

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24

Saturday, April 16th 2011, 7:40am

Im Rhow Tawar- Borgins Erinnerungen

Borgin war nervös. Die Gefährten hatten zwar eine Verbindung zwischen den beiden Schlafräumen hergestellt, aber an eine Flucht war vorerst nicht zu denken. Der Khazad setzte sich auf den Boden. Sein Kriegshammer ruhte auf den verschränkten Beinen. Er versuchte Ruhe zu finden. Doch das Knacken im Gebälk schreckte ihn immer wieder auf. Seit ein paar Stunden saß er nun schon hier fest mit seinen neuen Freunden. Zuerst hatten sie die eindringenden Pflanzen abgeschlagen. Jetzt schienen die grünen Ungeheuer sie ersticken zu wollen. Die Laternen waren bis auf eine gelöscht worden um Luft zu sparen. Dieses zur Untätigkeit gezwungen zu sein, schmeckte Borgin gar nicht. Er wünschte sich unter die Erde zurück. Dort hatten sie erst kürzlich den Thronsaal des Wilden Königs entdeckt:

„Endlich war das kriechen durch schmale feuchte Gänge vorbei. Ich hatte das Gefühl, das wir ein paar Mal knapp an der Gefahr vorbei gehuscht sind. Nun gingen wir durch einen mit Holz vertäfelten Gang, der vor einem Doppelportal endete. Der schlaue Fuchs Broca untersuchte die Tür, fand aber keine Fallen oder andere Auffälligkeiten. Ich hatte die Tür kaum berührt, da schwang sie schon nach Innen auf.

Im Licht der Fackeln erblickte ich einen großen Holz vertäfelten Raum. In der Mitte stand auf einem Podest ein Thron, gefertigt offenbar aus einem einzigen Stück Holz, reich verziert mit Schnitzereien von Blättern, Blüten und Früchten. Fasziniert schaute ich auf den Holzpfahl dahinter, der den Thron um einiges überragte. Drei Gestalten waren in den Stamm geschnitzt. Zu unterst ein Hirsch, darüber ein Bär und oben auf eine menschenähnliche Gestalt, der drei Hörner aus dem Kopf wuchsen. Eine hervorragende Arbeit. Ich konnte nicht umhin den unbekannten Künstler zu bewundern. Broca untersuchte den Thron und seine nähere Umgebung nach Fallen.

Ich schaute mich inzwischen, wie die anderen auch, im Raum um. Es musste noch einen weiteren Ausgang geben. Kein König würde sich auf einem Thron niederlassen, der in einem Saal stand, aus dem es kein entkommen gab, wenn die Tür verriegelt werden müsste.

Die Geheimtür war dann auch schnell gefunden, in der Wand hinter dem Thron. Broca gemahnte uns zur Vorsicht. Der Hobbit hatte links und rechts neben dem Holzpfahl eine Falle im Boden entdeckt, die zusätzlich noch durch eine Pfeilschussanlage gesichert waren. Der Halbling fand auch schnell den Öffnungsmechanismus der Geheimtür, der sich in einem verborgenen Fach in der Wand daneben befand. Mit einem leisen Klick sprang die Tür einen Spalt auf.

Ein Blick dahinter zeigte mir einen weiteren Gang, der bald um eine Ecke verschwand. Vorsichtig und langsam öffnete ich die Tür ganz. Anstatt an die Wand schlug die Tür an einen Gong, dessen durchdringender Ton durch Raum und Gänge schallte.

Dann wurde plötzlich das Eingangsportal verschlossen. Weitere Geheimtüren öffneten sich in den Wänden, aus denen Tiere in den Thronraum sprangen. Aus dem Gang drang das Fauchen großer Katzen an meine Ohren. Schnell zog ich die Tür wieder zu.

Nun packte ich meinen Kriegshammer fester, ging um den Thron herum und sah mich einem Bären, einem Berglöwen und zwei Wölfen gegenüber. Vom Portal her schritt noch ein riesiger Mensch in den Raum. Rasch verteilten wir uns. Jeder suchte sich einen Gegner. Aus dem Hintergrund begannen Peregril und Broca unsere Gegner unter Beschuss zu nehmen.

