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Torshavn male

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1

Sunday, September 20th 2009, 6:13pm

MERS- Abenteuer in Südgondor / Rodgau, die Vierte

Dol Amroth I, Tiranirs Schatten, Teil 1


Die Gefährten Sibroc, Ogtaba, Tarthalion, Menelcar und Broca haben einen ruhigen milden Winter in Cairg- Faergus verbracht. Ogtaba verbrachte viel Zeit bei seinem Volk, den Wasa, im Eryn Vorn. Er hat seine orkische Seite größtenteils abgelegt.

Im Frühjahr 3013 DZ gingen die Freunde gemeinsam mit dem dunländischen Gaukler Rowan an Bord der „Wellenspringer“. In gut zwei Wochen würden sie in Dol Amroth sein, Menelcars Heimat, die er vor über drei Jahren verlassen hatte auf der bisher erfolglosen Suche nach einem Verwandten. Bei ruhiger See war die Reise angenehm. Menelcar erzählten ihnen von der weißen Stadt am Meer, die im Jahr 830 DZ von Dunedain an der Stelle eines elbischen Signalturmes errichtet wurde. Heute wird sie von Fürst Imrahil regiert, der gemeinsam mit Pelargir die Marinestreitkräfte Gondors koordiniert, in einer Zeit in der die Piratenübergriffe aus Umbar zu einem immer größeren Problem werden. Er erzählte ihnen auch von seiner Familie, seinem Vater, der als Verwalter der Familie Grallau auf Haus Ranoran arbeitet. Und von Tiranir, einst Soldat im Dienste Gondors nun Waffenmeister der Grallaus, der sein Ausbilder war.

Auch der gerade einmal zwanzig Sommer zählende Rowan trägt durch seine Gaukeleien, Geschichten und Taschenspielertricks zur Abwechslung bei. Er träumt davon in Dol Amroth genug Geld verdienen zu können, um im Spätsommer weiter nach Umbar reisen zu können zum größten Gauklertreffen Mittelerdes. Unmut erzeugte sein Wunsch bei vielen der Seeleute, wie auch bei Tarthalion und Menelcar, leben doch in Umbar und seinen Ländereien die Feinde Gondors. Was kann es dort schon geben außer Staub und Sternen. Doch Rowan lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Es kann dort so schlimm nicht sein. Außerdem kommen auch wieder ruhigere Zeiten.

Nach 18 Tagen kommt Dol Amroth in Sicht. Die prächtige Burg thront hoch über der Stadt auf einem Felsen an den geschmiegt die Häuser liegen. Die großen Schwanenschiffe lagen im Hafen. Unzählige Lichter erleuchteten die weiße Stadt mit Einbruch der Dunkelheit als die Wellenspringer am Pier im Handelshafen anlegte.

Auf Empfehlung des Käpitäns Cadwallon nahm die Gruppe für diese Nacht Quartier im Gasthaus „Zur Krakenwacht“ direkt am Hafen. Am nächsten Morgen wollten sie die wenigen Kilometer zum Haus Ranoran etwas außerhalb Dol Amroths zurücklegen.

Um diese Zeit hatten sich schon viele Gäste in der Krakenwacht eingefunden. Nachdem die Freunde ein Zimmer gemietet hatten, wendeten sie sich den leiblichen Genüssen zu. Während des Essens unterhielt Rowan die Gäste mit seinen Darbietungen.

„Menelcar?“ drang eine Stimme laut und deutlich an des Kriegers Ohr. „Tatsächlich, du bist es wirklich, mein Junge“, hörten die Freunde einen alten Mann sprechen. Menelcar sprang von seinem Stuhl auf. „Tiranir“, rief er und umarmte seinen alten Lehrer. „Komm, setzte dich zu uns“, der Krieger schob den Waffenmeister auf einen freien Stuhl. „Wirt, noch ein Glas“, dröhnte seine Stimme durch den Raum. „Was machst Du hier? Wie geht es Vater und Mutter? Komm erzähle“, sprudelte es aus Menelcar hervor.

Auch Tiranir freute sich den Sohn seines Freundes wieder zusehen. Aber die Neuigkeiten, von denen er berichtete, waren keine Guten. „Kurz nachdem Du aufgebrochen bist, haben Piraten, dieses Pack aus Umbar, Haus Ranoran überfallen und geplündert. Viele gute Menschen haben dabei ihr Leben gelassen. Die Familie Grallau wurde gemeuchelt. Deine Mutter und auch meine Frau starben. Seit dem leben wir hier in der Altstadt. Dein Vater hat einen kleinen Laden aufgemacht. Dank seiner guten Kontakte zu den Seeleuten verkauft er viele exotische Dinge um seine Familie zu ernähren.“ Menelcar reagierte bestürzt und voller Zorn auf diese Nachrichten. Während er drei Jahre vergeblich nach seinem Verwandten suchte, war seine Mutter gestorben, sein Vater zu einem Krämer geworden. „Bring mich zu ihm. Gleich!“ forderte er von Tiranir. „Beruhige dich. Das alles liegt schon lange zurück. Deiner Familie geht es gut“, entgegnete der Waffenmeister. „Ich habe noch eine Besorgung für die morgige Mannbarkeitsfeier meines Sohnes zu machen. In einer Stunde bin ich wieder da. Dann bringe ich dich zu deinem Vater“, versprach Tiranir und ging. Verwirrt blieben Menelcar und seine Freunde zurück.

Es waren noch keine fünf Minuten vergangen, als ein Mark erschütternder Schrei von der Straße herein drang. „Tiranir!“, rief Menelcar und sprang auf. Seine Gefährten taten es ihm gleich. Alle stürmten aus dem Gasthaus...

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2

Tuesday, September 22nd 2009, 7:03am

Dol Amroth I, Tiranirs Schatten, Teil 2

… ein grausiger Anblick erwartete die Freunde im schwachen Licht des Mondes und der umgebenden Beleuchtung. Tiranir brach vor ihren Augen zusammen. Ein Schatten löste sich von dem Waffenmeister und verschwand in einem alten Lagerhaus. Menelcar kniete sich neben seinen Lehrer, der aus einer tiefen Schnittwunde am Hals blutete. Aus seiner röchelnden Kehle drangen leise, kaum hörbar die Worte: „Haus Ranoran“. Während die anderen den Täter verfolgten, kümmerte sich Ogtaba um Tiranir, stabilisierte ihn mit der Hilfe seiner Magie. Die herbeigeeilte Stadtwache brachte den Verwundeten in ein Zimmer im Gasthaus. Menelcar begleitete zunächst seinen Lehrer.

Die Gefährten öffneten eine Tür zum alten Lagerhaus. Im schwachen Licht der Nacht konnten sie wage das Innere wahrnehmen. Ein schmaler Gang führte um ein großes Loch im Boden herum. Es roch nach etwas feuchtem und fauligem. Ein paar gemurmelte Worte von Sibroc brachten Licht auf den Kopf seines Stabes. Kurz darauf kam auch schon Menelcar mit ein paar Fackeln im Gepäck. Offensichtlich wurde hier einst Korn gelagert, das über einen Radmechanismus in die Tiefe und auch wieder hinauf befördert werden konnte. Das Lagerhaus hatte keinen weiteren Ausgang. Also kletterte die Gruppe hinab.

Nach langem Suchen fand Broca hinter einem großen Transportkorb einen kleinen sehr schmalen Gang, der tiefer unter das Lagerhaus führte. Frische kaum verwischte Fußspuren zeigten ihnen den Weg, den der Mörder genommen hatte. Ohne weiter zu zögern folgten ihm die Gefährten in unbekannte Tiefen.

Die beiden Kämpfer Tarthalion und Menelcar kamen in der Enge gar nicht zurecht. In Panik versuchten sie zu fliehen. Erst die beruhigenden Worte des Schamanen retteten die Situation. Nach ein paar quälend langen Minuten erreichten sie endlich einen Raum, in dem sie stehen konnten. Die Gruppe wurde allerdings sofort von einem Skelett angegriffen. Die Angst, die Tarthalion zuvor im Gang gepackt hatte, löste sich nun vollständig. Er hieb auf seinen Gegner ein. Ein Schlag und das Skelett fiel in sich zusammen, denn es wurde lediglich von Drähten gehalten. Ein Schmunzeln legte sich auf die Gesichter der Freunde.

Eine verschlossene Tür auf der anderen Seite des Raumes führte, nach dem sie gewaltsam aufgebrochen wurde, in einen schon lange nicht mehr benutzten Wachraum. Das schien auch auf den übrigen Komplex zu zutreffen. Eine weitere Tür führte in einen großen leeren Raum. Nur in der Mitte lag ein einzelner Edelstein. Broca fand Spuren im Staub auf dem Boden die in östlicher Richtung führten. So gelangte die Gruppe in einen Übungsraum, in dem sie ein paar Kurzschwerter und Kampfstäbe fand. Dann verschwanden die Spuren.

Nun begannen die Gefährten die anderen Räume des Versteckes komplett zu durchsuchen. Sie stießen auf einen Schlafraum, der zwar auch schon lange nicht mehr genutzt wurde, aber ein Bett war ordentlich gemacht, schien immer noch in Gebrauch zu sein. Hier schien der Mörder seine Heimstatt zu haben. Von ihm selbst fehlte weiterhin jede Spur.

Am Ende des Komplexes stießen die Freunde auf eine solide Holztür mit Eisenbeschlägen. Natürlich verschlossen und magisch durch ein Rätsel gesichert:


Beute und Jäger zugleich in ewigem Spiel

Die Katze hetzt, erreicht nie ihr Ziel.

In diesem unendlichen Streit

Wird die Beute ewig sein zu weit.


Die Gruppe zerbrach sich den Kopf, konnte aber nicht auf die Lösung kommen. Währenddessen vertrieben sich Menelcar, Tarthalion und Broca die Zeit mit der Suche nach Schätzen und anderen Dingen, die man zu Geld machen konnte.

Plötzlich zerriss eine Explosion die Stille der unterirdischen Räume...

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3

Tuesday, September 29th 2009, 7:30am

Dol Amroth I, Tiranirs Schatten, Teil 3

...Sibroc und Ogtaba liefen zurück. Im großen Raum nach dem Eingang hatte es eine Explosion gegeben. Tarthalion lag nahe der Mitte, hatte also versucht den Rubin aufzuheben und damit die Falle ausgelöst. An den beiden Eingängen lagen Broca und Menelcar, den Valar sei Dank nur mit leichten Verbrennungen. Ihre Wunden waren schnell versorgt. Auch Tarthalions Verbrennungen konnte Ogtaba weitestgehend heilen.

In einem bisher unerforschten kleineren Raum stießen die Gefährten auf die reich gefüllte Schatzkammer. Keiner traute sich so recht hinein. Denn auch hier vermuteten die Freunde eine Falle. Wie sich herausstellte zu Recht. Als Ogtaba die Reichtümer berührte, verschwanden die Schätze. Sie waren einer Illusion zum Opfer gefallen. Die Stimmung war am Tiefpunkt. Der Attentäter schien spurlos verschwunden, wenig Brauchbares hatten sie gefunden und der weitere Weg war ihnen durch ein schier unlösbares Rätsel versperrt.

„Die Katze, die ihren eigenen Schwanz jagt“ ließ sich Brocas Stimme laut und deutlich vernehmen. Die anderen starrten den Hobbit an. „Das ist die Lösung des Rätsels“, gab Broca zur Antwort. Sofort lief die Gruppe wieder zur Tür, die sich tatsächlich auf das Losungswort hin öffnete. Dahinter lag ein Gang, der an einer alten brüchigen Hängebrücke, die einen kleinen Fluss überspannte, endete.

Wie sollten sie hinüber gelangen? Sibroc hatte eine Idee. Er nahm das Ende eines Seils, murmelte ein paar Worte und übersprang den Fluss. Die Freunde konnten sich nun beim vorsichtigen Überqueren der Brücke am Seil festhalten.

Auf der anderen Seite folgten sie einem Gang, der vor einer weiteren verschlossenen Tür endete. Zwei weitere Türen standen einen Spalt offen. Die eine führte in einen großen, ehemals pompös eingerichteten Raum, der ganz offensichtlich einst vom Herrn über diese unterirdische Heimstatt bewohnt wurde. Während Ogtaba den Raum durchsuchte, öffnete Tarthalion die andere Tür und gelangte in die echte Schatzkammer. Doch auch hier war der Attentäter nicht zu finden. Er konnte also nur die verschlossene Tür zur Flucht genutzt haben.

Während Broca seine Fingerfertigkeit zunächst erfolglos am Schloss der Tür ausprobierte, drang plötzlich Kampfeslärm aus der Schatzkammer. Ein Schatten huschte hinaus auf den Flur. Er floh Richtung Brücke, konnte aber dort von Ogtabas Wolf gestellt werden, der seinem Freund gefolgt war.

Unterdessen kämpfte Tarthalion noch immer mit dem Wächter, einer lebenden Vollrüstung, in der Schatzkammer. Als die Gruppe endlich den Schatten überwältigt, gefesselt und im Raum aufs Bett geworfen hatte, kam auch der junge Krieger mit einem grimmigen Lächeln im Gesicht hinzu.

Die Gefährten bekamen kein Wort aus dem Attentäter heraus. Er schwieg beharrlich, auch unter der Androhung von Gewalt. Also beschloss die Gruppe ihn der Stadtwache auszuliefern. Da sie nicht den ganzen Weg über die Brücke und den schmalen Eingang mit ihrem Gefangenen noch einmal zurücklegen wollten, versuchte Broca sich nochmals an der Tür. Diesmal mit Erfolg.

Doch bevor die Freunde aufbrechen konnten, spuckte der Schatten etwas in den Raum und ein Nebel breitete sich rasch aus, den der Attentäter zur Flucht nutzte. Schnell lief er in Richtung Fluss. Er sprang hinein. Doch Sibroc hob den Flüchtigen nach ein paar gemurmelten Worten in die Luft. Der erneuten Gefangennahme konnte der Schatten sich nicht mehr entziehen.

Die Gefährten trugen ihn durch die nun geöffnete Tür aus dem unterirdischen Gewölbe heraus. Sie gelangten in eine große Halle, in der in einigen Boxen Pferde standen. Während sie dem Besitzer noch erklärten wie sie hierher kamen, war die Stadtwache schon herbeigeeilt, der sie den Attentäter übergaben.

Die wenigen noch verbleibenden Stunden der Nacht wollten die Gefährten in ihrer Unterkunft verbringen. Menelcar kümmerte sich noch um seinen bewusstlosen Freund und Lehrer. Am nächsten Morgen würde ein Besuch bei seinem Vater vielleicht etwas Licht ins Dunkle bringen. Und auch die Stadtwache sollte dem Attentäter Informationen entlocken können. Was hatte Tiranir gesagt, bevor er ohnmächtig wurde? „Haus Ranoran“, ja genau. Doch was hatte es mit dem alten Landgut auf sich? Was wußte sein Lehrer, das diesen Mordversuch provoziert hatte? Die Gefährten würden es herausfinden. Morgen, nach ein paar Stunden Schlaf.

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4

Saturday, October 31st 2009, 7:42am

Dol Amroth I, Tiranirs Schatten, Erzählendes Zwischenspiel

Der nächste Morgen brachte für die Freunde ein paar Überraschungen, aber auch Hilfe und Informationen.

Nach dem Frühstück erklärte Ogtaba seinen Gefährten, das er sie verlassen wolle. Seit dem er den letzten Winter bei seinem Volk verbracht hatte, schätzte er die Einsamkeit. Er wolle sich auf die Suche nach den Wasa machen. Den Resten ihrer Kultur nachspüren. Und vielleicht mit ihnen leben. Ein paar Tagesreisen von Dol Amroth entfernt, soll es eine alte Siedlung geben. Dort wolle er anfangen. Er verabschiedete sich von seinen Freunden und ging.

