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Torshavn male

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1

Friday, July 8th 2011, 9:19am

Mittelerde- Breeland / Rodgau, die sechste

Die Gefährten hatten den Wilden König besiegt. Sie waren dem Rhow Tawar entkommen und nun auf dem Weg zur Großen Oststraße, die sie mehrere Meilen westlich hinter Bruchtal erreichten.


Schon seit Tagen herrschte Uneinigkeit über den weiteren Weg unter den Freunden. Yusuf drängte auf eine sofortige Rückkehr in den Süden nach Pelargir oder Dol Amroth. Er vermisste das Meer, die Planken eines Schiffes, eine steife Brise, die ihm durch das Haar strich. Auch andere sprachen sich für den Süden und damit für die Zivilisation, für große Städte und zahlreiche Dörfer aus. Gondor war eine große Verlockung nach der Einsamkeit und der Kälte und dem Tod hier oben im Norden.

Aber Sibroc wollte ins Breeland, die letzte große menschliche Ansiedlung in Eriador. Denn er war geboren und aufgewachsen in diesem rauen Land, das er liebte. Auch trieb ihn ein ungutes Gefühl nach Bree. Aber das behielt er für sich. Fürsprecher fand er in Menelcar und auch Broca, der sich freute einmal wieder unter Hobbits zu kommen.


So trennten sich die Freunde- schweren Herzens,aber jeder seinen Weg vor Augen- als der Fluss Lautwasser die Große Oststraße kreuzte. Yusuf, Kalidor, Darl, Nila, Rubin und Peregril folgten dem Fluss nach Süden, während Sibroc, Menelcar, Broca, Wino, Borgin, Tonda, Laedah und Tarthalion auf der Straße weiter nach Westen reisten. Vielleicht würden sich die Gefährten eines Tages wiedersehen. Doch es standen dunkle unsichere Zeiten bevor. Und das Unheil war näher als die Freunde zu diesem Zeitpunkt ahnen konnten.


Die Große Oststraße führte die Gefährten durch die Trollhöhen, über die Letzte Brücke vorbei an der Wetterspitze hinein in die waldigen Hügel des Breelandes, das auf eine dunländische Besiedlung im Zweiten Zeitalter zurückging. Vielleicht tausend Breeländer und Hobbits lebten hier friedlich miteinander und betrieben Land- und Forstwirtschaft, Schafzucht und Tabakanbau.

Die größte Ansiedlung der Gegend war Bree, ein befestigter Marktflecken an den südöstlichen Hängen des Breeberges. Bree war in den alten Zeiten ein wichtiger Handelsplatz am Kreuzweg von Großer Oststraße und Nordstraße, die man heute den Grünweg nannte. Und noch immer war der Ort ein Umschlagplatz für Informationen, Klatsch, Tratsch und Gerüchte.


Die Gefährten erreichten Bree am späten Vormittag des 5.Wedmath (5.August) des Jahres 3016 DZ. Als sie das östliche Tor durchquerten, kam die Erinnerung zurück. Vor etwa vier Jahren waren sie schon einmal hier gewesen. Sie hatten Station im Tänzelnden Pony gemacht auf ihrer Jagd nach dem Hexer Carangul, der sich in der alten Königsstadt Fornost Erain versteckt hielt. Die Freunde hatten sich keinen Tag in Bree aufgehalten, waren noch in der Nacht überhastet aufgebrochen.

Nun wollten sie sich ein bisschen Ruhe gönnen, ein paar Tage, vielleicht sogar ein paar Wochen. Die letzten Monate hatten sie weit durch Land und Zeit geführt. Die Gefährten waren erschöpft. Das ruhige beschauliche Breeland schien der ideale Ort zur Erholung zu sein.


Aber es waren unsichere Zeiten. Und das sollten auch die Menschen und Hobbits in Bree schon bald zu spüren bekommen...

Torshavn male

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2

Monday, July 18th 2011, 7:45am

Alte und neue Bekannte, Teil 1

Nach wochenlangen entbehrungsreichen Abenteuern im Rhow Tawar freuten sich die Gefährten über die Sicherheit und Ruhe in der kleinen befestigten Stadt Bree, ein Marktflecken an der Kreuzung von Großer Oststraße und Grünweg. Einzig Sibroc war noch weiter nach Westen geritten. Der Zauberer wollte seine Eltern besuchen.

Menelcar, Tarthalion, Broca, Wino, Tonda, Laedah und Borgin hatten sich im besten Gasthaus am Ort, „Zum tänzelnden Pony“, einquartiert. Das zweistöckige Haus wurde von Gerstenmann Butterblume geführt. Während die Freunde ein frühes Mittagessen genossen, ließ ihnen Lobelia Kruadil, eine Hobbitfrau die im Gasthaus als Bedienung und Küchenhilfe arbeitete, ein Bad ein.

Zu dieser Stunde war der Schankraum nur schwach besucht. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Gäste, meistens Einheimische, um zu Mittag zu essen. Doch irgendwann fiel Broca, Menelcar und Tarthalion ein Fremder auf. Er war gekleidet wie einer jener Waldläufer, die hier in Bree nicht sonderlich beliebt waren. Aber sein Gesicht kam ihnen bekannt vor. Auch der Fremde schien sie erkannt zu haben. Er nahm seinen Becher und trat lächelnd an den Tisch der Gefährten.

