Spieleabend vom 18.12.
Auszüge aus „Heldentaten eines Zwerkenkriegers. Die Erinnerungen von Grimbug Gambringson“
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Schlussendlich kamen wir, kurz nachdem Turin sich von uns verabschiedet hatte, gehetzt von den Räubern, aber unversehrt, in Silberquell an. Trotz unserer Erschöpfung erkannten wir zu unserer Freude und Erleichterung, dass die Sicherheitsmaßnahmen in Silberquell verstärkt wurden und die Palisaden schon fast wieder so wehrhaft waren wie vor dem feigen und schändlichen Angriff dieser Mörderbande.
Cadrach, unserer unermüdlicher Heilerzwerg, machte sich umgehend auf, um einige Besorgungen zu machen: Kräuter, sowie einige Blecheimer nebst den zugehörigen Seilen, wie sie zum Einsatz an Brunnen geeignet sind. Was er damit wollte, blieb zunächst unklar. Danach machten wir uns auf in den Gasthof der Dame Emildir.
Unterdessen hatte Leandros bereits allein die Dame Emildir aufgesucht und ein Gespräch mit ihr geführt, wie er uns später berichtete. Gegenstand dieses Gespräches war unsere Erkundung der Festung Tol Malbor und der Räuberbande unter der Führung von Cambre. Emildir zeigte sich sehr interessiert und wünschte, mit dem Anführer unserer Gruppe zu sprechen. Leandros, bezeichnete sich selbst als Anführer und veranlasste durch sein kühnes Auftreten Emildir zum Weiterreden. Daraufhin erzählte sie ihm einige sehr interessante, wenn auch höchst seltsame Geheimnisse: Cambre, der Anführer dieser Bande von Mördern und Halsabschneidern, sei ihr Ehegatte und der Vater von Turin. Er sei nicht immer so grausam gewesen, denn eine böse Hexe habe ihn verzaubert und seine gute Seele in einem magischen Gegenstand gebannt. Eine böse Seele habe sie im Austausch dafür von seinem Körper Besitz ergreifen lassen. Der Hexe sei es möglich, über einen Ring, den Cambre am Finger trägt, mit ihm auch über weite Strecken zu kommunizieren. Der Gegenstand jedoch, der als Gefäß für die gute Seele Cambres dient, werde von einer Gruppe von Priestern quer durch das Land getragen, damit er niemals an einem Ort verweile, und stets außerhalb der Dagorlad. Verbunden mit einem Sack voller Goldstücke (es müssen nahezu 1000 Münzen sein) erteilte Emildir Leandros den Auftrag, ihren Mann zu befreien und den Fluch zu lösen. Turin jedoch dürfe bis dahin nichts von der Sache erfahren, denn er weiß nicht, dass Cambre sein Vater ist.
Man kann sich vorstellen, dass Leandros sehr beeindruckt von der Geschichte war, zu beeindruckt, um sofort eine Entscheidung zu fällen. Daher erbat er sich etwas Bedenkzeit bis zum nächsten Morgen. Er meldete jedoch Bedenken an, was die uns von Bergil auferlegte Frist von einem Monat betraf. Auch hier schien Emildir uns helfen zu können, denn sie deutete an, dass es ihr möglich sei, diese Frist zu verlängern, da sie das ein oder andere gegen Bergil in der Hand habe. Emildir versprach, uns ein Zimmer bereiten zu lassen.
Auch wir anderen trafen später dann im Gasthof ein und fanden Leandros im extra für uns bereiteten Zimmer mit all dem Gold spielen. Unser Staunen war nicht schlecht bei diesem Anblick. Es wuchs jedoch noch einmal, als Leandros uns die Geschichte erzählte, die er selbst so eben vernommen. Wir beratschlagten noch die halbe Nacht, was nun als nächstes zu tun sei: das wichtigste schien, zunächst mehr zu erfahren über die Priester und den Gegenstand. Jedoch durften wir unsere Frist nicht außer Acht lassen: Cadrach ließ sich um keinen Preis davon abbringen, dass Bergil schnellstmöglich berichtet werden müsse, da er keine weiteren Todesopfer mehr ertrage. Wir beschlossen, den Auftrag anzunehmen, zunächst mehr Informationen zu beschaffen – von Emildir, von Leandros’ Vater Borothor per Kurier, auf dem Weg nach Tir Nindor durch eigene Erkundigungen - und uns dann um den magischen Gegenstand und die Priester zu kümmern. Denn wir waren davon überzeugt, dass wir diesen bräuchten, um Cambres Seele zu befreien. Mit diesem Gegenstand ausgerüstet wollten wir dann im Zuge des Überfalls auf Tol Malbor Cambre entführen und seine Seele befreien. Das war der Plan!