Fanaruel kam die Treppe hinunter in den Schankraum. Die Wache hatte sie, die beste Heilerin der Stadt, noch in der Nacht gerufen. Seither hatte sie schon zweimal nach Tiranir gesehen. Bei ihr war ein hochgewachsener Mann, ein Elb, ein Noldor gar dem Anschein nach. Fanaruel ging auf den Tisch zu: „Menelcar, darf ich Euch meinen Meister vorstellen: Elduho. Er kommt von weit her, um seine Schülerin zu besuchen.“

„Seid gegrüßt, Elduho,“ erwiderte Menelcar. „Setzt Euch zu uns. Esst etwas mit. Und ihr natürlich auch Fanaruel.“

Die beiden setzten sich. Schon bald war die Gruppe ins Gespräch vertieft, als die Tür der „Krakenwacht“ geöffnet wurde und ein alter Bekannter über die Schwelle trat. Galadhil setzte sich zu seinen Gefährten. Er erzählte wie er seine Schwester gefunden hatte, sie und den Rest seiner Sippe ins Hohe Haus brachte, wo sie von nun an lebten und er sich auf den Weg nach Südgondor machte, um weitere Familienmitglieder zu finden und nach Hause zu holen. Als er hörte, das ihr in der Stadt wärt, hatte er sich sofort auf den Weg zum Hafen gemacht.

So ging ein guter Teil des Vormittags dahin. Als die Gruppe nun aufbrechen wollte, um Menelcars Vater zu besuchen, entdeckte Elduho einen sehr alten Bekannten, der mit zwei Fremden an einem Tisch im hinteren Teil des Schankraumes saß. Es war Araw Alanakin ohne Zweifel, doch er müsste eigentlich tot sein. Der Noldor durchmaß schnellen Schrittes den Raum und begrüßte seinen Freund. Die Gefährten schauten etwas verdutzt. Dann winkte sie Elduho auch schon heran. Im Näherkommen betrachten sie die drei Fremden. Der Eine mit dem Elb im Gespräch war groß, trug einfache Lederkleidung und einen langen Mantel. Er schien schon Älter zu sein. Er war bewaffnet mit Schwert und Dolch. Die beiden anderen trugen keine Waffen. Der Jüngere von beiden, etwa Mitte Vierzig, 1,73 m groß hatte rotblondes kurzes Haar, eine große Nase und blaue Augen. Er trug einfache Reisekleidung und einen dunklen Umhang. Elduho stellte ihn als Rilja vor. Er musste ein Gelehrter, vielleicht ein Zauberer sein. Der andere hieß Manar, war erheblich älter, vielleicht Mitte Sechzig, 1,79 m groß, mit nackenlangem blond gewelltem Haar und ordentlich gestutztem Vollbart. Er trug Gläser auf den Augen. Auch er wirkte in seiner Art wie ein Gelehrter oder gar ein Magier.

„Ich glaube wir wissen, wer für den Angriff auf euren Freund verantwortlich ist,“ sagte Rilja zu den Freunden. „Es ist ein Mann namens Lain. Er stammt aus dem kleinen Ort Moor und hat eine kleine Bande von Räubern und Dieben um sich gescharrt. Der Attentäter dürfte einer von ihnen gewesen sein.“ „Wir haben Lain bis hierher verfolgt“, mischt sich Manar in das Gespräch ein. Mit sonorer Stimme fährt er fort: „In Dol Amroth verliert sich seine Spur. Nun haben wir die Bestätigung, das er hier ist. Wir möchten euch um Hilfe bitten. Lain hat zwei Bücher gestohlen. Das eine ist nicht mehr als eine Ledermappe mit losen Blättern darin. Das andere gebunden in kupferfarbene Seide mit einem Symbol darauf. Zwei Schlangen, die sich gegenseitig in den Schwanz beißen. Bitte beschafft uns diese Bücher wieder.“

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5

Monday, December 7th 2009, 7:28am

Dol Amroth I, Tiranirs Schatten, Teil 4

Die Gefährten lebten nun schon seit einigen Wochen in Dol Amroth. Zwei Menschen hatten sich ihnen angeschlossen: der Dorwinadan Cyrus, ein Magier, den Elduho ausgebildet hatte und der Corsar Jussuf, der nach einem Streit mit seinem Kapitän in Dol Amroth fest saß.

Ihr letzter Auftrag hatte den Freunden viel Gold eingebracht, sowohl von den Herren Manar und Rilja, die sie auf die Suche nach zwei Büchern geschickt hatten, als auch vom herrschenden Fürsten, der sich so für die Säuberung des Hauses Ranoran bedankte. Dennoch dachten sie nicht gern an dieses düstere Kapitel ihres gemeinsamen Abenteuerlebens.

Als sie in die Nähe des Hauses Ranoran, das alte Landgut der Familie Grallau, gekommen waren, umfing eine undurchdringliche Düsternis das Haus, die sich auszubreiten schien. Man konnte lediglich ein paar Meter weit schauen. Und sie wurden erwartet. Ein Werwolf, ein Ungetüm aus uralten Zeiten, bewachte den auf Weghöhe liegenden Eingang zum Gebäude, das direkt an die Felsen zum Meer hinab gebaut ist. Elduho, der uralte mächtige Noldormagier, versuchte das Untier mit kraftvollen Worten in einer den anderen unbekannten Sprache zu bannen, ohne nennenswerten Erfolg. Die Kämpfer nahmen all ihren Mut zusammen und gingen die Bestie gemeinsam an. Ihre Waffen schienen kaum zu treffen. Doch mit der Zeit nahm auch der Werwolf Schaden. Aber er wehrte sich. Die Gruppe kam in Bedrängnis. Elduho hatte sich zurückgezogen. Doch nur um kurz darauf mit einem mächtigen Feuerball die unselige Kreatur zu verbrennen.

Schnell zogen die Gefährten unter Menelcars Führung, der einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend auf Haus Ranoran verbracht hatte, tiefer in das Gebäude hinab. Auch hier lag die unheimliche Dunkelheit in vielen Ecken und schien die Treppen regelrecht zu fressen. Aber es war kein Nebel, keine Dunkelheit, da war gar nichts. Das Nichts schien sich des Hauses zu bemächtigen. Angst begann in die Herzen der Freunde zu kriechen. Ein Fehltritt auf den unzähligen Treppen konnte das Ende bedeuten. Das Nichts war zum Greifen nah. Doch trotz aller Vorsicht stürzten einige an den Treppen. Sie schienen sich vor den Augen der anderen in Nichts aufzulösen. Doch die Gruppe hatte sich an den gefährlichen Stellen angeseilt. Schnell wurden die Freunde herausgezogen. Keiner redete über das, was in ihnen vorgegangen war, während sie sekundenlang verschwunden waren.

Im großen Festsaal stießen die Gefährten auf eine neue Bedrohung. Ein metallisch blaue Spinne hockte in einer Ecke des Raumes. Sie schien sich zu bewegen, blieb aber doch auf der Stelle, verbunden mit dem Nichts aus dem sie gekommen war. Doch war es nicht eine Kreatur, sondern viele, die die Spinne bildeten. Ein starkes Summen ging von ihnen aus. Vor den Augen der Freunde nahm die Viele die Gestalt eines Skorpions an. In Erinnerung an den Werwolf umging die Gruppe die Bestie und drang in die privaten Räume der ehemaligen Besitzer vor.

Im alten Dienerzimmer konnten die Gefährten mehrere Stimmen ausmachen. Sie blockierten die Tür mit einem Stuhl. Weiter den langen Gang entlang laufend, nahmen sie im letzten Raum vor den privaten Wohnzimmern ein Schnarchen war. Auch hier wurde der Eingang versperrt.

Nun standen die Freunde vor den privaten Wohnräumen. Ein Gemurmel in einer fremden Sprache drang an ihre Ohren. Als sie die Tür vorsichtig öffneten, blieben sie erstaunt stehen. Der Raum war leer. Lediglich in der Mitte stand ein Lesepult an dem der Mann stand, den sie suchten: Lian, der Dieb und offensichtlich ein Hexenmeister. Er las in einem Buch, fast ganz umgeben vom Nichts, das langsam näher rückte. Mit der rechten Hand nahm er ab und an ein Blatt von einem Stapel der direkt neben dem Buch auf dem Pult lag, und warf es ins Nichts. Kurz flammten Bilder auf: eine Räuberbande auf einer Waldlichtung, eine Frau die durch die Hand Lians starb.

Als die Gruppe ihn ansprach, blickte er kurz auf, las dann aber um so schneller weiter. Sie versuchten Lian aus dem Zimmer zu holen. Doch er klammerte sich an dem Lesepult fest. So griffen die Freunde die Bücher, versuchten dann schnell den Raum zu verlassen. An der Tür blickten sie sich noch einmal um. Das Nichts war auf dem Rückzug. Doch nahm es Lian mit sich.

Die Gruppe rannte hinunter zum Meer, stieg in das bereitliegende Boot der Familie Grallau und segelte zurück nach Dol Amroth. Die Düsternis um das Haus Ranoran zog sich langsam zurück.

In der Stadt suchten sie sofort ihre Auftraggeber in der Krakenwacht auf. Sie wollten Antworten. Sie wollten wissen, wogegen sie gekämpft hatten. Sie wollten wissen, was das Nichts war, das sie beinahe alle verschlungen hatte. Doch Manar und Rilja blieben ihnen die Antwort schuldig. Sie bestanden auf der Abmachung und legten die 100 Goldstücke auf den Tisch. Als Menelcar die Bücher nicht übergeben wollte, griff Elduho ein und schob den beiden ihr Eigentum über den Tisch.

Die beiden Herren verschwanden.

Am nächsten Tag ritt Menelcar mit Teilen der Stadtwache zum Gut um nach dem rechten zu sehen. Die Zerstörungen waren zwar noch sichtbar. Aber das Nichts hatte sich komplett zurückgezogen. Das Landgut war verlassen. Der junge Krieger meldete danach beim Fürsten seinen Anspruch auf Haus Ranoran an. Nun wartet er mit seinen Gefährten auf eine Antwort des Fürsten, der zur Zeit in Minas Tirith weilt.

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Tuesday, December 8th 2009, 7:22am

Dol Amroth II, Der Hügel der Schatten, Teil 1

Sibroc hatte in der Zwillingsschwester Fanaruels, Fanariel, eine Meisterin gefunden, die ihn lehrte seine geistigen Kräfte zu erkennen und auch zu nutzen. Er begann die Magie besser zu verstehen, die Caranguls Hexen gegen die Gruppe einsetzten. Er erkannte auch, das es keine vom Bösen korrumpierte Magie war. Sibroc studierte unter Fanariels Führung das Zauberbuch, das er den Hexen abgenommen hatte.

Während dieser Zeit verbrachte Menelcar Tage mit seiner Familie und seinem Lehrmeister. Tarthalion griff gelegentlich der Stadtwache unter die Armee, um seinen Schwertarm nicht einrosten zu lassen. Jussuf zog durch die Kneipen der Stadt von einem Spieltisch zum anderen. Broca genoss das ruhige zivilisierte Leben, vor allem die ungestörten fünf Mahlzeiten am Tag. Elduho verbrachte viel Zeit mit seinen beiden ehemaligen Schülerinnen. Und Cyrius ließ sich von Elduho tiefer in die Geheimnisse der Magie einführen.

Fanaruel hatte ihr gemeinsames Haus mit ihrem Anteil der Belohnung in ein Haus der Heilung verwandelt. Zehn Betten und drei Einzelzimmer standen der Heilerin nun im Erdgeschoss zur Verfügung. Im ersten Stock lagen die Privaträume der Schwestern und die Studierzimmer der Magierin.

Eines Tages rannte die Heilerin völlig aufgelöst zu ihren Freunden in die Krakenwacht. „Ihr müsst schnell kommen. Fanariel ist ohne Bewusstsein. Und ich kann nicht erkennen warum.“ Rasch folgten Sibroc, Cyrius und Broca der Heilerin.

In einem der neuen Zimmer im Erdgeschoss lag sie totenbleich auf dem Bett. Ihr Herz schlug nur noch schwach. Sie hatte Blut gespuckt, am Morgen als ihre Schwester sie fand. Fanaruel hatte keine Erklärung für ihren Zustand.

Die Freunde gingen hinauf in die Studierzimmer ihrer Mentorin. Mit Brocas Hilfe durchsuchten sie die Räume gründlich. Sie förderten einige Merkwürdigkeiten zu Tage, die ihnen zeigten, das sie ihre Meisterin wohl doch noch nicht so gut kannten. Neben zwei alten abgegriffenen Lederfolianten, die offensichtlich die Beschreibung zweier unbekannter Städte enthielten, fanden sie einen Beutel mit getrockneten Knospen, einen Beutel mit weißem Sand, dreißig Silbermünzen unbekannter Prägung und eine flüchtige Notiz, die auf die Spelunke „Zum Blinden Passagier“ in der Torstadt nach Einbruch der Dunkelheit hinwiess.

Mit Fanaruels Hilfe konnten sie die Knospen als harmloses Rauschmittel identifizieren, die allerdings mit unbekannten schwarzen Samen versetzt waren. Auch die Knospen sind nicht aus der Gegend, sondern eher importiert. Die Heilerin behandelte ihre Schwester jetzt gegen eine Überdosierung des Mittels. Ihr Zustand stabilisierte sich tatsächlich.

Gegen Abend machten sich die Freunde auf den Weg in die Torstadt. Im Blinden Passagier schien sich tatsächlich das merkwürdigste Gesindel zu treffen. Nachdem Sibroc den Wirt gut bezahlt hatte, bekamen sie einen eigenen Tisch. Nun warteten sie. Brocas geübte Augen erkannten schnell die vielen Geschäfte, die hier nebenbei getätigt wurden. Doch dann kam einer, den sie kannten, der eigentlich im Gefängnis sitzen sollte. Der Attentäter, der Tiranir zu töten versucht hatte. Der Wirt gab ihnen zu verstehen, das er der Händler sei, der Fanariel regelmäßig hier getroffen hatte. Auch die Gefährten wurden erkannte. Als der Mann auf dem Absatz kehrt machte, sprach Sibroc schnell ein paar Worte. Der Flüchtige verlor das Gleichgewicht und brach auf der Stelle zusammen. Schnell waren die drei bei ihm, zogen ihn hoch und machten sich auf den Weg zur Tür. Draußen angekommen, versuchten sie den Schlafenden zu wecken...

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7

Wednesday, December 9th 2009, 7:02am

Dol Amroth II, Der Hügel der Schatten, Teil 2

...“Was machst du hier?“, fuhr Sibroc den Erwachten an. „Du solltest im Gefängnis sein.“ „Nun, in Dol Amroth widerfährt den Unschuldigen wenigstens noch Gerechtigkeit“, erwiderte der Angesprochene lakonisch und bemerkte jetzt auch das Messer, das Broca ihm in den Rücken hielt. „Wir wollen ein paar Informationen von dir“, setzte Sibroc das Gespräch fort. „Ihr habt wohl Angst“, amüsierte sich der Gefangene. „Nehmt das Messer weg“, forderte er streng und selbstsicher. Ein Blick zwischen Sibroc und Broca, und der Hobbit ließ das Messer sinken. „Nun können wir miteinander reden. Was wollt ihr?“

Die Freunde erfuhren, das Fanariel seit einem halben Jahr regelmäßig kam, um die Knospen zu kaufen. Das Kraut sei eigentlich harmlos. Wer es mit den schwarzen Samen angereichert habe, wußte der Händler natürlich nicht. Mehr war aus ihm nicht herauszubekommen.