„Menelcar, Broca und Tarthalion! Lange ist es her!“ ließ sich die Stimme des Fremden vernehmen. Nun hatten sie ihn auch erkannt.
„Galadhil ! Welch eine Überraschung“ schoss es aus Menelcar hervor.
„Komm setzt dich“ fügte Broca hinzu, während Tarthalion einen Stuhl heranzog.
„Erzähl, wie ist es dir ergangen“ wollte Menelcar wissen.
„Willst du uns nicht erst vorstellen?“ fragte Borgin den Ritter und musterte den Waldläufer unverhohlen.
„Natürlich. Entschuldige. Freunde das ist Galadhil. Ein Gefährte unserer frühen Jahre“ erwiderte Menelcar. Der Reihe nach stellte er die Gefährten vor. Als der Name der Elbin fiel, stutzte Galadhil einen Augenblick. Dann fiel es ihm wieder ein. Laedah war oft für Elrond, den Herrn von Bruchtal, unterwegs und schon Gast unter seinem Dach wesen.
„Aber nun erzähle“ warf Tarthalion ein.

„Wo fange ich am besten an“ begann der Waldläufer. „Es muss jetzt drei Jahre her sein, das sich unsere Wege trennten. Nach dem Kampf ums Hohe Haus ging ich den wenigen Informationen nach, die ich über den Verbleib meiner Schwester Elenien erhalten hatte. Ich fand sie schließlich weiter südlich im Dorf eines Clans der Dunländer im Schatten des Nebelgebirges. Die Details ihrer Befreiung erspare ich euch lieber. Ich bin wahrlich nicht stolz darauf. Aber mich trieb einzig der Gedanke an Rache für den Tod meiner Eltern und die Schande, die sie über meine Schwester gebracht hatten.“ Galadhil nahm einen Schluck Wein um dann in größerer Ruhe fortzufahren. „Ich brachte sie nach Bruchtal. Wir verbrachten viel Zeit miteinander, bevor ich wieder nach Norden zog. Als ich zurück kam, bot mir Elrond an, das Hohe Haus wieder aufzubauen. Seit dem leben mein Onkel, meine Schwester, ihr Mann, ihre zwei Kinder und ich im Hohen Haus. Wir dienen Elrond als Auge und Ohr. Das Hohe Haus ist wieder ein sicherer Ort für Reisende. Und ich nehme immer noch meine Pflichten als Waldläufer wahr.“

Gerstenmann Butterblume hatte seinen Gästen nachgeschenkt. Nachdem Galadhil seinen Becher geleert hatte, forderte er nun die Freunde auf von ihren Abenteuern zu erzählen. Abwechseln erzählten sie von ihren Erlebnissen in den letzten Wochen und Monaten. Als die Rede auf den Wilden König und den Rhow Tawar kam, wurde der Waldläufer hellhörig. Er selbst hatte das schwere Unwetter, das auf das Beben der Erde folgte, erlebt. Nun erfuhr er die Ursache. Er hatte in der Zeit danach verstärkte Aktivität von Orks, Trollen und anderen bösen Kreaturen bemerkt. Doch nichts deutete auf eine größere Gefahr für die letzten Ansiedlungen im Nordwesten hin.


Die Zeit flog dahin. Niemand hatte bemerkt, das die Mittagszeit längst vorbei war. Erst als Lobelia sie auf ihr Bad aufmerksam machte, verabschiedete sich Galadhil.

„Vielleicht sehen wir uns heute Abend, wenn ich meine Einkäufe erledigt habe. Bleibt ihr länger in Bree?“ fragte der Waldläufer.

„Zur Zeit haben wir nicht anderes vor als die Annehmlichkeiten dieses Gasthauses und der Stadt zu genießen.“ erwiderte Menelcar.

„Schön dann sehen wir uns noch. Ich reise erst in zwei Tagen wieder ab.“ Mit diesen Worten ließ Galadhil die ehemaligen Gefährten zurück.


Die Freunde gingen hinauf ins Badezimmer, das von Dampfschwaden durchzogen war. Sie genossen das warme Wasser, die Getränke und das Obst. Mit der Zeit wurden die Gefährten träge und schläfrig. Sie fühlten sich wohl.


Später schlenderten die Freunde durch Bree. Den Schmied Waenhil besuchten sie zuerst. Menelcar suchte nach einem guten Schwert, das er auch fand. Danach gingen sie zu Cobman Grünwald, von dem man sagt, er handele mit allem, was man sich nur vorstellen kann. Während die anderen ihre Ausrüstung ergänzten, sah sich Borgin die Stadt an. Er entdeckte eine alte etwas heruntergekommene Kneipe, „Zur Königs Ruh“, die ein wunderbares Bier ausschenkte. Er verbrachte den Rest des Tages auf einer Bank. Der Khazad genoss die Spätsommersonne und die Aufmerksamkeit, die sie ihm dem Fremden hier entgegen brachten.


Am Abend trafen sich die Gefährten wieder im tänzelnden Pony.

