... Einer der Wächter kam auf Vincent zu. Vincent seinerseits behielt zunächst seine Unschuldsmiene bei, überraschte den Wächter mit einem blitzschnellen Angriff als er nahe genug herangekommen war und streckte ihn nieder. Bevor der Rest der Wachtruppe überhaupt wusste wie ihm geschah, lag bereits die Hälfte tot auf dem Boden. Durch geschicktes taktisches Verhalten im Kampf und die starken Zauber von Magnamarra gelang es der Gruppe schnell, den Kampf für sich zu entscheiden, als auch der letzte Wächter sich schließlich ergab.
Der Gefangene - ein Ostling - verriet den Helden, nachdem man sich gezwungen sah, ihm Folter anzudrohen, dass es einen weiteren Fluchtweg außer dem gut bewachten Eingang gab. Chorenig - so hieß der Wächter - versprach den Recken, sie unbemerkt zu diesem Tunnel zu bringen, wenn es ihnen gelang, sich soweit zu verkleiden, dass auch sie als Wächtertrupp durchgingen. Der stets trickreiche Magnamarra hatte aber eine noch bessere Idee: er verlieh durch Zauberkraft allen Helden das Aussehen von Ostlingen, so dass mit Hilfe der Waffen und Rüstungsteile der toten Wachen, unter denen die eigene Ausrüstung verborgen werden konnte, das Unterfangen auch bald in Angriff genommen werden konnte.
Es gelang tatsächlich. Trotz einiger kritischer Situationen, als die Entdeckung und Enttarnung durch einen anderen Wächtertrupp drohte, kam die Gruppe wohlbehalten im Fluchttunnel an, der an einer Wendeltreppe endete, welche oben durch eine Falltür versperrt war. Candamir spürte zwei Ostlinge oberhalb dieser Falltür, so dass man bereits gewarnt war. Vincent gelang es nach kurzer Zeit, das Schloss der Falltür zu knacken und nach oben zu stürmen. Der Rest der Gruppe folgte sofort nach. Ein brillanter Plan war dies nicht, jedoch waren die beiden Wächter - bis dahin intensiv in ihr Kartenspiel vertieft - so überrascht, dass jegliche Gegenwehr ausblieb. Und dann war es auch zu spät, denn Phalon legte den einen Wächter - ein wahrer Riese von Ostling - schlafen, der zweite wurde schnell überwältigt.
Der Wachraum entpuppte sich aber nicht als die Fluchtgelgenhheit, auf die man gehofft hatte. Im Raum selber war bis auf die beiden Wächter, deren Schemel und einem wackeligen Tisch nichts zu entdecken oder zu erkennen - auch kein Ausgang. Gründliche Untersuchungen der Wände, der Decke und des Bodens förderten auch keine weiteren Erkenntnisse zu Tage, geschweige denn wurde eine Geheimtür gefunden.
Phalon hatte schließlich die rettende Idee. Wenn kein Ausgang - geheim oder nicht - in diesem Raum gebaut wurde, dann musste er selbst einen schaffen. Aus dem Umstand, dass der Eingang zu dieser merkwürdigen Wachstube durch die Falltür im Boden erfolgte, schloss er, dass der Ausgang nach oben gehen müsste. Daher zauberte er ein magisches Portal in die Decke, durch das alle - mit magischer Unterstützung - nach draußen gelangten.
Zurück beim Versteck der Pferde stellte man fest, dass diese samt Ausrüstung verschwunden waren. Da man davon ausgehen konnte, dass in Kürze eine groß angelegte Suchaktion nach den Einbrechern und Dieben begonnen werden würde, entschloss sich die Gruppe zur direkten Flucht in sicheres Terrain, und nicht die kostbare Zeit mit einer - wahrscheinlich erfolglosen - Suche nach dem Verbleib der Pferde und der Ausrüstung zu verschwenden, da nichts davon wirklich unersetzlich war.
Auf dem Weg zurück zum Dorf des Ostling-Stammes traf die Gruppe auf den Informationssammler und -händler Murkutz, der Vincent noch in bleibender Erinnerung war. Murkutz hatte - oh Wunder! - die Pferde und das Gepäck unserer Helden dabei. Auf die erstaunten Fragen, wie er in den Besitz der Tiere gelangte, gab er nur einer seiner mysteriösen Antworten. Den Helden jedenfalls schien diese nichtssagende Antwort zu genügen, und so redete man über andere Dinge. Auch allen in der Gruppe, die Murkutz noch nicht kannten, war dieser Kautz sofort sympathisch, und so plauderte man noch einige Zeit weiter, in der Murkutz der Gruppe den Hinweis gab, dass der König des Ostling-Stammes, Necr Onom Icon, vom Häuptling des Dorfes, zu dem man jetzt wieder unterwegs sei, unterstützt wird. Dies würde auch sein Fehlen beim letzten Besuch erklären. Den Worten der Stammesmitglieder, die behaupteten, ihr Häuptling wäre "verreist", hatte man eh nicht so recht geglaubt.
Nach dem Abschied von Murkutz machte man sich erneut auf zum Dorf der Ostlinge, deren Häuptlingssohn man die geraubte Frau wiederbringen wollte. Auf dem Weg begegnete man einem "toten" Steintroll. Den Valaren sei Dank kam man hier einige Jahrhunderte zu spät vorbei, denn wäre der Troll noch nicht versteinert, wäre er eine ernste Bedrohung für Leib und Leben gewesen.
Als die Recken schließlich ohne weitere Fährnisse das Dorf erreichten, wurden sie begeistert empfangen und ein rauschendes Fest, bei dem sehr, sehr viel Alkohol floß, gefeiert. der sohn des Häuptlings, Hurrugh, bedankte sich überschwenglich, dass es den Helden gelungen sei, seine geliebte Frau zu retten und zu ihm zurück zu bringen.
Nach kurzer Zeit des Feierns und der Muße, in der aber keine weiteren Erkenntnisse über den Verbleib des Häuptlings oder die seltsamen Machenschaften seines Königs gewonnen werden konnten, machte man sich auf den Weg zurück zum Handelsposten Borothors. Bereits in der ersten Nacht der Reise, die vier oder fünf Tage dauern musste, wurde die Gruppe von einem Trupp Orks, die von einem Troll angeführt - oder besser gesagt angetrieben - wurden, überrascht. Die Orks rannten ganz einfach in Panik vor dem Troll weiter, der Troll selber jedoch bemerkte die Gruppe und änderte seinen Kurs, um direkt anzugreifen. Mit vereinten Kräften jedoch gelang es den Helden, den Troll niederzustrecken. Beim Troll fand man einen Säbel und einen Kampfstab, die Von frühreren Opfern des Trolls mussten. Beide wurden als magisch eingestuft - Genaueres konnte man noch nicht sagen - und deshalb behalten. Der Rest der Reise verlief realtiv ereignislos, und so traf man Mitte des fünften Tages beim Handelsposten ein. Und wieder einmal mussten die Helden über das Organisationstalent Borothors staunen, als sie sahen, wie weit der Ausbau und die Befestigung des Postens fortgeschritten war ...
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- Oswald Dreyer-Eimbcke
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- Ein Torwart