Am nächsten Morgen gingen die Gefährten zur Magierin, die mittlerweile wieder bei Bewusstsein war. Sie erzählte ihnen von ihren Versuchen mehr über die Welt der Träume und ihre Vergangenheit zu erfahren. Das erste Mal kam sie mit der Möglichkeit des Traumreisens während ihrer Ausbildung in Berührung. Als sie von der Gefährlichkeit der Knospen erfuhr, war sie erschüttert. Sie erzählte ihren Freunden noch von einem zweiten Mann, bei dem sie regelmäßig kaufte. Ein Hüne, der etwas langsam in seinem Handeln und reden sei.

Sibroc und Broca beschlossen abends noch einmal in den Blinden Passagier zu gehen. Cyrius wollte sich mit der Stadtwache unterhalten.

Der Hauptmann der Wache konnte Cyrius wenig sagen. „Der Händler Joraal, so sein Name, wurde wegen Mangel an Beweisen frei gelassen. Der Fall gilt weiterhin als ungeklärt. Sollten sich neue Hinweise ergeben, werden wir weiter nach dem Attentäter suchen.“ Mehr erfuhr der Magier nicht.

Sibroc und Broca hatten mehr Glück. Der beschriebene Mann war tatsächlich in der Kneipe und verkaufte die kleinen Beutel mit den Knospen. Einer seiner Kunde war an diesem Tag der 13 jährige Sohn von Tiranir, der eine große Menge kaufte, offensichtlich um damit selbst Geld zu verdienen. Später in der Nacht zog sich Balthrod, so nannte man den Mann, auf den Dachboden der Spelunke zurück. Broca schlich ihm nach. Der Wirt hatte den Dachboden mit vierzehn Betten in einen Schlafsaal ausgebaut. Auf einem der Strohsäcke lag Balthrod und schlief tief und fest. Das wenige Licht, das durch das Giebelfenster herein fiel, reichte dem Hobbit um sich zu orientieren. Die Kiste am Kopfende war nur mit einem Vorhängeschloss zugehängt, den Valar sei Dank nicht abgeschlossen. Mit geschickten Fingern öffnete Broca die Truhe. Er entdeckte ein Stück Pergament und einige der Beutelchen. Das Papier nahm er an sich, verschloss die Kiste und schlich hinunter in den Flur, wo ihn Sibroc erwartete.

In der Krakenwacht angekommen warfen sie gemeinsam einen Blick auf das Pergament. Es schien eine Karte der Umgebung von Dol Amroth zu sein. Zwei Orte waren markiert. Der eine war Haus Ranoran, der andere der Hügel der Schatten. Die Drei beschlossen am nächsten Tag einen kleinen Ausflug zu machen.

Im Morgengrauen verließen die Freunde die Stadt. Ihr Wirt hatte ihnen Pferde besorgt. Nach guten drei Stunden kam der auf der Karte eingezeichnete Ort in Sicht. Ein Turm ragte aus dem Wald hervor, der zwischen zwei großen Hügeln in einem Tal lag. Schatten und Nebel lagen über dem Turm und erschwerten die Sicht. Die Gefährten banden die Pferde etwas Abseits an. Sie begannen mit der Erkundung. Einem felsigen Hohlweg konnte Broca nichts Gutes abgewinnen. Der Durchgang machte ihm Angst. Sibroc fand mit magischer Hilfe heraus, das ein dunkles Amulett den Eingang bewachte. Die Freunde versuchten das Anwesen zu umrunden, um nach einem weiteren Zugang Ausschau zu halten. Das Wenige, das sie erkennen konnten, wies auf die Ruine eines größeren Anwesens hin, in dessen Mitte der Turm stand.

Sie waren noch nicht weit gekommen, als sie aus der Deckung des Waldes heraus beschossen wurden. Nur knapp verfehlten die Pfeile ihr Ziel. Sibroc glaubte erkannt zu haben aus welchem Baum geschossen wurde. Er teleportierte sich in die Nähe. Broca schlich noch etwas weiter und wollte in einem Bogen auf die Stelle zu gehen. Cyrius verharrte und wartete ab. Das Vorhaben den Drei wurde vereitelt. Die Magier gerieten erneut unter Beschuss, stürzten getroffen zu Boden. Broca disponierte nun um. Er setzte all seine Fähigkeiten ein um unbemerkt zu seinen Freunden zu gelangen. Er verband ihre Wunden, gab ihnen etwas zur Stärkung. Dann zogen sie sich langsam zu den Pferden zurück. Ganz offensichtlich ließ man sie gehen.

Zurück in Dol Amroth erzählten sie ihren Freunden von ihren Entdeckungen. Nun wollten sie gemeinsam mit vereinter Kampfkraft den Schatten auf den Leib rücken.

Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

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8

Sunday, March 14th 2010, 3:23pm

Dol Amroth II, Der Hügel der Schatten, Teil 3

Zwei Tage sind vergangen seit die Zauberer am Hügel der Schatten eine unangenehme Niederlage einstecken mussten. Sibroc und Cyrius verbrachten ihre Zeit mit magischen Studien bei Fanariel, während ihre Zwillingsschwester Fanaruel ihre Wunden versorgte. Broca genoss die Ruhe in der Krakenwacht und versuchte die Freunde, die ihren Beschäftigungen nachgingen, über das Geschehene zu informieren, um zu beratschlagen, was nun zu tun sei.

Eines Morgens konnte der Hobbit endlich Yusuf den Seemann, Thartalion den jungen Krieger und den wiedergefundenen Gefährten aus Tharbad, den Noldor- Animisten Wino zum Frühstück an einen Tisch bekommen.

Schnell war man übereingekommen, das Versteck der Schatten aus zu heben. Allerdings fehlte es ihnen an Unterstützung. Menelcar war in seinem neuen Leben als zukünftiger adeliger Grundbesitzer unabkömmlich, und die Zauberer leckten noch ihre Wunden. Da fiel ihnen ein Mann, der schon seit einigen Tagen in die Krakenwacht zum Essen kam, an einem der hinteren Tische auf. Sein beeindruckendes Schwert, sein Schild standen an der Wand neben ihm, griffbereit. Eine Handaxt lag neben seinem Teller. Der groß gewachsene kräftige Mann schien die Erfahrung vieler Kämpfe und vielleicht sogar Schlachten in sich zu tragen. Yusuf bat den mürrischen Kerl an ihren Tisch. Kalidor nannte sich der Recke. Er kam mit dem Schiff aus Pelargir auf der Suche nach lukrativen Aufträgen. Bald waren sich die Gefährten und der Krieger einig geworden. Für einen Anteil an der Beute, würde er mit ihnen gehen.

Während die Freunde noch ihr Frühstück verzehrten, torkelte ein alter in Lumpen gehüllter Mann in den Schankraum. Er schwankte auf die Theke zu, bettelte den Wirt um eine Flasche Wein an. Der Besitzer der Krakenwacht schob sie ihm zu und winkte ihn ungeduldig mit harschen Worten zur Tür. Als der Mann hinaus wanken wollte, fiel sein Blick auf die Gefährten und blieb an Brocas Augen hängen. Er fixierte den Hobbit, ging geradewegs auf ihn zu und sprach: „Du bist Broca. Du warst da. Nun höre die Worte und sei gewarnt:



Amulette, zum Dutzend fehlen zwei,


beherrschen die Messer der Nacht.


Dunkle Wolken ziehen herbei


und Nebel weht, wo man sie hingebracht.



Ihr Schild ist der Stein,


ihr Versteck vorm Licht.


Das Dunkel sie niemals bricht,


die Sonne ist ihre Pein.



Dann verstummte der alte Mann, trank unbeholfen einen Schluck aus seiner Flasche und schwankte etwas vor sich hinlallend aus der Schankstube.


Broca war bis in die Tiefen seiner Hobbitseele erschüttert. Die Worte hatte er kaum gehört. Doch er hatte Magie gespürt. Eine Art von Zauber, die er kannte. Sibroc hatten ihm davon erzählt, von der Magie, die den Geist beeinflussen konnte. Die Magie, die Caranguls Hexen angewandt hatten. Die Magie, die Sibroc nun mit Hilfe Fanariels verstehen lernen wollte.


Schnell waren sich die Gefährten darüber im Klaren, das die Worte des alten Mannes eine Warnung und ein Hinweis waren, auf das, was sie auf dem Hügel der Schatten erwarten sollten. Sie begannen mit ihren Vorbereitungen.


Kalidor, Yusuf und Tarthalion gingen einkaufen, einen Turmschild beim Waffenhändler um gegen die Pfeilangriffe der Schatten gewappnet zu sein. Dann zogen sie Erkundigungen im Hafen nach illegalen Warenverkäufen direkt vom Schiff aus ein, denn die Schatten brauchten Vorräte. Sie wollten sich zwischen den Waren verstecken, um so direkt in das alte Jagdanwesen, das den Schatten als Unterschlupf diente, zu gelangen. Ihre Bemühungen blieben erfolglos.


Nun fehlte ihnen noch eine Karte des Anwesens, die sie im Rathaus zu finden hofften. Kalidor sprach mit dem Schreiber Behhrin. Eine kleine Spende von zwei Silbermünzen brachte ihnen Einblick in Karten der Umgebung und des alten schon lange verlassenen Anwesens. Gegen einen weiteren Obolus von zwei Silbermünzen versprach ihnen der Schreiber eine Skizze des Lageplans bis zum Abend.


Während die Kämpfer unterwegs waren, erinnerte sich Broca an die Bibliothek Fanariels. Vielleicht konnte ihr die Zauberin beim Entschlüsseln der Verse helfen. Gemeinsam mit Wino machte er sich auf den Weg.


Und tatsächlich, Fanariel besaß ein uraltes Buch, ein Geschenk von jenem Mann, der die Gefährten heute angesprochen hatte. Er war einst ein begabter Mentalmagier, ein Mentor der Zauberin, bevor er plötzlich und unerwartet der Magie ab schwor und seitdem nicht mehr nüchtern war. Das Buch erzählte von zehn Amuletten aus verdrehtem Metall, die eine dunkle uralte Magie enthielten, die ihre Besitzer langsam aber unaufhaltsam veränderte, zum Bösen wandelte.


Mit diesem Wissen gingen Broca und Wino zurück zur Krakenwacht, wo sie auf ihre Freunde trafen. Gemeinsam planten sie ihr Vorgehen. Gebeugt über die Kartenkopie beschlossen sie das Anwesen weiträumig zu umgehen bis auf Höhe des ehemaligen Schlachthauses. Dort sollte es einen Eingang durch das Abfallrohr geben. Ja das Silber hatte den Schreiber Behhrin gesprächig gemacht. Nun fehlten ihnen nur noch Pferde. Kalidor hatte erfolglos versucht, günstig an Tiere zu gelangen. Broca bat ihren Wirt um Hilfe. Der versprach am nächsten Morgen Pferde für sie bereit zu haben. Und auch Vorräte für sieben Tage. Die Gruppe ging früh zu Bett...

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9

Monday, March 15th 2010, 6:51am

Dol Amroth II, Der Hügel der Schatten, Teil 4

… Bei Sonnenaufgang verließen die Gefährten Dol Amroth Richtung Osten. Zwei Tage würden sie bis zu dem alten Jagdanwesen brauchen, das den Schatten als Unterschlupf diente. Der erste Tag ihrer Reise verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Sie verbrachten die Nacht abseits der Straße, entzündeten in einer Mulde ein kleines Feuer und genossen den Eintopf, den Yusuf zubereitet hatte. Das ungute Gefühl in ihrem Inneren ignorierten die Freunde. Sie waren sich nicht sicher, ob sie nur eine Gruppe illegaler Rauschkrauthändler aufmischen wollten; oder ob vielleicht doch mehr dahinter steckte. Die Macht der Artefakte beunruhigte sie. Wenn es die selbe dunkle Macht war, die Broca und Tarthalion durch ihren Kampf gegen Carangul schon kannten, war ganz Dol Amroth bedroht. Das waren alles Ereignisse von denen Yusuf und Kalidor nichts wussten. Sie begleiteten sie für Gold. Hoffentlich war das genug.

Der Morgen des zweiten Tages brachte einen kühlen trockenen Wind der vom Meer her kam und ihnen in den Rücken fiel. Gegen Mittag verließen die Gefährten die Straße Richtung Süden. Nun würden sie das Gehöft weiträumig umgehen, um ungesehen in die Nähe des alten Schlachthauses zu kommen. Den Turm des Anwesens stets im Blick, wenn der verhüllende Nebel es zuließ, ritten sie entlang der Waldgrenze, bis sie sich ihrem Ziel auf 1000 Schritte genähert hatten. Hier banden sie ihre Pferde an, ließen ihr Gepäck zurück und machten sich bewaffnet auf den Weg.

Broca drang als Erster in den dichten Wald ein, der Gruppe immer gut zwanzig Schritte voraus. Die anderen folgten zu zweit. Zuerst Kalidor und Tarthalion, dann Yusuf und Wino. Schon bald veränderte sich der Wald. Das Unterholz wurde dichter. Die Farben schienen zu verblassen. Die Pflanzen erschienen in einem hellen graugrün. Der Nebel wurde dichter.

Sie waren dem Anwesen schon sehr Nahe gekommen, als Yusuf seine Ungeduld nur noch schwer bezähmen konnte und öfter im Unterholz hängen blieb oder geräuschvoll auf trockene Äste trat. Gezielte Pfeilschüsse ihrer Gegner waren die Reaktion. Ein unbemerktes Eindringen war nun schwerer geworden. Dennoch schafften sie es bis an die steinerne Rückwand des alten Schlachthauses.

Kalidor entdeckte den Abfallschacht, eine schmale lange Öffnung, die kaum Bewegung zuließ. Er schob Broca hinein. Der Hobbit kletterte flink hinauf. Er schaute sich in dem Raum um, der durch difuses Licht aus zwei Fenstern, die zum Inneren des Anwesens hinausgingen, schwach erhellt wurde. Die Einrichtung deutete auf einen Schlachtraum hin. Hier wurde das Wild nach der Jagd gehäutet, ausgeweidet und aufgehängt. Plötzlich ergriff den erfahrenden Hobbit ein unerträgliches Angstgefühl. In Panik ruschte er wieder hinaus durch den Abfallschacht.

Broca wollte sich nicht wieder beruhigen, nicht noch einmal in das Haus hinein. Also krocht der schlanke Seemann Yusuf hinauf, zog seine Waffen an einem Seil nach und Kalidor folgte. Erst als auch Tarthalion und Wino hinauf kletterten, fasste Broca wieder Mut. Er ging der Gruppe nach.

Aber nun ergriff die gesamte Gruppe das unbeschreibliche Angstgefühl. Yusuf war der erste, der die Tür ins Innere des Anwesens auf riss und in geduckter Haltung auf die Holzbrücke hinauslief. Tarthalion und Kalidor drückten sich rechts und links neben die Tür. Einzig der Noldor Wino verspürte keine Angst. Er konnte sogar den Ort entdecken von dem diese dunkle Magie ausging, einen kleinen Zwischenboden, der als Lagerraum genutzt wurde. Mit Hilfe Kalidors gelangte der Animist hinauf. Er entdeckte tatsächlich eins der zehn eisernen Amulette. Wino holte es herunter. Die Gruppe ließ das Artefakt zurück als sie gebückt auf die Holzbrücke hinaus schlichen.

Der Nebel im inneren des Anwesens war nicht so dicht. Sie konnten die anderen Gebäude gut sehen. Die Abenteurer beschlossen in den Turm, den Mittelpunkt der Anlage einzudringen. Als sie am Ende der Brücke angelangten, gerieten sie wieder unter Beschuss. Ein verdeckter Posten hatte sie angegriffen. Einzeln hechteten sie in die Deckung des Turms. Wino traf ein Pfeil in die Schulter. Während Broca die Wunde versorgte, schoss Yusuf ein paar Pfeile in die Richtung des Schützen. Leider ohne Erfolg.