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Torshavn male

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3

Wednesday, July 20th 2011, 6:02am

Alte und neue Bekannte, Teil 2

Broca hatte den Rest des Tages in der Küche verbracht. Der Hobbit fühlte sich wohl im Herzen des Gasthauses. Er hatte Gwendolin Butterblume gefragt, ob er vielleicht helfen könne. Nach anfänglichem Zögern freute sich die Dame des Hauses über so viel Neugierde und Fingerfertigkeit. Broca genoss die Gerüche, die Geschäftigkeit und das Essen. Denn sowohl Gwendolin wie auch Lobelia baten den Hobbit immer wieder zu probieren, abzuschmecken und ihnen zu sagen, wo noch etwas fehlte. Die Stimmung war gut. Sie plauderten angenehm miteinander, während sie Brot buken, einen Eintopf kochten, Wildbret brieten oder Pudding kochten. Broca und Lobelia verstanden sich gut. Die Hobbitfrau erzählte von ihrer Familie und ihrem Leben hier in Bree. Irgendetwas schien ihr auf dem Herzen zu liegen, aber sie sagte nicht, was es war.

Am Abend traf Broca seine Gefährten im Schankraum. Sie aßen, tranken und sprachen über ihren Tag in Bree. Später kam auch Galadhil zu ihnen. Er konnte all seine Einkäufe erledigen und würde am nächsten Morgen zurück zum Hohen Haus gehen. Die Welt war wieder in Ordnung. Die Gefahren der letzten Monate wurden zu erzählungswürdigen Erinnerungen.

Als am späten Abend die Freunde die letzten Gäste im Schankraum waren, trat Lobelia zu ihnen an den Tisch. „Broca, hast du einen Augenblick Zeit für mich?“ fragte die Hobbitfrau.

„Gern Lobelia, setzt dich doch.“ Broca bot ihr den Stuhl an auf dem zuvor Galadhil gesessen hatte. Der Waldläufer wollte am nächsten Morgen früh aufbrechen und hatte sich bereits verabschiedet.

„Du bist ein Tuk, nicht wahr?“ begann Lobelia. „Wir haben den ganzen Nachmittag zusammen gekocht. Nein ich bin mir sicher. Du bist ein Tuk.“

Broca nickte.

„Dann kennst du sicherlich auch die alte Geschichte vom „Heiligtum der Köche“ und Hildifons Reise nach Esgaroth am langen See?“

Broca schüttelte den Kopf. Die alten Geschichten seines Volkes waren in seiner Familie kein Gesprächsthema gewesen. Vater wollte davon nichts wissen.

Lobelia schaute ein bisschen verwundert als sie fortfuhr: „Das „Heiligtum der Köche“ ist ein uraltes Buch, das alle Rezepte der traditionellen Hobbitküche enthält. Wer es geschrieben hat, weiß heute niemand mehr. Aber jeder der es besaß fügte Anmerkungen, manchmal sogar neue Rezepte hinzu. Das Buch war in nur wenigen Abschriften verbreitet. Sicher weiß man heute nur, das noch ein Exemplar, eine uralte Abschrift, im Auenland existiert. Das Original gilt als verschollen.

Vor vielen Jahren bot man Hildifons Tuk ein Exemplar an. Vieles sprach dafür, das es sich um das Original handelte. Im Jahr 2894 DZ brach Hildifons mit Geremdoc Kruadil, Haihaitan Neglerol und Hadruc und Meristoc Bedever nach Esgaroth auf. Die Familien Neglerol und Bedever gibt es heute nicht mehr. Eine lange gefahrvolle Reise lag vor unseren tapferen Ahnen.

Als sie fast ein Jahr später zurückkehrten gerieten sie vor Breeland in ein schreckliches Unwetter. Sie müssen von der Straße abgekommen sein und sich in den Mückenwasser Mooren südlich des Chetwaldes verirrt haben. Keiner wurde jemals gefunden. Auch das „Heiligtum der Köche“ ist verschwunden. Falls sie es überhaupt bei sich trugen.

Meine Großmutter hat mir die alte Geschichte immer wieder erzählt. Ich hielt sie für eine Gute- Nacht- Geschichte nichts weiter. Aber vor ein paar Monaten kam ein alter ziemlich verwirrter Mann nach Bree, einer von den Großen. Er erzählte mir die Geschichte, behauptete sogar das sie wahr sei. Als dann später ein Hobbit aus Archet von einem Geist sprach, der ihm am Rande der Mückenwasser Moore erschienen sei, war mir klar, das Hildifons Tuk Reise mehr als nur eine Abenteuergeschichte war.

Broca bitte suche nach dem „Heiligtum der Köche“. Du und deine Freunde ihr seit weit herum gekommen, habt viel gesehen und große Abenteuer erlebt. Ihr könntet es schaffen. Broca bitte finde heraus, was mit Hildifons und den anderen passiert ist, finde das Buch. Du würdest uns Hobbits einen großen Dienst erweisen. Du wärst ein Held deines Volkes. Du würdest dem Namen deiner Familie alle Ehre machen. Wir könnten auch ein paar alte Rezepte ausprobieren.“

Erwartungsvoll schaute Lobelia Broca an. Dann der Reihe nach auch alle anderen.