Am nächsten Morgen ging’s also zu Emildir. Sie erzählte uns, dass die Priester rote Gewänder tragen und zu fünft sind.
Leandros kramte in seinem Gedächtnis und …Bing! … Das Schwert von Vincent fanden wir bei fünf dahingemordeten Elben mit roten Gewändern. Welch eine Wendung! Also schien dieses Problem schon einmal gelöst. Nun wurde uns so einiges klar: Cadrach wusste nun, warum das Schwert intelligent war, und wir erkannten nun, warum Vincent sich manchmal so komisch verhält. Denn das Schwert mit der guten Seele und Cambres Körper, in der die böse Seele wohnt, scheinen sich gegenseitig abzustoßen.
Wir machten uns also frohen Mutes auf in Richtung Tir Nindor. Bei unserem Auszug aus Silberquell überreichte Cadrach dem guten, aber höchst einfältigen Wachmann Hargil die erstandenen Eimer. Ich vermute einmal, um DIESES Gesicht zu sehen, war es Cadrach das Geld wert. Hat halt Humor, mein Vetter!!!
Die erste Tagesreise verlief ereignislos und, noch immer beseelt von den Ereignissen der letzten beiden Tage, schlugen wir unser Nachtlager am Rande der Handelssstraße auf. Während dies geschah, machte sich eine Horde von Schleichkatzen über die Essenvorräte in Leandros’ Satteltaschen her. Als er dies bemerkte, war er offensichtlich viel zu verblüfft, um die Viecher zu vertreiben, denn erst nach geraumer Zeit wandte er sich an Asdemon, ihm behilflich zu sein. Asdemon seinerseits gelang es mit einer Beschwörung, eines der Tiere in einen Schlaf zu versetzen, welches wie vom Blitz getroffen zu Boden fiel und dort reglos liegen blieb. Die übrigen Tierchen zeigten sich völlig unbeeindruckt und fraßen fröhlich weiter. Leandros schien dies erst recht in Wut zu versetzen – diesmal auf Asdemon -, denn er fluchte leise vor sich hin, aufmerksame Beobachter konnten aber den Beginn einer Konzentrationsphase für eine Beschwörung bemerken. Schnell verjagte Asdemon die anderen Katzen. Welch eine Heldentat! Nur leider scheinen sich diese posierlichen Tierchen vor Angst in den Satteltaschen entleert zu haben. Jedenfalls war Leandros gezwungen, die Taschen zu reinigen, wollte er vermeiden, dass sein Kommen jeder tierischen und nicht-tierischen Nase zwei Meilen vor seiner Ankunft verraten wurde! Asdemon begann, das schlafende Tier unter seine Kontrolle zu bringen und fiel in eine Art Meditation. Seitdem hat er einen kleinen, katzenhaften Gefährten. Selbstverständlich konnte ich mich angesichts dieser gesamten Situation nicht mehr beherrschen und machte meiner Belustigung sehr laut und deutlich Luft. Leandros muss diese ganze Episode derart mitgenommen haben, dass er mir nicht einmal böse Blicke zuwarf! Cadrach ging sogar noch weiter: er brachte Leandros seinen Rucksack ebenfalls zur Reinigung, Und:er tat’s, er reinigte Cadrach den Rucksack! Er musste Fieber haben!!!
Die Nacht verlief ereignislos, ebenso der nächste Tag. All das schien uns in Sicherheit zu wiegen. Und so wurden wir nachlässig, was unsere eigene Sicherheit betraf. Bereits während der ersten Nachtwache in der nächsten Nacht, die Leandros alleine hielt, wurden wir überfallen: er selbst niedergeschlagen und bewusstlos, die anderen erwachten jeweils mit einem Mann über sich und einem Messer an der Kehle. Gegenwehr war zwecklos. Allesamt wurden wir komplett entkleidet und gebunden, dann auf unseren Wagen verfrachtet. Damit wir nichts sehen konnten und die Magiebegabten keine Beschwörungen sprechen konnten, bekam jeder einen metallenen Helm auf.