Augenblicke später untersuchte der Hobbit die Tür, konnte allerdings keine Falle entdecken. Das Turmportal ließ sich ohne Probleme öffnen. Das Innere des Turms war Dunkel. Nur wenig Licht drang durch die schmalen kleinen Fenster. Der Noldor orientierte sich. Es schien sich um einen Schlafraum zu handeln, der spärlich mit einem Bett, einem Tisch, zwei Stühlen und einer Kommode eingerichtet war. In der hinteren Ecke befand sich eine Wendeltreppe. Lichtschein drang schwach herab. Vorsichtig schlichen die Gefährten hinauf in den ersten Stock in einen dunklen Lagerraum. Das Licht kam von weiter oben. Tarthalion stand noch am Fuß der Treppe als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel. Er drehte sich ruckartig, das Schwert in der Hand, um und stand scheinbar drei schattenhaften Gestalten gegenüber, die auf ihn anlegten.

„Lass das Schwert fallen und dir wird nichts passieren“, drang eine dunkle tiefe Stimme bis hinauf in den ersten Stock. „Und ihr kommt herunter, wenn ihr nicht wollt, das euer Gefährte den Kopf verliert“ richtete der Mann das Wort an die anderen. Tarthalion entglitt sein Schwert. Die Schatten fesselt ihm die Hände auf den Rücken, drückten ihn an eine Wand.

„Nun worauf wartet ihr?“ Yusuf und Kalidor waren sich nicht sicher, was sie tun sollten. Broca wollte kein Risiko eingehen. Sie hatten einen seiner Gefährten. Er kam herunter. Auch der Hobbit wurde gefesselt und neben den Krieger gesetzt.

„Meine Geduld ist nun zu Ende“ ertönte die tiefe Stimme erneut. „Wir kommen herauf“. „Lasst uns verhandeln!“ sagte Yusuf bestimmt. „Was bietet ihr uns, wenn wir gehen?“ Kalidor schüttelte den Kopf. „Warum sollten sie uns gehen lassen?“ meinte der Söldner zu dem Seemann. „100 Goldstücke für jeden und ihr verlasst Dol Amroth am siebten Tag, von nun an. Die Schiffspassage wird euch bezahlt.“

Wieder besseres Wissen ließen sich die Gefährten auf den Handel ein. Als sie herunter kamen, waren die Schatten verschwunden, Tarthalion und Broca frei. Und am Ausgang des Anwesens fanden sie tatsächlich eine Truhe mit dem versprochenen Gold.

Kalidor und Tarthalion holten die Pferde. Dann machten sie sich auf den Weg zurück. Nach zwei Tagen kamen die Gefährten wieder in Dol Amroth an.

Doch was sollten sie nun machen? Sie hatten gerade die Familie eines guten Freundes verkauft, der seine Heimatstadt unter diesen Umständen bestimmt nicht verlassen würde. Wie würde es den Zwillingsschwestern ergehen? Die Freunde hatten gesehen, wie grausam die Schatten sein konnten. Und was sollte aus der Weißen Stadt am Meer werden? Die Gruppe kannte die Art der dunklen Magie, die die Schatten verwendete.

Ein Schiff wird in fünf Tagen bereitliegen.Werden die Gefährten Dol Amroth und ihren neuen Freunden den Rücken kehren?

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10

Tuesday, April 13th 2010, 7:18am

Dol Amroth II, Der Hügel der Schatten, Teil 5

Die Gefährten mussten eine Entscheidung treffen. In fünf Tagen sollten sie Dol Amroth verlassen. Die Passagen auf der Gilwen waren schon gebucht worden. Die Schatten taten alles um die Gruppe loszuwerden. Nun hatte auch Sibroc endlich etwas Zeit gefunden zwischen seinen Studien; und auch Menelcar konnte sich von seinen Pflichten als zukünftiger Anwärter auf die Mitgliedschaft beim Orden der Weißen Ritter befreien.

Schnell war für die meisten klar, das man sich nicht aus der Stadt vertreiben lassen würde, auch wenn der Preis noch so hoch war und sie das Geld bereits erhalten hatten. Kalidor zog sich etwas von der Gruppe zurück, genoss die Annehmlichkeiten des Lebens. Yusuf war durchaus bereit weiterhin seinen Freunden zu helfen. Seine angeknackste Piratenehre, wollte er durch die Rückgabe des Geldes wieder herstellen. Sie einigten sich darauf, diesen Punkt auf später zu verschieben.

Die Gefährten wollten die fünf Tage nutzen um Informationen über ihre Gegner zu sammeln, um herauszufinden, wie weit die Schatten ihre Kreise bereits in der Stadt gezogen hatten. Sie teilten sich auf. Sibroc besuchte die Bibliothek, Menelcar sprach mit Tiranir und seinem Vater, Yusuf, Wino und Tarthalion gingen zum Hafen um mit dem Kapitän der Gilwen zu reden und Broca sprach noch einmal mit Fanariel.

Die Freunde fanden heraus, das die Schiffspassage für sie bereits vor vier Tagen gebucht wurde und zwar vom Hauptmann der Wache Ormon, der auch seiner Zeit den Attentäter Joraal aus dem Gefängnis entlassen hatte. Auch Tiranir bestätigte, das Ormon offensichtlich schon länger bestechlich war. Ormon nahm auch die Pflanzenlieferungen für die Schatten entgegen mit denen sie das Rauschkraut verschnitten.

Nun suchten die Gefährten nach Vorgus, dem alten Magier, der ihnen schon einmal wertvolle Hinweise gegeben hatte. Die Suche gestaltete sich schwierig, denn der seit Jahren ewig Betrunkene hatte keinen festen Wohnsitz. Seine Heimat waren die Straßen und Wirtshäuser der Torstadt und des neuen Hafens. Erschwerend kam hinzu, das die Schatten die Gruppe ständig beobachteten. Die Freunde fanden Vorgus schlafend in einer Seitengasse neben einer haradrischen Opiumhöhle. Um ihre Verfolger abzuschütteln betrat die Gruppe das gastliche Haus. Sie baten den Wirt darum, den betrunkenen Mann aus der Gasse hinter seinem Haus hereinzuholen.

Das Gespräch zwischen dem Magier und den Gefährten war geprägt von Misstrauen und Angst. Doch Vorgus wurde mitteilsamer als er die Gruppe mit seinen magischen Fähigkeiten untersucht hatte. Er erzählte ihnen von den Amuletten. Den Freunden wurde schnell klar, das sich hinten ihnen die selbe uralte dunkle Magie verbarg, die auch Carangul beeinflusst hatte. Und er sprach von einem Rucksack, der unter seinen Sachen war, die er vor Zeiten Fanariel überlassen hatte, der die Magie der Amulette bannen könnte. Mehr war er nicht bereit für die Gruppe zu tun.

Doch wie sollte man nun weiter vorgehen. Man hatte die Mittel in der Hand, doch fehlte noch internes Wissen über die Hügel der Schatten. Die Gefährten beschlossen noch einmal mit Joraal zu reden. Vielleicht konnten sie noch etwas aus ihm herausbekommen.

Nach dem sie sich ihrer Verfolger entledigt hatten, passten die Freunde Joraal vor dem Blinden Passagier in der Torstadt ab. Tatsächlich war er bereit ihnen zu helfen. Die Schatten hatten sich unter ihrem Anführen Gontran und seiner rechten Hand Balthrod in Dol Amroths Unterwelt gedrängt und mit brutaler Gewalt die Messer der Nacht unter ihre Kontrolle gebracht. Sie hatten es sogar geschafft einige zu ihrer dunklen Bruderschaft zu bekehren. Joraal wollte sie gerne wieder loswerden. Nur eine Bedingung stellte er: die Messer der Nacht durften nicht behelligt werden und Gontran und Balthrod sollten sterben. Die Gruppe erklärte sich einverstanden. Er hielt ihnen dafür hier in der Stadt den Rücken frei, unterband sogar die Nachrichtenwege der Schatten zum Hügel. Joraal erklärte ihnen den Aufbau des Verstecks der Schatten. Der Turm im Zentrum war der Sitz des Anführers und seines Stellvertreters. Die Ruinen der alten Stallungen waren zu einer düsteren Kultstätte gemacht worden. Er beschrieb ihnen auch die Lage der Amulette. Joraal riet ihnen noch die Hügel von Norden zu betreten. Der Zugang würde von höchstens vier Schatten bewacht werden. Nun stand einem weiteren Besuch des Hügels der Schatten nichts mehr im Wege.

Die Gefährten holten ihre Sachen aus der Krakenwacht und Vorgus Rucksack von Fanariel. Dann verließen sie mit Joraals Hilfe nach Einbruch der Dunkelheit unbemerkt die Stadt...

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11

Wednesday, April 14th 2010, 6:20am

Dol Amroth II, Der Hügel der Schatten, Teil 6

...Nach zwei Tagen hatten die Gefährten den nördlichen Zugang der Hügel der Schatten erreicht. Der dichte düstere Nebel waberte noch immer um die Gebäude des alten Jagdanwesens. Die Freunde warteten auf den beginnenden Tag. Als die Sonne zaghaft über die Hügel kroch, sprach Sibroc einen Zauber, den er von Fanariel erhalten hatte, über die Gruppe aus. Sie würden in den nächsten Stunden keine Angst vor den unheimlichen Dingen innerhalb des Nebels haben, die Amulette hatten keinen Einfluss auf sie. Voller Zuversicht schlichen sie sich an den Wachtposten an. Der Zauberer erhob sich in die Luft. Kurz bevor sie die Wachen erreichten, stolperte Wino. Der Lärm schreckte die Gegner auf. Aber die Gefährten waren schon in ihrer Nähe. Nach kurzem heftigen Kampf lagen die drei Schatten tot am Boden.

Der Weg ins Innere stand ihnen nun offen. Er führte über eine Holzbrücke direkt zum zweistöckigen Turm in der Mitte des Anwesens. Der Nebel hier im Inneren war schwächer, die Sicht ausreichend. Licht drang durch die Schießscharten des Turms. Als die Freunde den Turm erreichten, wurden sie von zwei Schatten gesehen, die gerade die Unterkünfte verließen. Sie nahmen sie sofort unter Beschuss. Broca traf den einen mit der Schleuder direkt im Nacken, streckte ihn nieder. Yusufs Messer, blitzschnell geworfen, steckte in der Kehle des zweiten. Wieder war keine Warnung erfolgt. Die Gruppe blieb weiterhin unbemerkt.

Nun drangen die Freunde in den Turm ein. Sibroc flog in den zweiten Stock, während die anderen die Tür des Turms öffneten. Im Erdgeschoss überraschten sie zwei Männer, die schnell tot am Boden liegen blieben. Dann folgten die Gefährten der Wendeltreppe hinauf in den ersten Stock. Ihr Eindringen war nicht unbemerkt geblieben. Ein Schatten im zweiten Stock ergriff zwei Glaskugeln. Sibroc erkannte die Gefahr. Eine Sekunde des Nachdenkens, dann ein Murmeln und ein Feuerstrahl schoss aus der Hand des Zauberers in den Rücken des Schatten. Brennend ging der Gegner zu Boden. Im Fallen zerbarsten die Glaskugeln und setzten grelle Lichtblitze frei. Sibroc kletterte nun über die Dachluke in den Turm. Raschen Schrittes lief er die Treppe hinunter. Vor dem Eingang zum ersten Stock traf er auf seine Freunde.

Das Zimmer, offensichtlich eine Wohnkammer, war nur schwach durch eine Laterne auf dem Tisch in der Mitte des Raumes und eine Kerze auf dem Schreibpult erleuchtet. Die Schatten in den Ecken schienen sich zu bewegen. Und tatsächlich. Gerade als Sibroc das Zimmer mit einem Lichtstrahl erhellen wollte, schoss ein Schatten durch den Raum. Bevor noch jemand etwas unternehmen konnte, hatte der Zauberer einen Dolch im Rücken. Lebensgefährlich verletzt, brach der Magier zusammen.

Während die anderen Sibroc sofort umstanden, um ihn zu schützen, begann Wino damit, die Wunde zu untersuchen. Der junge Noldor stoppte die Blutung, verband die Wunde und gab dem Zauberer seine Lebensenergie zurück. Kostbare Minuten verrannen. Sibroc schien die Augen nicht mehr aufschlagen zu wollen. Doch dann kam er zurück unter die Lebenden.

Die Freunde durchsuchten rasch den Turm und fanden zwei der Amulette, die rasch im Rucksack verstaut waren. Dann machten sie sich auf den Weg zum Allerheiligsten, dem Kultplatz der Schatten. Raschen Schrittes liefen sie über die Brücke zu den Schlafräumen, in denen niemand war. Nun konnten sie einen ersten Blick auf die im tiefen Nebel verborgene Kultstätte werfen. Sibroc warf drei Glaskugeln hinunter. Lichtblitze zerrissen die Nebelschwaden.

Drei Männer hielten Amulette über dem Kopf, summten und bewegten sich im Rhythmus einer unbekannten Melodie. Die Freunde schossen auf die Schatten, als plötzlich einer unter ihnen erschien, der Meister des Ordens selbst, Gontran. Mit Glück und Mut konnten ihn die Gefährten töten. Die Schatten waren vernichtet. Die Gruppe sammelte die letzten Amulette ein. Dann verließen sie den dunklen Ort.

Am späten Nachmittag traten die Gefährten hinaus in das Sonnenlicht. Sie schütteten die Amulette auf den Boden, wo sie augenblicklich unter den Strahlen des Tageslichtes vergingen. Zurück blieben nur ein paar Eisenklumpen. Der Nebel verzog sich. Die Tiere kehrten zurück in die Wälder, die das Anwesen umgaben.

Dreimal waren die Freunde an diesen Ort gekommen. Zweimal hatte man ihnen eine empfindliche Niederlage beigebracht. Nun waren sie siegreich. Den Weg nach Dol Amroth legten sie unbeschwert, frei und glücklich zurück.

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12

Thursday, April 15th 2010, 7:09am

Dol Amroth III, Erzählendes Zwischenspiel bis zum Frühjahr 3014 DZ

Während die Gefährten die Schatten bekämpften, hatte Joraal die Mitglieder und Verbündeten des Ordens innerhalb Dol Amroths aufgestöbert, von ihrem Glauben abgebracht oder der Wache übergeben.

Der Bürgermeister Amondil bedankte sich bei der Gruppe im Namen des Fürsten Imrahil, der ihnen eine Belohnung von 50 Goldstücken pro Person zukommen ließ.

Nahar, Menelcars Vater, kümmerte sich um den Wiederaufbau des Hauses Ranoran, den er aus eigenen Rücklagen und Menelcars Anteil an der Belohnung finanzierte. Bis zur Feier in einer Woche sollten wenigstens der Große Saal, die Küche und einige Zimmer benutzbar sein. Er nutzte auch seine guten Kontakte unter den Händlern und Kapitänen Dol Amroths, um wieder in den Fernhandel einzusteigen. Ein altes Handelsschiff, die „Seeteufel“, kaufte er, ließ es überholen und schickte es 5 Wochen später auf die erste Fahrt nach Pelargir. Er nahm auch den Kapitän der „Gilwen“, Hallatan, unter Vertrag. Schon bald segelten zwei Schiffe unter der Flagge der neuen Adelsfamilie. Die Geschäfte liefen gut. Die Familie gelangte zu bescheidenem Wohlstand und einigem Ansehen.

Am 15. Tag des Monats Juni im Jahre 3013 des 3.Zeitalters übergab der Bürgermeister Amondil im Namen des Fürsten von Dol Amroth im Rahmen einer kleinen Zeremonie im Rathaus der Stadt die Übereignungsurkunde des Hauses Ranoran feierlich an Nahar. Er erhob die Familie in den Adelsstand und nahm Menelcar unter die Anwärter der Weißen Ritter auf. Die anschließende Feier fand im Haus Ranoran statt. Vier Boote lagen bereit um die Freunde und die anderen Gäste hinüber zu fahren.