„Ich kann euch nicht viel anbieten“ fuhr die Hobbitfrau fort. „Aber ich habe ein bisschen gespart.“ Sie legte einen Beutel auf den Tisch. „Fünfundzwanzig Goldstücke.“


„Und für dich Broca habe ich noch etwas besonderes. Zwei alte Erbstücke deiner Familie. Ich weiß nicht wie sie in die Hände der Kruadil kamen. Aber es war immer unsere Aufgabe sie zu bewahren, bis ein würdiger Tuk sie wieder bekommen sollte.“

Lobelia öffnete ein ledernes Tuch. Darin lag eine uralte Schleuder und eine einfache aber alte Fibel. Brocas Augen leuchteten. Den Gegenständen haftete etwas Besonderes an. Der Hobbit fühlte, das es sich hier um sehr wertvolle und nützliche Artefakte handelte. Instinktiv griff er nach ihnen. „Danke“ kam es über Brocas Lippen. „Natürlich suche ich nach dem Buch, Lobelia.“

„Und wir werden dir helfen“ ergänzte Menelcar. „Aber dein Geld behalte nur, Lobelia. Es ist uns eine Ehre den Hobbits zu helfen“. Einige der Freunde murrten über des Ritters Großzügigkeit. Aber sie widersprachen nicht.

Der nächste Tag diente der Vorbereitung. Menelcar hatte Galadhil noch in der Nacht nach den Mückenwasser Mooren gefragt. Aber viel konnte ihm der Waldläufer nicht sagen. Das Moor sei tückisch und sehr gefährlich. Die schmalen Wege führten oftmals in die Irre. Es spuke dort.

Broca besuchte Lobelias Großmutter. Sie wußte noch, das die Reisegruppe wohl von Irrlichtern tief ins Moor gelockt worden sei. Inmitten der Mückenwasser Moore gebe es einen uralten vielarmigen Baum, die Heimat der bösen Geister. Dorthin bringen die Irrlichter ihre Schätze.

Mehr wußte niemand über die Gegend südlich des Chetwaldes zu sagen. Die Mückenwasser Moore wurden allgemein gemieden.

Galadhil bat die Freunde noch die Augen aufzuhalten. Die Ruinen der alten Grenzfestungen in den Wetterbergen seien ein gutes Versteck für allerlei Gesindel und vielleicht sogar Orks. Die Mückenwasser Moore liegen nicht weit von den Bergen.

Früh am nächsten Morgen würden die Gefährten los ziehen. Die Suche nach dem alten Buch und der lange verschollenen Reisegesellschaft würde beginnen.

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Saturday, September 3rd 2011, 7:44am

Beobachtet

Sie saß am Rande der Mückenwasser Moore auf einem alten überwachsenen Baumstamm. Die uralte Frau trug einfache Kleidung aus grober Wolle und Leinen. Einzig der Mantel, den sie trug um sich vor dem Nieselregen zu schützen, war aus Leder, nicht mehr als ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Lederarten. Ihr einstmals schwarzes Haar war mit den Jahren grau geworden. Es fiel ihr in langen Strähnen bis auf die gebeugten Schultern. Ein oft genutzter Stab, kunstvoll verziert in Form einer Schlange, lehnte neben ihr. Sie trug zwei Ledertaschen an ihren Seiten. Die Alte hatte weit mehr als sechzig Sommer gesehen. Sie war, wenn sie sich ganz aufrichtete, gerade einmal einen Meter groß und barfuß. Die Alte war eine Hobbit und schien auf jemanden zu warten.

Bald tauchte ein Eichhörnchen in ihrer Nähe auf. Es kletterte rasch an ihr empor, ließ sich auf der warmen runzeligen Hand nieder und knackte die ihr angebotene Nuss. Die alte streichelte das Tier. Nachdem es zu ende gefressen hatte, schien die Hobbitfrau mit dem Eichhörnchen zu sprechen. Das kleine Tier palaverte munter drauflos:

„Sie kamen mit den Schafen aus Schlucht. Es waren sechs Fremde, die die Hirtin mitbrachte. Zwei Elben, ein Zwerg, ein Hobbit und zwei Menschen suchten nach einem Weg ins Moor. Dabei stieß der Zwerg, ich glaube die anderen nannten ihr Borgin, auf den Muhlipp der im kleinen Teich am Rand lebt. Ein heftiger Kampf entbrannte. Die anderen kamen ihm zur Hilfe. Der größere der beiden Menschen warf Feuer aus seiner Hand auf den Muhlipp. Er heißt Sibroc. Nachdem sie die untote Seele vernichtet hatten, nahmen sie deinen Weg in das Moor.“

Nun hatte sich ein Fuchs zu der Alten gesellt. Er sprang auf ihren Schoß und ließ sich streicheln. Auch ihm gab sie etwas zu essen. Das Eichhörnchen knabberte an weiteren Nüssen, die die Hobbitfrau auf den Boden geworfen hatte. Dann fing der Fuchs an zu erzählen:

„Ich folgte der Gruppe ins Moor hinein. Schon bald litten sie unter den Mücken. Doch die Elbin war klug. Sie hatte eine stinkende Paste dabei mit der sie sich einrieb. Die anderen taten es ihr nach. Sie nannten ihre Wohltäterin Laedah. Sie kamen gut vorwärts, obwohl sich das Wetter verschlechterte. Dann fiel der Regen. Sie hatten eine unruhige Nacht. Die Wildhunde machten ihnen Ärger. Ich mag sie nicht. Darum habe ich mich verkrochen. Aber ihnen war nichts passiert. Am nächsten Tag überquerten sie den Fluss. Der Zwerg wäre beinahe einer Schlange zum Opfer gefallen. Und dann in der nächsten Nacht kam er, der uralte Geist eines Hobbits, der schon so viele wieder aus dem Moor getrieben hatte. Aber sie hatten keine Angst. Der Hobbit, der Wache hielt, er heißt Broca, sprach mit dem Geist. Er nannte ihn Hildifons. Dann schlüpfte der Geist in Broca. Der fing dann an alles zu essen, was er in die Finger bekam. Bis die anderen erwachten. Schließlich ließ der Geist Hildifons wieder von Broca ab. Er sagte, er wolle sie führen zu dem Baum auf dem die Irrwichte leben. Dann könnten sie das Buch nehmen. Ein sehr wichtiges Buch, für Hobbits. Er nannte es „Das Heiligtum der Köche“. Ich folgte ihnen am nächsten Tag noch bis in die Nähe des Baumes. Dann verschwand ich wieder, denn ich mochte die Irrwichte nicht. Sie haben mich oft schon an den Rand des Todes gebracht.“