Während der Fahrt versuchten wir, uns aus unseren Fesseln zu winden, lediglich Leandros gelingt dies auch nach einiger Zeit. Gerade als er es geschafft hat und er den Helm abnimmt, sieht er bereits eine Faust in sein Gesicht fliegen. Diese streckt ihn wieder nieder, so dass er sich geschlagen geben muss. Während er erneut gefesselt wird, gelingt ihm jedoch eine derart mächtige Beschwörung, dass dem Räuber mit einem gigantischen Wasserstrahl die Gedärme weggeschossen werden. Röchelnd haucht er sein Leben aus. Diese nicht gerade leise Szene ruft aber alle anderen Räuber – übrig sind jetzt wohl noch 16, wie wir später zählen werden - auf den Plan, welche nun alarmiert sind, ihre Waffen ziehen und den Wagen umzingeln. Leandros – nun mit dem Schwert des Getöteten bewaffnet – befreit mich und startet einen Fluchtversuch. Er wendet sich nach rechts und versucht, zwischen zwei der Räuber hindurchzuschlüpfen und zu einem unserer Pferde zu entkommen. Diese beiden greifen mit ihren Schwertern Leandros’ ungeschützten Körper an. Mit einigen nicht unerheblichen Blessuren gelingt ihm jedoch die Flucht. Er schnappt sich eines der Pferde und reitet, als wäre der Dunkle Herrscher höchstpersönlich hinter ihm her. Aufgrund einiger waghalsigen Reitmanöver gelingt es ihm zu entkommen.
Unterdessen schafft es auch Cadrach, sich zu befreien. Auch er versucht zu fliehen, wird jedoch sofort von den Räubern auf den Pferden gestellt und niedergeschlagen. Ich selbst versuche eine Waffe in die Finger zu bekommen, denn die Räuber ringsum sowie zwei der Spießgesellen, die noch auf dem Wagen sind, rücken uns mit Ihren Schwertern bald zu Leibe. Nur ich kann nichts finden. Als ich aus dem Augenwinkel sehe, wie Cadrach fällt, ergebe ich mich, zumal Asdemon und die anderen noch immer gefesselt sind.
Allein, unbewaffnet, ungeschützt: ich hätte nichts tun können, außer zu sterben. Damit wäre niemandem von uns geholfen. Ich musste mich damit begnügen, dass Leandros’ Flucht glückte.
Wir alle wurden erneut und diesmal fester gefesselt und auf den Wagen geladen. Weiter ging die Fahrt. Zwei der Räuber blieben wohl zurück, um auf Leandros zu warten und ihn zu stellen, falls möglich. Nach kurzer Reise hielt der Tross an, die Räuber nahmen Cadrach mit und folterten ihn, scheinbar zum Spaß! Wir mussten all dies mitanhören! Armer Cadrach! Gut, dass Cadrach sich zu heilen imstande ist, wir anderen hätten schlechtere Karten. Aber das wird ihn wohl kaum trösten. Danach ging’s wieder weiter.
Das Pferd, welches Leandros in seiner hektischen Flucht zu fassen bekam, war dasjenige unseres Kameraden Akereth. Somit war Leandros wenigstens im Besitz einer Rüstung und einiger Waffen. Nachdem er merkte, dass er seine Verfolger abschütteln konnte, drehte er um, denn er konnte seine Kameraden ja nicht in der Gewalt der Räuberbande lassen, er musste zumindest versuchen, uns zu befreien.
Aus einer anderen Richtung kommend kehrt Leandros vorsichtig und leise an den Ort des Kampfes zurück und findet die beiden Räuber vor. Es gelingt ihm, einen der beiden niederzuschlagen, mit dem anderen entbrennt ein kurzer, aber heftiger Kampf. Da weder die Rüstung noch die Waffen Leandros’ eigene sind und weil er bereits verletzt und ziemlich erschöpft ist, muss er all sein Glück in die Waagschale werfen [Anm.: 3 Glückspunkte!!!], um den Kampf lebend zu überstehen. Zwar schafft Leandros es, seinen Gegner tödlich zu verwunden, er selbst jedoch geht ebenfalls bewusstlos zu Boden. Kurz bevor sein Gegner sein Leben aushaucht, gelingt es ihm, seinen niedergeschlagenen Kumpanen zu wecken. Der kann ihn zwar nicht retten, jedoch nimmt er Leandros erneut gefangen und bringt ihn zu uns zurück."
"Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das ist das Angenehmste; mit Spielen, das ist das Schnellste; mit Computern, das ist das Sicherste."
- Oswald Dreyer-Eimbcke
"Unsere Mannschaft ist vorne vom Feinsten bestückt... und ich genieße das von hinten. "
- Ein Torwart