In den nächsten Monaten stellte sich dann schnell die Alltagsroutine ein. Menelcar ließ sich von seinem Vater in seine neuen Pflichten einweisen, erlernte den Fernhandel und nahm das Kampftraining unter Tiranirs Obhut wieder auf.

Sibroc schloss bis zum Jahresende seine Studien der Mentalmagie bei Fanariel ab. Sie erbat sich seinen Stab und fügte ihm als dritte Meisterin nach Radagast und Gandalf einige Fähigkeiten hinzu.

Elduho genoss die Zeit mit seinen beiden ehemaligen Schülerinnen und verbrachte viel Zeit auf Haus Ranoran.

Sirius nutzte die Gelegenheit mit Hilfe von Fanariels Büchern seine Studien zu vervollständigen.

Wino, der Noldor- Animist, half der Heilerin Fanaruel bei der Versorgung der Kranken und Verwundeten. Beide tauschten Wissen und Erfahrung in langen Gesprächen aus.

Yusuf arbeitete für Nahar. Er nahm Heuer auf der „Gilwen“. Er freute sich endlich einmal wieder Schiffsplanken unter den Füßen zu haben.

Tarthalion und Kalidor fuhren als Begleitschutz auf der „Gilwen“ mit. Sie gewöhnten sich rasch an das Leben auf See.

Broca schloss nähere Bekanntschaft mit Joraal, der eigentlich kein so übler Kerl war. Durch ihn lernte er sich in der Unterwelt Dol Amroths zurecht zu finden. Schon bald verschaffte sich der Hobbit Respekt unter seinen neuen „Freunden“. Ansonsten genoss Broca das ruhigen Leben.

Galadhil sahen die Freunde nur selten in der Zeit. Er begleitete häufig Überlandkarawanen nach Linhir oder Pelargir.

Den milden Winter und den Jahreswechsel verbrachten die Freunde gemeinsam auf Haus Ranoran.

Die Überfälle haradrischer Piraten auf gondorianische Handelsschiffe nahmen immer mehr zu. Auch die „Gilwen“ und die „Seeteufel“ wurden angegriffen. Doch hielten sich die Verluste in vertretbaren Grenzen.

Gerüchten zufolge blieben viele Eisenerzlieferungen aus den nördlichen Minen im Morthondtal aus. Niemand wußte wer hinter den Überfällen steckte. Das wenige Eisenerz das Dol Amroth erreichte, war „faulig“. Es eignete sich nicht zur Weiterverarbeitung. Eisen wurde ein knappes Gut.

Was würde das neue Jahr den Gefährten bringen? Wohin würden sie ihre Schritte lenken?

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13

Friday, May 14th 2010, 9:55am

Südgondor I, Piratenjagd, Teil 1

Dieser Tag im Mai des Jahres 3014 DZ versprach ein schöner Frühlingstag zu werden. Die Freunde wollten den Tag auf Haus Ranoran verbringen. Hoher Besuch hatte sich angekündigt. Surion, Gesandter des Fürsten Imrahil, wollte sie sprechen.

Die Mittagszeit war schon verflossen als ein mittelgroßer schlanker Mann in den Vierzigern von einem Diener in den kleinen Speisesaal geführt wurde. Sein langes dunkelbraunes Haar fiel ihm offen bis weit über die Schulter. Der gepflegte Vollbart gab seinen zarten Gesichtszügen etwas männliches. Sein ganzes Auftreten strahlte Würde und Autorität aus. Er war es gewohnt, das man ihm zuhörte. Begleitet wurde der Mann von zwei jungen Männern, die seinem Schutz dienen sollten und sich stets wachsam im Hintergrund hielten.

Nahar, Menelcars Vater, ging ihm freudig, aber respektvoll entgegen. Die beiden kannten sich offensichtlich schon länger. Sie begrüßten sich per Handschlag. Nahar brachte den Gast an den Tisch. „Mein Sohn, meine Freunde, ich möchte euch den Herrn Surion vorstellen, Gesandter unseres geliebten Fürsten. Er ist gekommen, uns um Hilfe zu bitten.“ Als die Freunde sich zur Begrüßung erheben wollen, vernehmen sie die kräftige dunkle wohlklingende Stimme des Gesandten: „Meine Herren, bitte keine Umstände. Behalten sie Platz. Ich grüße sie.“ Dann nahm er an der Seite Nahars Platz. Seine beiden Begleiter setzten sich zwischen die Freunde.

Surion blickte sich in aller Ruhe um, während er den Wein genoss, den ihm Nahar eingeschenkt hatte. Er musterte die Gefährten und schien zufrieden zu sein, als er seine Stimme erhob:

„Die Piraten werden in unseren Gewässern eine immer größere Plage. Immer weniger Schiffe kommen unbeschadet durch. Sowohl hier in Dol Amroth wie auch in Pelargir wollen die Händler, das ihre Fürsten etwas unternehmen. Aber, wie ihr wahrscheinlich wisst, die Lage im Süden ist extrem angespannt. Wir vermuten schon lange, das Harad und Umbar einen Krieg gegen Gondor planen. Wir ahnen allerdings auch, das etwas weitaus böseres die Fänden in diesem grausamen Spiel zieht. Die Piratenüberfälle sollen Gondor provozieren. Dol Amroth, Fürst Imrahil, will diese teure Provokation nicht länger hinnehmen. Deshalb bin ich hier. Offiziell können wir im Augenblick nichts tun. Uns sind die Hände gebunden. Euch allerdings nicht. Ihr habt der Stadt schon oft geholfen, seit auch dafür belohnt worden. Auch Anerkennung und Respekt habt ihr erlangt. Nun fragt euch Imrahil, ob ihr bereit seit den gefährlichsten der Piraten, den Lachenden Freibeuter, aufzuspüren, sein Versteck aus zu heben und ihm seinen Kopf zu bringen, ohne das der Fürst damit in Verbindung gebracht werden kann.“

Die Worte des Gesandten lagen schwer im Raum. Den Gefährten war die politische Dimension dieser fürstlichen Bitte durchaus klar. Nach einigen Augenblicken ergriff Menelcar das Wort:

„Das Vertrauen unseres Fürsten ehrt uns sehr. Wir fühlen uns wohl in dieser Stadt. Doch auch wir riskieren viel, wenn wir tun, worum Imrahil bittet. Unser Leben ist uns lieb und teuer. Was können wir aus des Fürsten Hand erwarten?“

Surion lächelt als er antwortet: „Für den Einsatz eines eurer Schiffe und eures Lebens sollt ihr aus der Hand unseres Fürsten jeder 50 Goldstücke und das Bürgerrecht Dol Amroths erhalten. Die Händler, wie ich gerade von eurem Vater erfahren habe, legen nochmals 50 Goldstücke dazu. Ihr Menelcar, ein Bürger dieser Stadt, erhaltet für eure Familie und euer junges Handelshaus eine weitere, die dritte, Schiffslizenz. Damit sollte euer Risiko ausreichend vergolten sein. Nun, was sagt ihr? Kann ich unserem Fürsten eure Zusage bringen?“

Das Angebot war wirklich großzügig. Dennoch antwortete Menelcar: „Gebt uns etwas Zeit. Genießt die Annehmlichkeiten meines Vaters Haus, während wir uns zur Beratung zurück ziehen.“

Surion nickte nur. Er ließ sich Wein nach schenken und war schon bald in ein Gespräch mit Nahar vertieft. Menelcar bat einen der Diener Hallatan den Kapitän der Gilwen zu holen. Die Gefährten gingen hinaus auf den Wandelgang, wo ihnen eine frische Brise vom Meer entgegen wehte. Diener brachten Stühle, Wein und Becher herbei. Nach kurzer Zeit kam auch Hallatan, der nach der letzten Reise, auf der auch die Gilwen überfallen wurde, Nahar Bericht erstattet hatte und die Nacht in einem der Gästezimmer verbrachte.

Schon bald waren sich die Freunde einig. Die Belohnung war in Ordnung. Hallatan hielt sein Schiff für die richtige Wahl. Wie man den Piraten heraus locken konnte war noch unklar. Aber Hallatan sollte die Gilwen reisefertig machen. Zusätzlich sollte er den Bug verstärken lassen, drei Fässer Lampenöl besorgen und genügend Holz für den Bau eines kleinen Katapults mitnehmen. Der Kapitän versprach, das Schiff sei mit der ersten Flut am nächsten Morgen bereit den Hafen zu verlassen. Nachdem er gegangen war, kehrten die Freunde zurück in den kleinen Speisesaal.

Surion blickte der Gruppe neugierig entgegen. Menelcar sprach: „Wir freuen uns unserem Fürsten dienen zu können. Wir werden seinen Wünschen gerne entsprechen, und erfreuen uns an Imrahils Großzügigkeit. Morgen früh brechen wir auf. Übermittelt bitte unserem Herrn die besten Grüße. Doch nun entschuldigt uns Surion, Vater. Es gibt noch viel zu tun.“

Surion schien zufrieden: „Danke, im Namen des Fürsten und der Stadt. Ich wünsche euch eine erfolgreiche Fahrt.“ Dann wendete sich der Gesandte wieder Nahar und dem Wein zu.

Die Freunde ritten in die Stadt um gemeinsam die letzten Vorbereitungen zu treffen. Die Nacht verbrachten sie in der Krakenwacht. Im Morgengrauen mit der ersten Flut lief die Gilwen aus. Einen Plan hatten die Freunde noch nicht. Doch sie wollten erst einmal in die Bucht von Belfalas reisen, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Das einzige, was ihnen Surion, über den lachenden Freibeuter sagen konnte, war, das er in den Roten Klippen der Küste Harads heimisch sein sollte. In dem kleinen Fischerei- und Handelshafen Sook Oda an der Mündung des Ethir Harnen, des Grenzflusses zwischen Südgondor und Harad, sollten mehr Informationen zu bekommen sein. Dann würde ihr Plan schon Gestalt annehmen...

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Sunday, May 16th 2010, 9:51am

Südgondor I, Piratenjagd, Teil 2

...Der frische Nordwind trieb die Gilwen auf das Kap von Belfalas zu. Die Freunde hatten sich in der Passagierkabine und der Unterkunft des Ersten Maats auf dem Achterdeck eingerichtet. Sie genossen die Reise bei angenehmen Wetter auf dem schönen Frachtschiff. Unter Kapitän Hallatan fuhren fünfundzwanzig erfahrene Matrosen, Männer die die Gruppe sicherlich gut gebrauchen konnte, mit. Hallatans Sohn Halmir, seine junge Frau Dorien, der erste Maat Ragnir Einauge und der Heiler Vandor vervollständigten die Mannschaft.

Die Gefährten schmiedeten Pläne wie sie den lachenden Freibeuter am besten auffinden konnten. Doch war es ihnen unmöglich sich auf eine Strategie zu einigen. Also fuhren sie weiter um das Kap herum in die Bucht von Belfalas in die der große Fluss Anduin mündete. Die Insel Tolfalas, nicht mehr als ein großer Felsbrocken, lag in der Mitte der Bucht. Die Gilwen nahm Kurs auf die Ostseite der Insel. Die Gruppe suchte die raue Küstenlinie nach einem Ort ab, an dem es möglich war, den lachenden Freibeuter in einen Hinterhalt zu locken, zum Beispiel mit einem havarierten Handelsschiff als lohnende Beute. Vergebens. Die Gilwen fuhr weiter Richtung Norden um die Insel herum. Tolfalas war heute mehr oder weniger neutrales Gebiet. Weder Harad noch Gondor konnten die Insel halten. An der Westküste kamen sie an dem kleinen Fischerdorf Gilros Bay vorbei. Das Dorf war zu klein und zu leicht vom Meer einsehbar um den Plänen der Gruppe zu genügen.

Die Gilwen segelte stetig weiter südlich an der Küste entlang bis sie auf einen langen Ffjord ähnlichen natürlichen Einschnitt traf. Der Meeresarm war gut schiffbar. Selbst eine umbarische Galeere, ein solches Schiff sollte der lächelnde Freibeuter nutzen, konnte darin manövrieren. Das Schiff der Freunde fuhr in den Fjord hinein. Kalidor entdeckte in den steil aufragenden Klippen gut getarnte in den Fels gehauene Beobachtungsposten. Am Ende des Meeresarms lag eine ehemalige Festungsstadt, die heute nicht mehr war als eine kleiner Fischereihafen. Es gab auch einen kleinen Handelsposten. Die Menschen, Haradrim, Gondorianer und Corsaren, sahen voller Misstrauen der nahenden Schiff entgegen.

Als die Gilwen am Pier festgemacht hatte, begrüßte sie ein älterer Haradrim: „Mein Name ist Falahd. Willkommen in Caras Tolfalas.“ Der Mann wirkte nervös, vielleicht sogar ängstlich: „Was führt euch in unsere abgelegene Stadt?“

„Wir würden gerne unsere Wasservorräte ergänzen“, erwiderte ein gut gelaunter Yusuf. „So lange möchten meine Freunde und ich gern eure Gastfreundschaft in Anspruch nehmen.“

Falahd rief einen der Hafenarbeiter herbei und gab ihm die Anweisung der Besatzung zu helfen. Währenddessen führte er die Gefährten in Curudors Handelshaus, eine Mischung aus Schenke und Kramladen. Curudor war ein Gondorianer in den Vierzigern, ein kräftiger Mann und ein ehemaliger Soldat, wie sich herausstellen sollte.

„Seid mir gegrüßt Fremde. Was führt euch nach Caras?“ begrüßte er die Gruppe.

„Wir ergänzen gerade unsere Wasservorräte“, nahm Yusuf das Gespräch auf. „Wir könnten auch noch Lebensmittel und Segeltuch gebrauchen“, setzte er hinzu. „Und wie wäre es mit einem kräftigen Schluck. Lasst uns gemeinsam trinken“, lächelt der Corsar den älteren Mann an.

Curudor holte eine Flasche und mehrere Becher hinter der Theke hervor: „Nehmt Platz und seit meine Gäste. Was ihr braucht, wird euch meine Frau zusammenstellen.“

„Das muss einst eine schöne wehrhafte Stadt gewesen sein“ sagte Yusuf nach dem ersten Becher dieses wunderbaren Selbstgebrannten.

„Ihr habt Recht“ erwiderte Curudor, „Caras Tolfalas war eine gondorianische Festungsstadt und ein Kriegshafen. Seit die Stadt vor vielen Jahren aufgegeben wurde, lassen wir die Festungsanlagen verfallen und führen ein einfaches ruhiges Leben im Einklang mit der rauen Natur dieses Felsens. Ihr werdet viele ehemalige Soldaten von beiden Seiten hier finden.“ „Fremde sehen wir hier gar nicht gern“ ergänzte der Händler. Falahd folgte dem Gespräch nervös.

„Wir sind auf der Suche nach ein paar sicheren Häfen“, meinte Yusuf daraufhin. Die Gegend hier ist von Piraten verseucht. Der lachende Freibeuter soll der Schlimmste von allen sein. Kennt ihr ihn?“

„Gehört haben wir natürlich von ihm“ antwortete Curudor. „Aber er hält sich fern von hier. Und damit das so bleibt, wollen wir hier keine fremden Schiffe.“

„Aber vielleicht können wir ja doch ins Geschäft kommen. Ihr habt mit Sicherheit Bedürfnisse die der karge Boden hier nicht erfüllen kann. Warum sollten wir die nicht erfüllen. Und ihr gebt uns im Gegenzug etwas mit dem wir andernorts handeln können“, trieb Yusuf freudig das Gespräch voran, „diese hübschen Schnitzarbeiten zum Beispiel die hier in eurem Laden überall ausliegen. Aus welchem Material ist der Schmuck?“

„Aus Fischknochen. Doch genug davon. Wenn wir etwas brauchen, ergänzen wir es in Sook Oda.“

„Nun gut“, meinte der Corsar abschließend. „Habt Dank für eure Gastfreudschaft. Ich denke dennoch wir sehen uns wieder.“

Kurze Zeit später verließ die Gilwen Caras Tolfalas mit Kurs auf Sook Oda, den Ort in dem sie angeblich mehr über den Lachenden Freibeuter erfahren konnten; wenn Surions Informanten Recht hatten.