Der Fuchs legte sich zu ihren Füßen, rollte sich zusammen und schlief ganz ruhig. Eine Eule flog heran und setzte sich auf die rechte Hand der Alten. Die Hobbitfrau fütterte auch sie, bevor sie anfing zu erzählen:

„Ich lebe in der Nähe des Baumes. Die Irrwichte lassen mich in Ruhe. Sie wissen, das ich klüger bin als sie. Sie fürchten meine Schnelligkeit und meinen Schnabel. An diesem Morgen tauchten die Fremden in der Nähe auf. Ich kam gerade von der nächtlichen Jagd zurück. Und obwohl mir fast die Augen zufielen, sah ich wie der Dunadan Sibroc mit den Irrwichte redete. Er schaffte es tatsächlich sie zu überreden, sich auf einen Tausch einzulassen: sein Buch gegen das Heiligtum der Köche. Sibroc legte sein Buch zwischen die Wurzeln des Baumes und nahm das andere heraus. Broca nahm es sofort aus dem Lederschutz und erkannte es als das gesuchte Buch. Ich folgte der Gruppe noch eine kleine Weile. Sibroc war plötzlich verschwunden. Der Geist Hildifons verabschiedete sich von Broca und dankte ihm und den anderen. Jetzt konnte er endlich Ruhe und Frieden finden.“

Nun rührte sich der Fuchs wieder, während die Eule eingeschlafen war. Er erzählte:

„Sie wollten erst nach dem Zauberer suchen. Aber sie wußte nicht wo. Also beschlossen sie das Moor so schnell wie möglich zu verlassen. Sibroc würde dann schon wieder zu ihnen stoßen. In der Nacht hörten sie wieder die Wildhunde, ohne zu wissen, das du sie diesmal ausgesandt hattest um andere Beute zu machen. Am nächsten Morgen trafen sie wieder auf den Zauberer. Am Rand des Moores fanden sie dann wieder die Spuren der Hunde und die Reste ihrer orkischen Beute. Sie gingen weiter zurück nach Schlucht.“

Das Eichhörnchen im Gras merkte auf. „Ja, ich weiß“ sagte die alte Hobbitfrau. „Wir werden beobachtet. Es ist der Bruder der Hirtin. Er wird zurücklaufen ins Dorf und erzählen, was er gesehen hat. Dann werden sie kommen und endlich nach der Hirtin suchen. Hoffentlich kommen sie nicht zu spät.“

Dann greift die Alte nach ihrem Stab, stützt sich auf ihn und richtet sich etwas mühsam auf. Sie schaut dem flüchtenden Jungen lange nach. Später verschwindet sie, gefolgt von Fuchs, Eichhörnchen und Eule, in den Mückenwasser Mooren.

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Tuesday, September 27th 2011, 9:32am

In Trollhand

Wir verließen Schlucht noch in der Nacht in Richtung Norden auf die Mückenwasser Moore zu. Wir waren zwar gerade erst zurückgekommen. Aber es hieß so schnell wie möglich Griseldas Spur aufzunehmen, bevor sie sich in den Weiten der Wildnis verlor. Das Heiligtum der Köche ließ ich beim Wirt der Blauen Forelle zurück. Nach zwei Stunden hatten wir gefunden wonach wir suchten. Blut und Überreste von Schafen markierten die Stelle, wo sie die Hirtin gefangen hatten. Wir hofften wenigstens, dass sie noch lebte.

Ich schaute mich im Licht der Laterne um. Schon bald fand ich übergroße Fußspuren. Trolle, wie ich nach unserer Begegnung im Nebelgebirge wusste. Es waren drei von ihnen und sie führten, den Spuren nach zu urteilen, einen Handwagen mit sich.

„Und Broca?“ fragte mich unser Zauberer.

„Drei Trolle mit einem Karren. Sie ziehen Richtung Nordosten. Die Spur ist nicht zu übersehen. Wir können ihnen leicht folgen“, antwortete ich.

Dann setzte ich mich auf ihre Fährte, immer einige Minuten den Gefährten voraus. Bald hatten wir sie eingeholt. Ich erkannte ein Licht am Horizont. Als die anderen herankamen, zeigte ich nach vorne.

„Ein Lagerfeuer. Sie scheinen zu rasten.“

Wir schlichen näher heran. Plötzlich hielt mich Sibroc an der Schulter zurück.

„Was ist“ zischte ich ihn an.

„Gehe du allein weiter“ erwiderte er ruhig. „Wir warten hier auf dich.“

Ich nickte und verschwand in der Nacht.

Vielleicht noch vier Stunden bis Sonnenaufgang, dachte ich bei mir. Sie werden bald weiter ziehen, diese lichtscheuen Gesellen. Dann erreichte ich auch schon das Lager.