Nur einen Moment fragte ich mich, wo so plötzlich die Tiere herkamen. Dann sah ich plötzlich einem Wolf in die Augen, in denen kein Leben mehr war. Die Tiere waren Tod. Wiederbelebt nur zu dem Zweck uns zu töten. Mir fuhr der Schrecken in die Glieder. Ich hatte schon von solchen Wesen gehört. Doch zum ersten Mal stand ich einem gegenüber. Meine Fingerknöchel traten hervor, als ich meine Waffe noch fester packte. Dann griff ich an.

Der Kampf tobte lang und heftig. Doch schließlich hatte nicht nur ich meinen Gegner besiegt. Auch alle anderen hatten ihre Aufgabe erfüllt. Jetzt bleib nur noch eins zu tun. Wir ließen die Wildkatzen in den Raum. Zwei große Exemplare ihrer Rasse sprangen uns entgegen. Wir nahmen sie in die Mitte. Dann schlugen wir zu. Die Tiere hatten keine Chance.

Nun konnten wir weiter gehen, um zu sehen, was am Ende des Ganges liegen würde...“

Ein lautes Bersten riss Borgin aus seinen Erinnerungen. Der dicke Ast einer Pflanze durchbrach einen Fensterladen. Der Khazad sprang auf, rannte zum Fenster und schlug den Ast ab. Dann zog er die Reste des Fensterladens wieder zu. Gemeinsam mit zwei Freunde schob er einen Schrank vor das Fenster.

Nun fühlte sich Borgin besser. Sein Unmut war verschwunden. Kampfesmut und Überlebenswille waren wieder da. Er würde nicht in dieser Hütte sterben.

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25

Sunday, April 17th 2011, 7:47am

Im Rhow Tawar- Kalidors Erinnerungen

Kalidor hatte Borgin geholfen den Schrank vor das Fenster zu schieben. Der Söldner stand ruhig an die Schranktür gelehnt und beobachtete seine Gefährten. Eine gewisse Nervosität schien langsam von seinen Freunden Besitz zu ergreifen. „Wir müssen hier heraus“ dachte er. Doch auch ihm wollte kein Weg nach Draußen einfallen. Seine Gedanken schweiften ab, ein paar Stunden zurück, als sie dachten das Grab des Wilden Königs gefunden zu haben:

„Der Thronraum war uns zur Falle geworden, aus der wir fast nicht mehr entkommen waren. Der Geheimgang führte uns in eine große natürliche Höhle, die auch von Sibrocs Licht nicht ganz erhellt werden konnte. Verstreut über den Boden lagen mannshohe Felsen.

Ich trat vorsichtig in die Höhle. Der Boden war uneben und rutschig. Langsam ging ich weiter. Nun war gut zu erkennen, das die Felsen nicht einfach wild am Boden lagen. Sie waren grob menschenähnlich geformt und bildeten eine Art steiniger Allee, die in die Mitte der Höhle führte. Die Menhire waren mit allerlei Zeichen bedeckt. Ein Labyrinth- Symbol konnte ich auf allen Steinen erkennen. Was außerhalb der Allee lag, konnte ich nicht erkennen. Die Szenerie hatte etwas unheimliches.

Kurze Zeit später kam ich in der Mitte der Höhle an. Hier bildeten vier Menhire den Abschluss der steinigen Allee. Sie umschlossen ein etwa vier Meter durchmessendes Labyrinth. Die Freunde waren gefolgt. Wir waren uns nicht sicher, was wir hier sollten. Es war nichts weiter zu sehen. Dann kam Sibroc auf die Idee dem Labyrinth ins Innere zu folgen. Nach ein paar kleinen Trippelschritten, der Weg war wirklich schmal, war der Magier unserem Blick entschwunden.


„Wo bist du?“ rief ich ihm nach.
„In einem silbrig glänzenden Nadelwald, durch den der Weg zu führen scheint“ antwortete Sibroc. „Aber ich kann nicht zurück. Der Versuch bereitet mir Schmerzen. Ich gehe weiter ins Innere.“
Besorgt schaute ich mich zu den anderen um.
„Wir sollten uns teilen. Ein paar kommen mit mir hinein ins Labyrinth. Die anderen schauen sich die Höhle außerhalb der Felsenallee einmal genauer an. Nicht das wir noch mehr Überraschungen erleben.“

Meine Jahre lange Erfahrung als Söldner hatte die Oberhand gewonnen, wie immer, wenn die Situation es erforderte. Ich dachte nicht mehr darüber nach, ob meine Gefährten den Anweisungen folgen würden. Bisher hatten sie sich schon so oft auf meine Instinkte verlassen. Sie würden es wieder tun.