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Saturday, June 19th 2010, 7:12am

Südgondor I, Piratenjagd, Teil 3

Sook Oda, eine kleine Hafenstadt an der Mündung des Ethir Harnen, des Flusses der die Wüsten Harads durchzieht. Am frühen Nachmittag fuhr die „Gilwen“ in den Hafen ein.

Sook Oda ist, obwohl schon in Harad gelegen, eine typische Grenzstadt, in der sich gondorianische und haradische Einflüsse mischen. Der vielleicht zweitausend Seelen große Marktflecken ist ein lebhafter Ort, der vom Fischfang und vom Handel lebt. Im Nordosten der Stadt liegen auf einer Erhöhung hinter eigenen Palisaden ein paar größere Häuser. Aber das Leben scheint sich in der „Unterstadt“ abzuspielen. Direkt am kleinen Hafen steht ein großes teilweise offenes Lagerhaus in dem geschäftiges Treiben herrscht. Auch im kleineren Gebäude der Handwerksgilden gehen die Arbeiter ein und aus. Regelmäßige Trupps der Wache sorgen für Ruhe und Ordnung.

Nachdem die „Gilwen“ am Pier festgemacht hatte, gingen Sibroc, Kalidor, Tarthalion, Wino und der neu gewonnene Freund Darl, ein reiselustiger Zwerg, der das Wasser nicht fürchtet, an Land. Der Magier erkundigte sich nach einer guten Möglichkeit ein zukehren und sich ein wenig auszuruhen. Ein Lagerarbeiter empfahl ihm die „Nordmaid“, die rustikale gemütliche Gaststädte von Sakur do' Akil, ein paar Schritte östlich des Hafens.

Während die Freunde durch die Straßen Sook Odas gingen begegnete ihnen ein buntes Völkergemisch von Haradrim, Gondorianern, Corsaren und Schwarzen Numenorern. In diesen von Krieg bedrohten Zeiten ein seltener Anblick. Die „Nordmaid“ ist ein altes im gondorianischen Stil erbautes einstöckiges Haus. Als die Gruppe ins Innere trat fühlte sie sich gleich heimisch. Der Wirt, ein Corsar, eilte freundlich lächelnd auf die Abenteurer zu. „Willkommen in meinem gastlichen Haus. Nehmt Platz.“ forderte der Mittvierziger seine Gäste auf. Es war ruhig in der Schenke. Die Mittagszeit war gerade vorbei, aber der Geruch von warmen Essen lag noch in der Luft. Schon bald ließen sich die hungrigen Freunde die Speisen schmecken, genossen Wein und Bier. Nach dem Essen suchten sie das Gespräch mit dem Wirt, in der Hoffnung etwas mehr über die Piraten des Lachenden Freibeuters zu erfahren. Die kannte Sakur zwar nicht, aber er erzählte der Gruppe von Gedrons Männern die sich regelmäßig in Sook Oda amüsierten, was soviel hieß wie sich zu besaufen und Krawall und Schlägereien zu beginnen. Heute Mittag hatten sie sich seit langer Zeit einmal wieder in der „Nordmaid“ blicken lassen, sich dabei aber ein paar blutige Nasen geholt. Grinsend zeigte der Wirt auf zwei Männer neben der Tür, einen zwei Meter großen Hünen aus Rhovanion und einen drahtigen deutlich kleineren Haradan. „Hallan und Yud haben sie daran erinnert, das sie hier nichts zu suchen haben“

„Wer ist Gedron?“ wollte Sibroc wissen. „Er ist der Herr der Mondsteinfestung, einer alten numenorischen befestigten Burg, 20 Kilometer südlich von Sook Oda an der Handelsstraße nach Umbar“ erklärte Sakur. „Er kann hier scheinbar machen, was er will,“ ergänzt der Wirt. „Unser Hetmann Haruth do Ramam unternimmt nichts gegen ihn oder seine Männer.“

„Weißt Du, ob die Männer noch in der Stadt sind?“ fragte der Magier. „Keine Ahnung“ meinte Sakur. „Wenn sie noch hier sind, dann in den „Drei Diamanten“ ihrem Stammlokal. Falahs Haus der Freuden versteht die Männer offensichtlich zu bändigen.“

Die Gefährten beschlossen die Nacht an Land zu verbringen um sich noch ein bisschen um zuhören. Sie nahmen Zimmer in der „Nordmaid“. Anschließend gingen sie zu den „Drei Diamanten“...

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Monday, July 5th 2010, 9:04am

Südgondor I, Piratenjagd, Teil 4 Der Kampf mit dem Drachen

Der Wüstendrache flog direkt auf uns zu. Der riesige Sand farbene Körper schoss direkt aus der Sonne auf uns herab. Ich hatte längst meine Armbrust gespannt um auf den Gegner anzulegen. Doch meine Hände begannen zu zittern. Eine unbeschreibliche Angst griff nach mir. Auch die anderen schienen sich nicht mehr rühren zu wollen. Wie konnten wir nur in diese Situation geraten. Wir suchten einen Piraten, nicht den Tod in Fängen dieses grausamen Monsters.

Es war ja schon einiges passiert, seit dem ich mich der Gruppe in Dol Amroth angeschlossen hatte. Ich hatte mich ihnen als Darl vorgestellt. Sie waren die einzigen die einen Khazad mit auf See nehmen wollten. Nirgends sonst konnte ich anheuern. Meinem Volk war das Meer zuwider. Aber ich hatte es schon immer gemocht. Ich fühlte mich wohl auf den Planken eines Schiffes. Unsere Reise führte uns durch die Bucht von Belfalas, immer auf der Suche nach dem Lachenden Freibeuter. Mit den Kriegern der Gruppe verstand ich mich schnell. Tarthalion, Menelcar und Kalidor hatten mich als einen der ihren anerkannt. Verstand ich doch augenscheinlich mit Axt und Armbrust umzugehen. Yusufs ausgelassene Heiterkeit ist mir etwas suspekt. Aber ich schätze sein sicheres Gespür für ein gutes Geschäft. Sibroc bleibt für mich undurchschaubar. Er scheint die Kunst der Magie zu beherrschen. Solchen Zauberern habe ich noch nie vertraut. Dann ist da noch Wino, der Noldor. Es fiel mir schwer ihn überhaupt zu akzeptieren. Mein Volk liegt schon so lange mit den Elben in Hader, das es für mich nur natürlich ist, ihn zu hassen. Doch er hat außerordentliche Fähigkeiten als Heiler. Vielleicht ist es mit den Elben wie mit dem Meer. Sie sind gar nicht so schlimm, wie immer gesagt wird. Mit den anderen hatte ich bisher nur wenig Kontakt.

Nun der Drache kam noch immer auf uns zu. Meine Hände wollten nicht aufhören zu zittern. Wir waren gestern erst in Sook Oda angekommen. Nachdem wir im Gasthaus „Nordmaid“ Zimmer genommen hatten; Sibroc hatte sich lange mit dem Wirt unterhalten; konnten wir die Spur des Piraten aufnehmen. Einige seiner Männer waren offenbar in der Stadt gewesen um sich zu amüsieren, erst in der „Nordmaid“, dann sind sie wohl weiter gezogen in die „Drei Diamanten“. Sie hatten also erst mächtig gebechert und wollten dann scheinbar noch den örtlichen Juwelier ausnehmen. Alle lachten als ich meine Theorie äußerte. Kurz darauf wußte ich auch warum. Die „Drei Diamanten“ war kein Schmuckgeschäft sondern ein menschliches Freudenhaus. Da war die Aufregung allerdings groß. Meine Freunde mussten schon lange keine Frau mehr gesehen haben. Nicht anders war das Lächeln auf ihren Gesichtern und ihre Nervosität und Aufregung zu erklären. Ich blieb ruhig. Mich stieß der süße Geruch verbrennender Kräuter und die verschwenderische Ausstattung des Raumes ab. Schon bald wurde klar, das wir auf der richtigen Spur waren. In einer der abgetrennten Privaträume brach ein Krawall los. Schnell kamen ein paar große Kerle, die die Ruhestörer vor die Tür setzten. Sie sahen aus, wie die Männer, die wir suchten. Dann war plötzlich auch Sibroc verschwunden. Als ich hinter den Piraten her wollte, hielt mich Kalidor zurück. „Wir warten hier, bis Sibroc wieder kommt“

Es dauerte lange bis der Zauberer zurück kam. Dann verließen wir endlich dieses Freudenhaus. Wieder draußen an der frischen Luft erzählte Sibroc: „Die beiden sind zu einem Mietstall gegangen, haben ihre Pferde geholt und die Stadt in Richtung Süden verlassen. Ich konnte Ihnen noch bis zur Küstenstraße folgen. Dann ließen sie ihre Pferde antraben und verschwanden im Mondlicht.“

Während Kalidor und Sibroc zum Mietstall gingen um Pferde für uns zu besorgen, gingen wir zurück in die „Nordmaid“. Am nächsten Morgen wollten wir die Verfolgung aufnehmen. Was auch nicht sonderlich schwer sein sollte, lag doch an dieser Küstenstraße lediglich die Mondsteinfestung, eine alte numenorianische Burganlage. Östlich von ihr begann bereits die Wüste. Nun standen wir also hier, einen Tag nachdem wir aufgebrochen waren und sahen dem Tod ins Auge. Unsere Pferde hatten es richtig gemacht. Sie waren abgehauen als sie den Drachen bemerkten. Aule sei Dank ohne unsere Ausrüstung, die wir gerade zur Rast abgepackt hatten.

Hier sollte also unser Leben enden. Langsam wurden meine Hände ruhiger. Doch ein sicherer Schuss war mir noch nicht möglich, als plötzlich eine Steinwand aus dem Boden vor uns aufschoss, die den Drachen zum Abdrehen zwang. Sibroc hatte also die Nerven behalten. Verdammt dieser Zauberer war gut. Ich machte einen halben Schritt zurück, ließ mich auf ein Knie fallen und zog die Armbrust etwas höher. Meine Hände waren ganz ruhig, die Angst völlig verschwunden, als der Bolzen dem Ungetüm entgegen flog. Gemeinsam mit Winos Pfeil, der ebenfalls aus seiner Starre erwacht war, traf das Geschoss den ungeschützten Bauch des Wüstendrachen. In der Luft wankend vollendete das Monster sein Flugmanöver, zog in einer Schleife über uns hinweg und schoss hinab in den Wüstensand.

Doch nur Sekunden später kam der Drache wieder auf uns zu. Er kroch schnell wie eine Schlange durch den Wüstensand. Ich ließ meine Armbrust fallen, löste die Axt von meinem Rücken und lief an der Mauer vorbei, einen Kampfschrei auf den Lippen, direkt auf das Ungetüm zu, das sich inzwischen auf seine Beine erhoben hatte. Tarthalion und Kalidor waren längst an mir vorbei, standen rechts und links neben dem Drachen und schlugen auf das Monster ein. Ich überholte Wino, der bereits wieder einen Pfeil auf die Bogensehne gelegt hatte und Sibroc, der etwas murmelte und mit den Händen gestikulierte. Ich lief weiter, direkt auf die breite ungeschützte Brust des Wüstendrachen zu. Bevor ich meine Axt mit aller Kraft in seinen Körper trieb, traf das Ungetüm auch noch ein Feuerstrahl. Dann brach der Wüstendrache, von meiner Streitaxt tödlich verwundet, über mir zusammen. Und wieder einmal dankte ich meinem Schöpfer, das er mich so kraftvoll und stark geschaffen hatte. Meine Freunde mussten mich zwar unter dem Monster hervor ziehen. Aber außer ein paar blauen Flecken hatte ich nichts abbekommen. Wir alle waren unversehrt. Nun brach sich die Freude Bahn. Wir hatten es tatsächlich geschafft, mit vereinten Kräften diesen Drachen zu töten; unser Leben, das bereits zu Ende schien, noch einmal zurück zu gewinnen.

Später, nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, gingen wir weiter die Straße entlang in Richtung Mondsteinfestung, die wir am Abend auch erreichten. Eine mächtige beeindruckende uralte Festung errichtet auf einem Felsen hoch über dem Meer. Wir brauchten lange, um eine Bestätigung für die Anwesenheit von Piraten zu finden. Aber schließlich entdeckten wir einen Belüftungsschacht in unmittelbarer Nähe der Burg aus dem Rauch aufstieg. Als wir die Küstenlinie von oben aus untersuchten, entdeckten wir den Eingang zu einer Grotte. Doch was war nun zu tun? Wie sollten wir den Lachenden Freibeuter in unsere Hände bekommen?

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Wednesday, July 14th 2010, 2:40am

Südgondor I, Piratenjagd, Teil 5 Die Grotte

Schnell hatte es sich in Sook Oda herumgesprochen. Die Pferde waren allein zurückgekommen. Was aus meinen Gefährten geworden war, wußte niemand. Unser Schiff, die Gilwen, lag zum Auslaufen bereit im Hafen. Nichts ist langweiliger als ein vor Anker liegendes Schiff. Ich hatte also nichts zu tun, nahm die Pferde und folgte der Spur meiner Freunde.

Was war ihnen zugestoßen? Der Gedanke ließ mir keine Ruhe. Auch wenn ich auf dem Rücken eines Pferdes nicht wirklich zu Hause bin, meine Heimat ist das Meer, kam ich doch gut voran. Als ich die Überreste des Drachens erblickte, machte ich mir ernsthaft Sorgen. Doch ihnen schien nichts passiert zu sein. Ich fand ihre Spuren. Sie folgten weiterhin der Küstenstraße in Richtung Mondsteinfestung. Im Morgengrauen erreichte ich die Burg. Die Pferde band ich in einem kleinen Wäldchen an. Kurze Zeit später entdeckte ich Kalidor, Tarthalion, Sibroc, Wino und Darl in der Nähe der Steilküste.

„Yusuf, wo kommst Du denn her?“ entfuhr es überrascht Winos Mund. „Ich habe mir Gedanken gemacht als die Pferde ohne euch zurück kamen,“ erwiderte Yusuf. „Und habt ihr eine Spur vom Lachenden Freibeuter gefunden?“ fragte der Corsar. „Nicht direkt“, nahm Kalidor das Wort. „Wir haben wahrscheinlich den Eingang einer Grotte gefunden und einen Lüftungsschacht aus dem Rauch aufsteigt. Wir sehen aber bisher keine Möglichkeit unsere Vermutungen zu bestätigen. Wir sind noch nicht einmal sicher, ob die Festung ein Teil des Piratennestes ist.“

„Vielleicht gibt es noch einen Eingang zur Grotte oder einen Weg hinunter zur Küste.“ versuchte ich etwas Optimismus zu verbreiten. Wir nutzten den aufziehenden Morgen um weiter zu suchen. Wir näherten uns dem Wäldchen in dem ich die Pferde abgestellt hatte. Die Bäume verbargen eine Gruppe von Felsen. Hier entdeckten wir den verborgenen Zugang zu einer kleinen Höhle. Ich entzündete meine Öllampe. Wir traten ins Dunkel, zogen die Tür hinter uns zu. Doch die Höhle hatte keinen Ausgang. Sie schien lediglich als Versteck zu dienen. Bis Kalidor plötzlich meinte: „Ich habe etwas gefunden.“ Er hatte tatsächlich eine Geheimtür entdeckt. Links neben der Tür gab ein Handteller großes Stück der Wand nach. Ein leichtes Drehen und die Tür sprang auf. Als Kalidor die Tür ganz aufgezogen hatte, konnten wir das Salzwasser förmlich schmecken. Wir schienen auf dem richtigen Weg zu sein. Der Gang dahinter fiel stetig zum Meer hin ab. Kalidor ging vor. Ich folgte ihm mit der Öllampe. Tarthalion, Sibroc, Wino und Darl schlossen sich an.