Drei Trolle saßen um ein recht großes Feuer. Sie brieten ein Schaf und tranken aus großen Flaschen eine rote Flüssigkeit, deren beißender Geruch mir entgegenströmte. Der Handkarren stand achtlos am Rand der Lagerstätte. Hinter dem größten Troll stand unweit des Feuers ein Käfig. Darin lag offensichtlich Griselda, völlig teilnahmslos.

Die Trolle waren angeregt ins Gespräch vertieft. Ich verstand zwar kein Wort. Aber sie waren abgelenkt. Ich schlich um das Lager herum zum Käfig.

Griselda war sogar noch angekettet. Ihr Körper war übersät von kleinen Wunden und blauen Flecken. Die tapfere Hirtin hatte sich also gewehrt. Sie nahm mich nicht war. Das Schloss ihrer Ketten war kein Problem. Aber die rostige Tür des Käfigs konnte ich nicht geräuschlos öffnen.

Die Zeit war schnell vergangen. Die Trolle beschlossen aufzubrechen. Für eine Rettung war nun keine Zeit mehr. Ich hoffte Griselda war noch stark genug um durchzuhalten bis wir sie befreien konnten. Zügig lief ich zu den Freunden zurück.

Wir folgten den Trollen bis zu ihrem Unterschlupf in einem Hügel am östlichen Rand der Mückenwasser Moore. Als sie den schweren Stein wieder vor den Eingang zogen, ging die Sonne über den Wetterbergen auf…

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Tuesday, October 4th 2011, 1:06pm

Ein Überlebender

Heftige Luftblasen durchbrachen die Oberfläche des Moorlochs. Eine graue Hand griff nach der Wurzel eines verkrüppelten Baumes. Eine zweite griff ins Gras am Rande. Langsam zog sich die Gestalt in die Höhe. Stück für Stück bis sich, gierig nach Luft schnappend, der Oberkörper über den Rand schob. Mit letzter Kraft hob das Wesen die Beine aus dem Morast, drehte sich auf den Rücken und blieb in der Abendsonne liegen.

Mit offenen Augen spürte die grobschlächtige Gestalt mit den kantigen Gesichtszügen dem Leben in seinem Körper nach. Vorsichtig bewegte es seine Arme und Beine. Der linke Arm schien gebrochen. Doch mit zufriedener Genugtuung stellte der Kleinwüchsige fest, dass seine Beine in Ordnung waren. Die heftigsten Schmerzen verursachte ein tiefer Schnitt über der Brust. Sein Kettenhemd war zerfetzt. Aber die Wunde schien nicht mehr zu bluten.

Dann verließen ihn seine Kräfte. Er schlief ruhig atmend ein. Die Sonne trocknete den Morast auf seinem Körper. Die Käfer und Insekten machten sich über ihn her.

Zwei Stunden nach Sonnenuntergang wachte er wieder auf. Sein Körper wollte ihm nun besser gehorchen. Er fand ganz in der Nähe ein verendetes Kaninchen. Ein Feuer wollte er nicht riskieren. Also brach er das Tier auf und aß das Fleisch roh. Die Nahrung gab ihm Kraft. Er begann nachzudenken. Was war passiert? Langsam kam auch die Erinnerung zurück.

„Vor zwei Tagen… Nein das musste länger her sein. Wir hatten das Lager und die Silbermine in den Wetterbergen verlassen. Eigentlich viel zu früh. Wir waren fünfzehn, gute, starke und zähe Kämpfer. Drei Tage sollten wir unterwegs sein und uns dann bei Nacht hier an den Mückenwasser Mooren mit den Trollen treffen, um wieder diese grässlichen faulen fetten Hobbits in Empfang zu nehmen. Sie lässt sie für uns in den Minen arbeiten. Wir schieben nur Wachdienst. Eine leichte Arbeit und Spaß macht sie obendrein noch.

Doch dieser verfluchte Graesch, ein Schinder, ein Antreiber. Er meinte, wir müssten schneller wieder zurück sein. Er peitschte uns vorwärts. Und so kamen wir schon früher an. An einem Morgen im strahlenden Sonnenschein. Die Trolle steckten in ihrer Höhle. Sie öffneten uns. Wir holten drei Hobbits heraus. Gefesselt und ohne Bewusstsein lud ich mir eine weibliche auf. Die Trolle hatten sie arg geprügelt. Hoffentlich taugte sie noch für die Arbeit.

Dann war ich auch schon wieder im Freien. Rasch drängte Graesch zum Aufbruch. Er gönnte einem auch kein bisschen Ruhe.

Wir waren noch nicht lange gelaufen, als plötzlich das Unheil über uns hereinbrach. Drei von uns fielen noch bevor wir überhaupt merkten, dass wir angegriffen wurden. Zwei starben nachdem wir die Halblinge abgelegt hatten. Und dann waren auch schon ihre Nahkämpfer da. Zwei Zwerge, unsere Erzfeinde waren schnell heran. Ein gewaltiger Kämpfer und eine dunländische Clankriegerin setzten nach. Während uns die anderen weiter unter Beschuss nahmen, eine verhasste Elbin hätte beinahe einen der Hobbits erschossen, begannen wir uns endlich ernsthaft zu verteidigen.

Ich kämpfte verbissen gegen einen der kleinen stinkenden Höhlenbewohner. Ein Jubelschrei kam mir über die Lippen, als ich den Zwerg niedergestreckt hatte. Auch die anderen Kämpfer mussten gewaltige Wunden hinnehmen. Das Blatt schien sich zu unseren Gunsten zu wenden.

