Zwei Tage sind vergangen seit die Zauberer am Hügel der Schatten eine unangenehme Niederlage einstecken mussten. Sibroc und Cyrius verbrachten ihre Zeit mit magischen Studien bei Fanariel, während ihre Zwillingsschwester Fanaruel ihre Wunden versorgte. Broca genoss die Ruhe in der Krakenwacht und versuchte die Freunde, die ihren Beschäftigungen nachgingen, über das Geschehene zu informieren, um zu beratschlagen, was nun zu tun sei.
Eines Morgens konnte der Hobbit endlich Yusuf den Seemann, Thartalion den jungen Krieger und den wiedergefundenen Gefährten aus Tharbad, den Noldor- Animisten Wino zum Frühstück an einen Tisch bekommen.
Schnell war man übereingekommen, das Versteck der Schatten aus zu heben. Allerdings fehlte es ihnen an Unterstützung. Menelcar war in seinem neuen Leben als zukünftiger adeliger Grundbesitzer unabkömmlich, und die Zauberer leckten noch ihre Wunden. Da fiel ihnen ein Mann, der schon seit einigen Tagen in die Krakenwacht zum Essen kam, an einem der hinteren Tische auf. Sein beeindruckendes Schwert, sein Schild standen an der Wand neben ihm, griffbereit. Eine Handaxt lag neben seinem Teller. Der groß gewachsene kräftige Mann schien die Erfahrung vieler Kämpfe und vielleicht sogar Schlachten in sich zu tragen. Yusuf bat den mürrischen Kerl an ihren Tisch. Kalidor nannte sich der Recke. Er kam mit dem Schiff aus Pelargir auf der Suche nach lukrativen Aufträgen. Bald waren sich die Gefährten und der Krieger einig geworden. Für einen Anteil an der Beute, würde er mit ihnen gehen.
Während die Freunde noch ihr Frühstück verzehrten, torkelte ein alter in Lumpen gehüllter Mann in den Schankraum. Er schwankte auf die Theke zu, bettelte den Wirt um eine Flasche Wein an. Der Besitzer der Krakenwacht schob sie ihm zu und winkte ihn ungeduldig mit harschen Worten zur Tür. Als der Mann hinaus wanken wollte, fiel sein Blick auf die Gefährten und blieb an Brocas Augen hängen. Er fixierte den Hobbit, ging geradewegs auf ihn zu und sprach: „Du bist Broca. Du warst da. Nun höre die Worte und sei gewarnt:
Amulette, zum Dutzend fehlen zwei,
beherrschen die Messer der Nacht.
Dunkle Wolken ziehen herbei
und Nebel weht, wo man sie hingebracht.
Ihr Schild ist der Stein,
ihr Versteck vorm Licht.
Das Dunkel sie niemals bricht,
die Sonne ist ihre Pein.
Dann verstummte der alte Mann, trank unbeholfen einen Schluck aus seiner Flasche und schwankte etwas vor sich hinlallend aus der Schankstube.
Broca war bis in die Tiefen seiner Hobbitseele erschüttert. Die Worte hatte er kaum gehört. Doch er hatte Magie gespürt. Eine Art von Zauber, die er kannte. Sibroc hatten ihm davon erzählt, von der Magie, die den Geist beeinflussen konnte. Die Magie, die Caranguls Hexen angewandt hatten. Die Magie, die Sibroc nun mit Hilfe Fanariels verstehen lernen wollte.
Schnell waren sich die Gefährten darüber im Klaren, das die Worte des alten Mannes eine Warnung und ein Hinweis waren, auf das, was sie auf dem Hügel der Schatten erwarten sollten. Sie begannen mit ihren Vorbereitungen.
Kalidor, Yusuf und Tarthalion gingen einkaufen, einen Turmschild beim Waffenhändler um gegen die Pfeilangriffe der Schatten gewappnet zu sein. Dann zogen sie Erkundigungen im Hafen nach illegalen Warenverkäufen direkt vom Schiff aus ein, denn die Schatten brauchten Vorräte. Sie wollten sich zwischen den Waren verstecken, um so direkt in das alte Jagdanwesen, das den Schatten als Unterschlupf diente, zu gelangen. Ihre Bemühungen blieben erfolglos.
Nun fehlte ihnen noch eine Karte des Anwesens, die sie im Rathaus zu finden hofften. Kalidor sprach mit dem Schreiber Behhrin. Eine kleine Spende von zwei Silbermünzen brachte ihnen Einblick in Karten der Umgebung und des alten schon lange verlassenen Anwesens. Gegen einen weiteren Obolus von zwei Silbermünzen versprach ihnen der Schreiber eine Skizze des Lageplans bis zum Abend.
Während die Kämpfer unterwegs waren, erinnerte sich Broca an die Bibliothek Fanariels. Vielleicht konnte ihr die Zauberin beim Entschlüsseln der Verse helfen. Gemeinsam mit Wino machte er sich auf den Weg.
Und tatsächlich, Fanariel besaß ein uraltes Buch, ein Geschenk von jenem Mann, der die Gefährten heute angesprochen hatte. Er war einst ein begabter Mentalmagier, ein Mentor der Zauberin, bevor er plötzlich und unerwartet der Magie ab schwor und seitdem nicht mehr nüchtern war. Das Buch erzählte von zehn Amuletten aus verdrehtem Metall, die eine dunkle uralte Magie enthielten, die ihre Besitzer langsam aber unaufhaltsam veränderte, zum Bösen wandelte.
Mit diesem Wissen gingen Broca und Wino zurück zur Krakenwacht, wo sie auf ihre Freunde trafen. Gemeinsam planten sie ihr Vorgehen. Gebeugt über die Kartenkopie beschlossen sie das Anwesen weiträumig zu umgehen bis auf Höhe des ehemaligen Schlachthauses. Dort sollte es einen Eingang durch das Abfallrohr geben. Ja das Silber hatte den Schreiber Behhrin gesprächig gemacht. Nun fehlten ihnen nur noch Pferde. Kalidor hatte erfolglos versucht, günstig an Tiere zu gelangen. Broca bat ihren Wirt um Hilfe. Der versprach am nächsten Morgen Pferde für sie bereit zu haben. Und auch Vorräte für sieben Tage. Die Gruppe ging früh zu Bett...