Der Tunnel schien nicht enden zu wollen. Plötzlich hörte die Abwärtsbewegung auf. Der Gang verlief weiter parallel zum Meeresspiegel und endete abrupt vor einer alten Eisen beschlagenen Tür. Die Feuchtigkeit hatte das Eisen rosten lassen. Auch der Boden war rutschiger geworden. Ich warf einen Blick auf das Türschloss. Der Schlüssel war darin abgebrochen worden. Mist, das würde Zeit in Anspruch nehmen; vorausgesetzt ich würde etwas finden, womit ich den Rest des Schlüssels drehen konnte. Kalidor half mir mit dem Verschluss seines Umhangs aus. Kein einfaches Unterfangen. Doch nach einer halben Stunde hatte ich es schließlich geschafft. Das Schloss sprang auf.

Kalidor drückte die Tür einen Spalt breit nach außen auf. Intensiver Meeresgeruch strömte uns entgegen. Natürliches Licht erhellte den Gang. Der Söldner wagte sich etwas weiter vor. Ein Blick nach links offenbarte eine scheinbar riesige Höhle die nur schwach erleuchtet schien. Niemand schien den Gang zu kennen durch den wir hier her gelangt waren.

Wir ließen den größten Teil unserer Ausrüstung im Tunnel zurück, gingen hinaus und wandten uns dem Sonnenlicht zu. Nach wenigen Schritten standen wir am Rande einer riesigen Grotte. Das Meer brandete gegen einen aus dem Stein geschlagenen Pier. Hier gab es genug Platz um beide Piratenschiffe zu verstecken. Die kleinere Buchtadler und die Kriegsgaleere Meister Seewolf. Doch die Schiffe waren nicht da, die Grotte menschenleer. Wir hatten Glück die Piraten waren auf Kaperfahrt. Wir konnten uns in Ruhe umschauen.

Die große Höhle, die wie eine Verlängerung der Grotte erschien, war nur schwach durch Öllampen an den Wänden erleuchtet. Es war kaum etwas zu erkennen. Wir hörten leise Wasser rauschen, als wir uns nach rechts in die Dunkelheit bewegten...

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Wednesday, July 14th 2010, 12:21pm

Südgondor I, Piratenjagd, Teil 6 Befreiung der Sklaven

...Ich mochte Erdlöcher nicht besonders egal wie groß sie waren; ob man sie Höhlen oder Grotten nannte. Einige meines Volkes hatten ich zwar daran gewöhnt, hatten sogar ihre Wohnungen unterirdisch gebaut, oftmals mit der Hilfe der unsäglichen Zwerge. Aber ich hatte nur das schöne Leben in Bruchtal kennen gelernt und vermisste meine Heimat gerade in solchen Situationen wie jetzt. „Träumst Du, Elb?!“ rissen mich Darls Worte in die Wirklichkeit zurück. „Nimm endlich deinen Dolch und komm mit Wino. Es wird interessant.“ Dann war der Zwerg auch schon in den Schatten verschwunden. Meine Hand schloss sich fester um die Waffe. Ich folgte den anderen so schnell ich konnte.

Das Plätschern von Wasser wurde lauter als wir tiefer in die Höhle eindrangen. Ein schmaler flacher Bach kam von Osten und verschwand hier in einem kleinen Durchlass der Wand. Ich erfrischte mich mit einem Schluck des kühlen Nass. Dann überquerte auch ich den Wasserlauf.

Die Gefährten standen bereits an einem breiten Durchgang im Süden. Alles blieb still, als wir in den kurzen Gang dahinter eindrangen der vor einer alten Eisen beschlagenen Holztür endete. Yusuf schien diesmal keine Probleme mit dem Schloss zu haben. Hinter der Tür verbarg sich ein Lagerraum voll gestopft mit Kisten, Fässern und Stoffballen. „Hier liegt ein schöner Gewinn für uns,“ meinte Yusuf leise nachdem er sich genauer umgesehen hatte. Ich schüttelte nur den Kopf. Gold schien das Einzige zu sein, was den Corsaren antrieb. Doch ich wußte es mittlerweile besser. Der Seemann hatte das Herz am rechten Fleck.

Ich zog die Tür hinter mir zu als ich den anderen folgte. Wir kamen jetzt offensichtlich in den zur Zeit bewohnten Teil der Höhle. Die Anzahl der Laternen an den Wänden nahm zu. Überall standen geöffnete Kisten und Fässer. Aber wir sahen immer noch niemanden. Jedoch drangen Gesprächsfetzen an unsere Ohren. Wir näherten uns einem Durchgang im Osten der Höhle. Die Gespräche würden lauter. Es schienen vier Personen zu sein, die sich unterhielten. Sie unterhielten sich auf Haradrisch wie Yusuf bemerkte. Er hörte auch einen gondorianischen Akzent heraus. Der Seemann erinnerte sich sofort an die alte Festungsstadt Caras Tolfalas auf dem Inselfelsen in der Bucht von Belfalas. Mir sagten die Worte nichts. Mich erschreckte eher der ekelhafte Geruch nach Fäkalien, Siechtum und Tod der uns aus dem Gang entgegen strömte. Hier starben langsam Menschen. Niemand schien das zu kümmern. Ein paar Schritte in den kurzen Gang offenbarten dahinter einen Raum der von vier großen Gefängniszellen eingenommen wurde. Es waren die Wachen die sich unterhielten; vier Männer, zwei Haradrim, ein Gondorianer und ein Corsar. Hinter den Gittern konnte ich nur Schatten und Schemen erkennen. Ich musste etwas tun. Hier starben langsam Menschen. Ich konnte ihnen vielleicht helfen. Den Dolch in der Hand ging ich auf die Zellen zu, als mich ein fester Griff an der Schulter packte. Ich drehte mich um. Meine harschen Worte schluckte ich herunter als ich in die entschlossenen Augen Kalidors blickte. „Später,“ kam es leise über seine Lippen. Ich ließ mich von ihm in die Höhle zurückziehen. Dann verschwand der Söldner wieder an der Spitze der Gruppe.

Wir fanden noch einen weiteren Zugang im Norden, eine verschlossene Tür von der wir annahmen, das sie einen Weg in die Mondsteinfestung verbarg. Wir zogen uns zur Tür des Geheimganges zurück.

Für mich war klar, was nun zu tun war. Wir mussten die Menschen aus den Zellen befreien und ihnen helfen. Weiter dachte ich nicht. Wie wir sie hier wegbringen sollten? Wann die Piraten zurück kamen? Ob wir zuerst die Festung in Augenschein nehmen sollten? Das waren alles Fragen mit denen ich mich nicht beschäftigte. Den Valar sei Dank machten sich Kalidor und Yusuf Gedanken. Sie kamen schließlich zu dem Entschluss, das wir weitere Informationen brauchten. Da waren die Wache nun einmal die erste und einzige Wahl.

Kurz darauf standen wir wieder im Zellentrakt. Der Plan war denkbar einfach. Der Gang vor den Zellen, an dessen südlichem Ende die Wachen um ein Feuer saßen, war schmal. Ein einzelner Mann konnte darin gut kämpfen. Aber zwei nebeneinander, das war unmöglich. Kalidor umfasste seine beiden Handäxte fester und ging voran. Tarthalion gab ihm mit dem Bogen Deckung; gleiches tat Yusuf mit seinen Wurfmessern. Wir standen am Eingang zur großen Höhle um eventuell heran eilende Verstärkung unter Beschuss zu nehmen.

Während ich mit Darl und Sibroc das Halbdunkel im Augen behielt, tobte hinter uns ein kurzer heftiger Kampf. Als es wieder ruhiger wurde, verließ ich meinen Posten und wollte mich meiner eigentlichen Aufgabe, der Befreiung und Heilung der Sklaven, zuwenden. Die beiden Haradrim lagen tot am Boden. Der Gondorianer hatte sich ergeben. Auch der Corsar hatte seine Waffe fallen lassen. Tarthalion hatte ihn böse erwischt. Ein Pfeil hatte seinen rechten Oberarm beinahe durchschlagen.

Während die anderen unsere Gefangenen bewachten ging Kalidor mit einem Schlüsselbund in der Hand zu den Zellen. Ich begleitete ihn. Er baute sich nacheinander vor jeder der vier Zellen auf. „Wir wollen euch helfen. Ihr müsst keine Angst haben,“ begann der Söldner seine kleine Rede. „Wino, unser Heiler, wird eure Wunden versorgen. Ihr könnt euch hier in der Höhle frei bewegen. Wascht euch im Bach. Nehmt euch Kleider aus der Lagerhöhle. Wir helfen jedem der sich nicht selber helfen kann. Wer sich kräftig genug fühlt und mit Waffen umzugehen versteht, meldet sich danach bei mir. Wir brauchen jede Hand im Kampf gegen die Piraten.“ Der Söldner gab mir den Schlüsselbund und verschwand am Ende des Ganges um die Gefangenen zu verhören, wie ich bald darauf aus dem Augenwinkel mitbekam.

Ich schloss die Zellen auf. Wer gehen konnte kam mir schon bald entgegen um sich zu erfrischen. Ich wollte mich zuerst um die kümmern, die noch in den Zellen lagen. Ich bat Sibroc und Darl um Hilfe. Sie holten Wasser, frische Kleidung und einfache Nahrung. Sie halfen mir Verbände anzulegen. Viele litten unter Husten, Gelbsucht, Fieber und anderen Mangelerscheinungen. Ich half so gut ich konnte. Wir errichteten Bettenlager außerhalb der verschmutzten Zellen. Meine Mittel waren zu beschränkt. Wir mussten die Menschen hier wegbringen.

Als Stunden später alle soweit versorgt waren, rief mich Kalidor zu sich. „Wie sieht es aus, Wino?“ wollte der Söldner wissen. „Wir haben 120 Sklaven befreit,“ begann ich zu sprechen. „10 hast du unter Waffen genommen. 25 brauchen mindestens einen Tag bis sie wieder laufen können. Der Rest ist in ein paar Stunden reisefertig. Meine Heilkräuter sind fast verbraucht. Ich brauche ein bisschen Ruhe um weiter helfen zu können,“ beendete ich meinen Bericht. „Danke,“ erwiderte Kalidor. „Leg dich schlafen. Wir wecken dich, wenn es nötig wird.“ Ich nickte und ließ die drei zurück. Sibroc und Darl versorgten die Kranken und Verletzten weiter mit dem Nötigsten.

Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen hatte, als Darl mich weckte. „Komm,“ meinte er nur. Ich fühlte mich besser. Die befreiten Sklaven schienen reisefertig zu sein. Sie hatten also einen Weg gefunden, sie hier heraus zu bringen. Kurz darauf erklärte mir Kalidor den Plan. „Sibroc und Ulbor, der gondorianische Wächter sind gestern nach Sook Oda geritten um die Gilwen zu holen,“ erklärte mir der Söldner. „Du, Darl und ich werden jetzt die Menschen durch den Geheimgang zu einem verborgenen Strand außerhalb der Sichtweite der Mondsteinfestung bringen. Morgen früh wird die Gilwen euch dort aufnehmen. Ihr segelt dann weiter nach Caras Tolfalas, ohne noch einmal in Sook Oda an zu landen. Ich kehre mit Ulbor hierher zurück. Dann kümmern wir uns um die Piraten,“ beendete Kalidor seine Ausführungen. „Wenn alles gut geht, folgen wir euch mit der Buchtadler in ein paar Tagen,“ fügte Yusuf noch hinzu. Dann brachen wir auf.

Der Marsch nahm fast den ganzen Tag in Anspruch. Wir mussten immer wieder Pausen einlegen um die Befreiten rasten zu lassen und sie zu versorgen. Doch wir erreichten den schmalen Strand mit Einbruch der Nacht. Als am nächsten Morgen die Gilwen kam, brachten wir die Menschen schnell an Bord. Ich reichte dem Söldner die Hand: „Pass auf dich auf Kalidor. Mögen die Valar euch beschützen und eure Arme stärker sein, als die unserer Feinde.“ Dann ließ auch ich mich hinüber zur Gilwen fahren. Kalidor und Ulbor liefen die Steilküste wieder hinauf. Mein Blick folgte ihnen bis sie zwischen den Felsen verschwanden...

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Friday, July 16th 2010, 2:54pm

Südgondor I, Piratenjagd, Teil 7 Erfolgreiche Jagd

...Nun stand ich endlich wieder als freier Mann am Steuer eines Schiffes. Die „Buchtadler“ segelte zügig an Sook Oda vorbei aufs offene Meer hinaus Richtung Caras Tolfalas. Vor fast einem Jahr hatte mich der Lachende Freibeuter gefangen, als er das Handelsschiff überfiel auf dem ich als Navigator angeheuert hatte. Meine erste Fahrt nach vier Jahren gondorianischer Kriegsmarine. Aber ich konnte mich nicht beklagen. Sie hatten mich das Steuermanns- und das Navigationspatent machen lassen. Aber dann hatte ich genug. Ich wollte mehr von der Welt sehen. Doch die Ruderbank machte mir einen Strich durch die Rechnung. Fast ein halbes Jahr quälten mich die Piraten, bis sie endlich erkannten, wo meine Stärken lagen. Auf meiner ersten Fahrt als Steuermann der „Meister Seewolf“ musste ich ja unbedingt gegen den Freibeuter auf begehren. Das brachte mir dann den Posten als Kerkerwache ein.

Plötzlich riss mich eine Stimme vom Bug des Schiffes aus meinen Gedanken. „Sind wir auf Kurs, Ulbor?“ fragte Yusuf. „Alles klar. Wenn der Wind uns weiterhin so gewogen ist, sind wir in zwei Tagen in Caras Tolfalas,“ antwortete ich dem Corsaren.

Da standen die drei Männer, die 160 Sklaven, Selnoi und mich befreit und Gedron, den Lachenden Freibeuter und seine rechte Hand Zokhad gefangen genommen hatten. Yusuf, Kalidor und Tarthalion blickten dem Horizont entgegen. Die anderen der Gruppe waren auf der „Gilwen“ mit den Sklaven schon voraus gefahren. Wir hatten die Piraten in der Grotte empfangen.

Als die „Buchtadler“ in den geheimen Hafen einlief und am Pier festmachte, waren die Vorbereitungen längst abgeschlossen. Der Entladeplatz für die „Meister Seewolf“ war zu einer kleinen Festung ausgebaut worden in der sich zehn befreite Sklaven, Yusuf, Kalidor und Tarthalion versteckten. Am Hebekrahn war ein großes Fass mit Öl befestigt und der Weg in die Festung war Öl durchtränkt. Nun lief auch die umbarische Kriegsgaleere ein.

Selnoi war bereits nach oben gelaufen um in den Stallungen Feuer zu legen. Meine Aufgabe war es, die Piraten auf die brennende Mondsteinfestung aufmerksam zu machen und weg zu locken bevor die Entladearbeiten beginnen konnten.

„Feuer, Feuer,“ rief ich den Piraten entgegen. „Schnell die Festung brennt!“ Es funktionierte. Die Männer beider Schiffe liefen an mir vorbei nach oben in die Burg. Ich schloss hinter ihnen die Tür, steckte dann denn Boden in Brand. Hierher konnte niemand mehr zurück.