Doch dann sah ich ihn. Einen Dunadan, der in unsere Richtung blickte. Er murmelte unverständliche Worte, riss die Hand nach vorne und schickte das Feuer über uns. Sie hatten einen Zauberer in ihrer Mitte.

Nun ging alles sehr schnell. In kürzester Zeit hatten sie uns niedergestreckt. Plötzlich traf auch mich ein mächtiger Streich der mein Kettenhemd zerriss und eine klaffende blutende Wunde auf meiner Brust hinterließ. Ich verlor das Bewusstsein.

Als ich wieder zu mir kam, hatten sie Graesch in ihrer Gewalt. Sie stellten ihm Fragen. Anfangs hatte er sich noch gewehrt. Aber dann antwortete er bereitwillig. Es war der Zauberer der mit ihm sprach.

Später fingen sie an uns in das Moorloch zu werfen. Ich stellte mich tot. Einer der Zwerge warf mich über seine Schulter und ließ mich dann in die ewige Dunkelheit fallen. Ich krallte mich sofort an einer Wurzel fest. Erst als ich es im Moorwasser nicht mehr aushielt, zog ich mich heraus.“

Als der Mond aufging fühlte er sich kräftig genug. Er stand auf, fand auf seinem Weg noch einen Krummsäbel und einen Kurzbogen und ging dann stetig nach Osten auf die Wetterberge zu. Getrieben nur von einem Gedanken: Sie musste gewarnt werden. Diese Abenteurer würden kommen. Darauf musste sie vorbereitet sein.

Langsam und mühevoll setzte er einen Fuß vor den anderen dem Sonnenaufgang entgegen…

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Wednesday, October 5th 2011, 1:39pm

Eine ungewisse Zukunft

Ich musste eingeschlafen sein“ begann Griselda endlich ihre Geschichte. Die Freunde hatten sie aus den Händen der Trolle befreit und zurück nach Schlucht, in ihre Heimatstadt, gebracht. Den ganzen Weg über hatte sie kein Wort gesprochen. Die Gefährten hatten ihre Wunden versorgt. Doch die Hirtin hatte sich in ihre Gedankenwelt zurückgezogen. Erst hier in der gemütlichen und sicheren Umgebung des Gasthauses „Zur Blauen Forelle“ fing sie an zu erzählen.

„Ein Geräusch hatte mich aus dem Schlaf gerissen. Das angsterfüllte Blöken der Schafe ließ mich hochfahren. Die Nacht war längst hereingebrochen. Das fahle Licht des Mondes fiel auf eine bizarre Szene. Riesige klobige Gestalten fielen über mein Vieh her. Sie zerrissen die Tiere einfach oder schlugen sie mit ihren Händen tot. Das schien den drei Gestalten ein großes Vergnügen zu sein. Ohne nachzudenken oder weiter zu zögern griff ich nach meinem Stab und lief schreiend auf die Bestien zu. Ich knüppelte auf die Riesen ein. Anfangs schien es sie sogar zu amüsieren. Aber als einer von ihnen nach einem Schlag zwischen die Beine zu Boden ging, wendete sich das Blatt. Schnell hatten mich die drei niedergeschlagen. Ich war mir sicher mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Doch dann nahmen sie mich am Nacken und schleuderten mich in den Käfig.“

Sie unterbrach ihre Erzählung, nahm einen großen Schluck Bier und versicherte sich, dass sie zu Hause und unter Freunde war.

„Dann wurde mir schwarz vor Augen. Ab und an erwachte ich kurz aus meiner Ohnmacht, nahm meine Umgebung war, bevor mich die Schmerzen wieder niederdrückten. Eine bewusste Erinnerung habe ich erst wieder nachdem ihr, meine Freunde, mich befreit und geheilt hattet.“

Nun verstummte sie wieder. Auch die Freunde schwiegen. Bis Sibroc das Wort ergriff.

„Aber das ist noch nicht alles“ sagte der Zauberer. „Ihr müsst vorsichtig sein. Warnt die anderen Dörfer. Die Trolle werden weiter Hobbits fangen und an die Orks verkaufen. Wir konnten zwar eine große Gruppe von ihnen töten. Aber es werden andere kommen. Und vielleicht werden sie dann nicht mehr mit wenigen von euch zufrieden sein. Vielleicht überfallen sie eure Dörfer. Ihr müsst vorbereitet sein. Wir werden noch in dieser Nacht weiter nach Bree reiten und mit dem Hauptmann der Wache reden. Hoffentlich erreichen wir auch die Waldläufer. Dann sollten wir eine Lösung des Problems finden.“

Sibroc gab den anderen ein Zeichen. Die Freunde brachen auf. Griselda hielt Broca am Ärmel zurück.

„Warum seit ihr so sicher, das sie zurückkehren?“

„Sie brauchen euch“ antwortete Broca „um eine alte Silbermine der Kleinzwerge in den Wetterbergen auszubeuten.“

Als der Tuk die Angst in den Augen der Hirtin sah, fügte er hinzu: „Aber die alte Meb wird auf euch achten. Sie lebt in den Mooren. Ohne sie, hätten wir dich nicht so schnell gefunden. Sprich mit deinem Bruder über sie. Er hat sie gesehen. Lebe wohl und achte auf dich.“

Dann verließen die Freunde das Gasthaus um ihre Pferde aus dem Stall zu holen. Während sie ihre Reittiere sattelten kam der Wirt noch einmal zu ihnen.