„Ich komme mit“ sagte Menelcar. Ich war froh den Ritter an meiner Seite zu wissen. Auch Borgin und Nila schlossen sich an.

Ich ging als Erster. Die anderen folgten. Kaum hatten wir vorsichtig das Labyrinth betreten, war jeder auf sich allein gestellt. Ich konnte meine Freunde nicht mehr sehen. Die Gefährten außerhalb des Labyrinths konnten mich immer noch hören, denn sie antworteten noch einmal. Aber dann waren sie wahrscheinlich mit der Erkundung der Höhle beschäftigt.

Rasch folgte ich dem Weg durch den Silberwald. Dann trat ich ins Innere. Sibroc und Menelcar warteten bereits. Borgin und Nila kamen nach mir aus dem Labyrinth. Obwohl wir alle den selben Weg gegangen waren, kamen wir aus vier Zugängen in die Mitte. Am Boden lag eine zwei Meter lange und achtzig Zentimeter breite Steinplatte, die mit einem Labyrinth- Symbol verziert war. Wir hatten unser Ziel erreicht.

Wir beschlossen die Steinplatte anzuheben und zur Seite zu schieben. Als wir die Grabplatte berührten, strömte ein silbernes Licht vom Symbol in die vier Ausgänge des Labyrinths, die direkt auf die vier Menhire zu liefen. Wir zögerten nur einen Moment. Dann legten wir das Grab frei.

Mein Blick fiel auf eine menschenähnliche Gestalt, die in eine ärmellose weiße Robe gekleidet war. Um ihren Hals trug sie ein Amulett in der Form einer Mondsichel, die Handgelenke zierten Armreifen aus Gold. Aus den Schläfen und der Stirn wuchsen der Gestalt Hörner, wie der Schnitzerei an dem Holzpfahl im Thronraum. Dann schlug der Wilde König die Augen auf.

Ich fühlte Angst in mir aufsteigen. Mit großer Mühe kämpfte ich sie nieder. Borgin, Nila und Sibroc flohen. Nur Menelcar blieb. Schwere Schritte ließen den Boden erzittern. Sie kamen rasch näher. Der Wilde König stand auf, stieg aus seinem Grab. Der weiße Ritter war schnell, schneller als ich. Menelcars Schwert traf den Gegner noch bevor er ganz aus seinem dunklen Loch gekrochen war. Die Wucht des Schlages warf ihn wieder zurück. Schnell setzte ich nach. Die schweren Schritte hatten uns fast erreicht. Mit einem heftigen Streich durchtrennte ich die Kette seines Amuletts. Der Wilde König starb noch bevor er weiteren Schaden anrichten konnte. Für einen Augenblick war es ganz still. Dann polterte etwas Schweres auf den Höhlenboden. Nun waren auch die schweren Schritte verstummt.

Amulett und Armreifen ergriff ich. Irgendetwas stimmte hier nicht. Ich hatte das Amulett, das Celgor Schwarzfaust um den Hals trug zwar nur kurz gesehen. Aber es war keine Mondsichel gewesen. Wir hatten also den falschen König getötet. Unsere Suche war noch nicht beendet. Sibroc bestätigte meinen Verdacht. Er stellte auch fest, das das Amulett und die Armreifen magisch waren. Er verstand zwar die Macht nicht, die dahinter steckte. Doch die Artefakte schienen sich mit dem Träger in einer Art Symbiose zu verbinden. Sie nahmen ihm etwas von seiner Persönlichkeit und fügten von ihrer etwas hinzu.

Der Gedanke ließ mich schaudern. Ich zertrümmerte die Mondsichel mit meiner Axt. Die Armreifen allerdings nahm Sibroc an sich, bevor ich sie zerstören konnte.

Peregril erzählte mir, wie sich die vier Menhire, die den Abschluss der Steinallee bildeten, plötzlich verändert hatten. Sie waren zu Steinmenschen geworden, die dann im Labyrinth verschwanden. Sie dienten wohl als Wächter des Grabes. Den Valar sei Dank mussten wir nicht gegen sie kämpfen.

Der Zauber, der auf dieser Höhle lag, war verschwunden. Ich griff meine Axt fester. Ohne mich noch einmal um zuwenden, ging ich zurück in den Gang.“

Die Gefährten dösten vor sich hin. Die Luft war stickig, der Schlafraum nur durch spärliches Licht erhellt. Der Atem des Todes lag wie ein Hauch über allem. Das Ende schien unausweichlich.

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