„Das solltest du nicht vergessen Broca.“ Er hielt dem Hobbit „Das Heiligtum der Köche“ entgegen. „Danke!“

Minuten später verließen die Gefährten Schlucht und hielten auf die große Oststraße zu. Kurz nach Sonnenaufgang erreichten sie Bree. Schon bald hatten sie einen Boten gefunden, der bereit war, eine Nachricht zu ihrem Freund Galadhil, dem Waldläufer, ins Hohe Haus zu bringen.

Nachdenklich blickte Broca nach Nordosten. Die Orks saßen nun also in den Wetterbergen. Wie viele waren es wirklich? Hatten sie noch andere Teile der alten Festungsanlagen besetzt? Planten sie den Sturm auf das Breeland und seine Bewohner?

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Wednesday, December 7th 2011, 3:31pm

Yards Beobachtungen

Der Raum war kalt und düster. Eine einfache Höhle tief in den Felsen geschlagen in den nördlichen Ausläufern der Wetterberge. In seiner Mitte stand ein Thron gehauen in einen Steinblock.
Der in einen grauen Umhang gehüllte Mann, der es sich hier gemütlich gemacht hatte, lauschte den Worten seines Spions, der sich vor seine Füße auf den Boden geworfen hatte.


Der nicht mehr junge Ork, der sich Gromm nannte, berichtete seinem Meister:
„Die Kreaturen haben den Weg über die Graslandschaft zwischen den Mückenwassermooren und den Wetterbergen in zwei Tagen zurückgelegt. Sie folgten unseren Spuren. In den Hügeln trafen sie dann auf den Verräter Yard, diesen Bastard eines Menschen und einer Orkin, der uns schon früher Probleme bereitet hatte. Er muss ihnen alles über die Mine und die Festung erzählt haben.
Und obwohl sie durch die Flucht eines Halblings, eines Minenarbeiters, hätten gewarnt sein müssen, gelang es diesen elenden Menschen, Zwergen und Elben Shakthas Männer zu besiegen und die anderen Hobbits zu befreien.
Bevor die Schamanin etwas merkte, waren diese Kreaturen auf dem Weg nach Süden. Kurz vor der Wetterspitze trafen sie auf eine unserer Patrouillen. Sie haben sie gnadenlos aus dem Hinterhalt nieder gemetzelt. Am nächsten Tag haben sie sich auf diesem verfluchten Berg verschanzt.“


Nach einer kurzen Pause, in der Gromm sich auf die Knie hoch gestemmt hatte, fügte er seinem Bericht hinzu:
„Die Mine ist nun nutzlos, da wir so schnell keine Arbeiter beschaffen können. Die Breeländer sind jetzt gewarnt. Unsere Anwesenheit hier in den Wetterbergen ist bekannt. Wir sollten uns zurück ziehen, den Plan aufgeben, Meister.“


Der Ork fühlte sich unwohl bei diesen Worten. Er hatte nur gewagt so offen zu sprechen, weil er seinem Meister seit vielen Jahren diente. Sie hatten viel zusammen erlebt. Dieser Feldzug gegen das Breeland sollte ein großer Triumph werden für Mordor und auch seinen Herrn. Ihre Feinde würden jetzt Vorkehrungen treffen.
„Noch nicht“ ergriff der Meister nun das Wort. Der große Mann hatte sich von seinem Thron erhoben und stand jetzt direkt vor seinem Spion, als er weiter sprach: „Sie wissen nicht, das ihr Bote das Hohe Haus nicht erreicht hat. Auch ahnen sie nicht, das Galadhil schwer verwundet und sein Onkel gar getötet wurde. Doch noch viel wichtiger ist, das der Graue Zauberer und der Führer der Waldläufer nichts von unserem Vorhaben wissen. Sie befinden sich ahnungslos auf der östlichen Seite des Nebelgebirges um Schatten zu jagen.“


Der Meister ließ sich wieder auf seinen Thron sinken. Er hatte die Kapuze zurückgeworfen. Die feinen Gesichtszüge eines Elben kamen darunter zum Vorschein. Eine merkwürdige Dunkelheit lag auf diesem Antlitz. Die dunklen Augen ruhten auf seinem Diener Gromm, der sich nun erhoben hatte. Der alte Ork musste mit zahllosen Verstümmelungen leben. Doch er war immer noch ein mächtiger Krieger und ein schlauer Fuchs obendrein.


Plötzlich ließ ein Geräusch beide herum fahren. Es klang wie ein Scharren von Stiefeln auf Fels. Als sie den Höhleneingang erreichten, hörten sie schnelle Schritte sich entfernen. Gromm packte seinen Krummsäbel fester und nahm die Verfolgung auf. Doch sein Feind war schneller. Er verschwand zwischen den Hügeln in der sternenlosen Nacht.


Der Halbork Yard konnte entkommen. Er hatte genug gehört. Er hatte sich vor ein paar Tagen von der Wetterspitze fortgeschlichen um den Spuren eines Überlebenden der Orkpatrouille zu folgen. Yard folgte Gromm bis hierher in dieses kleine Höhlensystem.


Nun war er zurückgekehrt auf den Amon Sul und berichtete seinen Freunden, was er gehört und gesehen hatte.

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