Inzwischen war Gedron auf die „Buchtadler“ gegangen um mit Zokhad zu beraten. Die Rudersklaven waren noch immer auf der „Meister Seewolf“. Nun begann der Kampf. Tarthalion und Kalidor rannten auf den Pier auf das kleine Schiff zu, gefolgt von unseren zehn Männern. Yusuf sprang ins Wasser und schwamm zur Galeere hinüber. Seine Aufgabe war es die Sklaven zu befreien, bevor das Schiff angesteckt werden sollte. Ich schloss mich der Gruppe um die beiden Kämpfer an. Es ging darum die „Buchtadler“ zu übernehmen, aus der Grotte zu fahren und die Sklaven der „Meister Seewolf“ aufzunehmen, während Kalidor und Tarthalion Gedron und Zokhad überwältigten.

Die beiden Kämpfer liefen über die Planke, bedrängten ihre Gegner hart. Wir anderen verteilten uns auf dem Schiff. Schon bald kamen die ersten befreiten Sklaven auf das Schiff zu geschwommen. Wir zogen sie an Bord während die „Buchtadler“ langsam Fahrt aufnahm.

Als wir die Grotte verließen waren Gedron und Zokhad überwältigt, Yusuf zurück an Bord und die letzten Sklaven in Sicherheit. Hinter uns sank langsam die brennende „Meister Seewolf“. Wir hatten sie im Vorbeifahren mit Öllampen beworfen.

Nun waren wir auf dem offenen Meer. Unser Ziel war erst einmal die alte Festungsstadt Caras Tolfalas. Dort wollten wir uns mit der „Gilwen“ treffen. Die ehemaligen Sklaven mussten in ihre Heimat zurückgebracht werden. Dann wollten wir weiter nach Dol Amroth um unsere Gefangenen auszuliefern.

Was würde uns diese Reise noch bringen? Ich hatte dank der Gefährten meine Freiheit zurückgewonnen, etwas Gold in der Tasche und die Aussicht auf eine gute Heuer. Was konnte man als Seemann mehr verlangen.

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20

Sunday, August 8th 2010, 9:24am

Südgondor I, Piratenjagd, Teil 8 Erzählendes Zwischenspiel

Der Ausguck hatte es uns bereits gemeldet. Nun konnte ich die „Buchtadler“ in den langen Fjord vor Caras Tolfalas einfahren sehen. Sie hatten es also geschafft, den Piraten zu entkommen. Hoffentlich konnten sie den Lachenden Freibeuter besiegen. Auf meinen Stab gestützt sah ich den Freunden entgegen.

Curudur und die Bevölkerung der Stadt hatten uns freundlich aufgenommen, als wir vor zwei Tagen mit der „Gilwen“ und den befreiten Sklaven ankamen. Nun dachten wir bereits über eine Lösung unserer Probleme nach. Die meisten Befreiten wollten in ihre Heimat zurück, einige gern in Caras bleiben und ein paar weiter für uns, für Menelcars Handelshaus, zur See fahren. Eine Besatzung für die „Buchtadler“ hatten wir also zusammen.

Endlich machte das Schiff am Pier fest. Kalidor, Yusuf und Tarthalion ließen die beiden Gefangenen auf die „Gilwen“ bringen, bevor sie mich begrüßten. „Schön dich zu sehen, Sibroc. Ist alles gut gegangen unterwegs?“, wollte Kalidor wissen. „Ja“, erwiderte ich, „es gab keine Probleme.“

Noch am selben Tag beschlossen wir wie es weiter gehen sollte. Am nächsten Tag sollte die „Buchtadler“ unter dem Kommando von Ulbor nach Pelargir auslaufen, um den Befreiten eine Möglichkeit zu bieten in ihre Heimat zu kommen. Dann würde Ulbor nach Dol Amroth kommen und weiter unter Menelcars Flagge fahren. Wir brachen ebenfalls am nächsten Morgen auf, mit den Gefangenen zurück nach Hause in die Weiße Stadt am Meer.

Freudig empfing man uns in Dol Amroth. Ohne großes Aufsehen brachte die Stadtwache Zokhad und Gedron, den Lachenden Freibeuter in die Burg. Ihr weiteres Schicksal sollte vorerst vor uns verborgen bleiben. Das Kopfgeld drückte uns der Bürgermeister stillschweigend in die Hand; 100 Goldstücke für jeden, 50 vom Fürsten und 50 von den Händlern. Im Rathaus gab es drei Tage später einen kleinen Empfang. Das hatten wir ja schon einmal erlebt. Das Schreiben, das uns als Bürger Dol Amroths aus wies, wurde uns feierlich vom Bürgermeister und Surion, Imrahils rechte Hand, übergeben. Zu unserer Überraschung nahm uns Surion später zur Seite. Er überreichte uns die Besitzurkunde für das alte Jagdanwesen, das wir vor kurzem noch mühevoll von den Schatten befreit hatten; als zusätzliche Belohnung für unsere Dienste, die wir hoffentlich noch öfter in den Dienst der Stadt stellen würden. Er hatte sich sogar schon die Mühe gemacht das Anwesen aufzuräumen und den Wohnturm wieder her- und einzurichten. Alles andere legte er in unsere eigenen Hände. Da würde noch eine Menge Arbeit auf uns zukommen. Ich war zwar nicht wirklich glücklich über unseren Besitz. Aber es war doch schön irgendwo hin zugehören.

Auch die „Buchtadler“ kam einige Wochen später zurück. Dankbar trat Ulbor in Nahars Dienste. Menelcars Vater gab ihm das Kommando über das Schiff. Er ließ den gondorianischen Seemann das Kapitänspatent machen.

Wir alle genossen die ersten Wochen in der Stadt, trafen uns regelmäßig im neuen Hafen in unserem Stammlokal „Zur Krakenwacht“, besprachen dem Umbau unseres kleinen Anwesens und selbst Yusuf schien nicht den Wunsch zu verspüren, gleich wieder zur See zu fahren. Eine schöne Zeit nach all den Strapazen der letzten Wochen.

Ich verbrachte endlich wieder Zeit mit Büchern in Fanariels Haus, widmete mich ganz meiner Magie und verschwendete keinen Gedanken an die Zukunft oder die Abenteuer die uns vielleicht noch bevorstanden. Es war einfach schön wieder zu Hause zu sein.

Wir schrieben das Jahr 3014 des dritten Zeitalters. Ein milder August lag hinter uns. Ich blätterte die Seite meines Buches um, begann zu lesen und die Welt um mich her war vergessen.

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Tuesday, August 24th 2010, 10:09pm

Anduin- am großen Fluß, Teil 1

Endlich wieder auf See. Ich liebe das Meer so lange ich zurückdenken kann. Die „Gilwen“ ist ein schönes Schiff, Hallatan ein guter Kapitän. Er hatte mich damals in Pelargir vor dem Gefängnis bewahrt. Ich hatte versucht einem reichen Kaufmann seinen Geldbeutel zu stehlen. Einer seiner Leibwächter bemerkte mich; wollte mir sogar auf der Stelle die Hand abschlagen. Hallatan kaufte mich frei. Ich konnte meine Schulden bei ihm als Schiffsjunge abarbeiten. Das liegt nun schon fast drei Jahre zurück.

Der Mann bei dem ich aufwuchs nannte mich Nardh, weil ich so gut Knoten binden konnte und weil er glaubte ich müsste irgendwie Elbenblut in mir haben. Ich weiß nicht wie er darauf kam, noch wer meine Eltern sind. Den alten Hafenarbeiter brachte der Rum um. Seit dem hatte ich auf den Straßen von Pelargir gelebt.

Nun lag der Fjord von Linhir vor uns. Hier in der alten numenorischen Stadt am Zusammenfluss von Gilrain und Serni betrieb der Kapitän mit seinem Bruder einen kleinen Handelskontor. Die Stadt war wunderschön. Ich bin gerne hier. Linhir ist nicht so groß wie Pelargir. Da sie aber am wichtigsten Handelspunkt zwischen den großen Städten liegt, ist hier sehr viel los.

Wir waren hastig in der Nacht ausgelaufen; hatten Dol Amroth eilig hinter uns gelassen. Irgendetwas war mit Guthleib, dem Bruder geschehen. Er schien verschwunden. Hallatan machte sich Sorgen um seinen Bruder und um sein Geschäft. So viel hatte ich mitbekommen. Und die Probleme mussten groß sein. Denn auch die Gefährten waren dabei. Wir hatten schon viel miteinander erlebt. Obwohl ich glaube, das sie mich bisher noch gar nicht wirklich bemerkt hatten. Ich bewunderte sie. Sie kamen aus mir unbekannten Ländern im Norden. Es waren nicht nur Menschen unter ihnen. Auch Elben, ein Hobbit und ein Wasa gehörten zu der Gruppe. Irgendwann würde ich so leben wie sie. Mittelerde erkunden und Abenteuer erleben. Vielleicht würde ich mit ihnen gehen können.

Die Gefährten waren im Hause Hallatans zu Gast. Ich schlief am liebsten auf dem Schiff, wenn ich von meinen Streifzügen abends aus der Stadt zurück in den Hafen kam. Übermorgen sollte die „Flußkrebs“ nach Bar-en-Tinnen auslaufen. Dort war wohl der Bruder verschwunden. Meine Helden würden also das Boot wechseln. Irgendwie musste ich dabei sein. Ich sprach noch am Abend mit Dankwart, dem Maat des Flußschiffes. Er musste zwar lachen, aber er nahm mich mit an Bord als Leichtmatrose. Endlich kein Schiffsjunge mehr. Vielleicht würde mich Hallatan nach dieser Fahrt ja auch als Matrose arbeiten lassen.

Nun brauchte ich noch eine Waffe. Am besten ein Entermesser. Ich wußte wo ich für das wenige Geld, das ich besaß eines bekommen würde.

Mein Weg führte mich in die dunkelsten Winkel des Hafenviertels. In die „Schlucht“, eine düstere Kneipe, wollte ich gehen. Gerdam wollte ich nach einer Waffe fragen. Der Schläger des Großkaufmannes Telwin schuldete mir ohnehin noch einen Gefallen. Doch der war gerade beschäftigt. Er sprach mit Yusuf. Tarthalion und Kalidor standen stumm dabei. Was wollten meine Helden von diesem zwielichtigen Typen. Yusuf schien sich in dieser Umgebung wohl zu fühlen. Das war ich ja schon von Dol Amroth gewöhnt. Er knüpfte scheinbar auch hier seine Kontakte.

Als das Gespräch beendet war, ging ich zu Gerdam. Er gab mir das Messer. Glücklich ging ich wieder an Bord.

Einen Tag später lief die „Flußkrebs“ aus. Wir waren wieder auf dem Weg. Ich würde versuchen in Bar-en-Tinnen von Bord zu gehen, um meinen Helden zu helfen, wenn ich es konnte. Hoffentlich würde sich eine Gelegenheit ergeben.

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Wednesday, August 25th 2010, 7:09am

Anduin- am großen Fluß, Teil 2

Seit ein paar Tagen waren wir schon auf dem Anduin unterwegs. Morgen früh würde uns die „Flusskrebs“ in Bar-en-Tinnen, einer kleinen Stadt im südlichen Ithilien 90 Meilen vor Minas Tirith, absetzen.

Ich genoss die Fahrt auf dem großen Fluss. Wir kamen bei stetigem Wind gut voran. Ich hatte das Wasser und die Abenteuer lieben gelernt. Das heimische Auenland fehlte mir nicht, allenfalls der Mangel an regelmäßigen Mahlzeiten.

Vor zwei Wochen waren wir hastig in Dol Amroth aufgebrochen. Hallatan, Kapitän der „Gilwen“ und unser Freund, kam völlig aufgelöst zu uns in die „Krakenwacht“. Die „Brackwasser“ hatten im Hafen fest gemacht. Dessen Kapitän Garth, ein Freund Hallatans, hatten ihm die Nachricht vom spurlosen Verschwinden seines Bruders in Bar-en-Tinnen gebracht. Nun bat uns unser Freund um Hilfe. Er hatte schon mit Nahar, Menelcars Vater, seinem Handelsherrn gesprochen, der ihm auf unbestimmte Zeit frei gegeben hatte um seine Familienangelegenheiten zu regeln. Für mich war es keine Frage, und auch für die anderen nicht. Wir sagten dem Kapitän unsere Hilfe zu. Eine Stunde später liefen wir aus. An Bord waren auch zwei lange vermisste Freunde: Der Wasaschamane Ogtaba und der Silvan Lamalas. Wir hatten sie vor ein paar Tagen bei einem Ausflug zu unserem Jagdanwesen getroffen.

Der September des Jahres 3014 DZ war schon ein paar Tage alt, als wir unser erstes Ziel erreichten: die alte Stadt Linhir, am Zusammenfluss der Flüsse Gilrain und Serni gelegen. Hier betrieb Hallatan mit seinem Bruder Guthleib in der zweiten Generation ein kleines Handelskontor. In der Stadt pulsierte das Leben. Es schien alles noch kleiner und gedrängter zu sein als in Dol Amroth. Dennoch war die Stadt, die ihren numenorischen Ursprung immer noch mit Stolz pflegte, schön.

Hallatans zweistöckiges Haus lag direkt am Hafen. Dort wohnte die Familie. Auch die Waren wurden in einem Anbau gelagert.

Guthleibs Sohn Werniger empfing uns in dem einfachen aber gemütlichen Heim. Während wir gemeinsam etwas aßen, erzählte uns Werniger vom Verschwinden seines Vaters: „Die Flusskrebs war wie immer in Bar-en-Tinnen vor Anker gegangen. Guthleib verbrachte in dem kleinen Städtchen gerne ein paar Tage bevor er weiter fuhr. Warum habe ich nie so recht verstanden. Aber er war sehr einsam seit Mutter starb; und etwas wunderlich. Er trank auch gern. Eines Nachts schien er Geister auf dem Anduin bemerkt zu haben. Mein Vater, der ewige Skeptiker, wollte nicht glauben was er gesehen hatte. Er begann Nachforschungen anzustellen. Niemand glaubte ihm in der Stadt. Dann tauchte er eines Morgens nicht mehr auf. Dankwart, der erste Maat der Flusskrebs, suchte ihn gemeinsam mit den örtlichen Soldaten. Ohne Erfolg. Sie fanden ihn nicht. Man ging davon aus, das ihn der große Fluss verschlungen hatte. Offiziell hieß es, er sei betrunken in den Anduin gefallen, und ertrunken. Dankwart lieferte die Ware in Harlond ab. Auf dem Rückweg nach Linhir fragte er erneut in Bar-en-Tinnen nach. Es gab noch immer keine Spur von Guthleib. Als die Flusskrebs zurück kam, ließ ich dir Onkel über Kapitän Garth eine Nachricht zukommen. Hoffentlich finden deine Freunde ihn.“

Die Ruhe lag schwer im Raum. Die Stimmung war gedrückt. „Und, was werden wir jetzt unternehmen?“ fragte ich in die allgemeine Stille hinein, während ich noch ein Stück von dem wunderbaren Kirschkuchen nahm. „Übermorgen läuft die Flusskrebs wieder aus. Ich möchte, das ihr mitfahrt und meinen Bruder findet“ beantwortete Hallatan meine Frage...

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23

Friday, September 3rd 2010, 7:11am

Anduin- am großen Fluß, Teil 3

...“Dann bleibt ja noch genügend Zeit sich ein bisschen in der Stadt umzusehen“, warf Yusuf ein. „Aber zuerst würde ich mir gerne die Zimmer deines Bruders ansehen“ wendete sich der Corsar an Hallatan. „Gern, mein Freund. Ich führe dich hin.“ „Kommst Du mit Broca?“ fragte mich Yusuf. „Ich könnte deine Hilfe brauchen.“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Ich schloss mich den beiden an.
Der Kapitän führte uns die Treppe hinauf in der ersten Stock. Guthleibs Räume lagen am Ende des Flurs. Ein Wohn- und ein Schlafzimmer einfach eingerichtet, aber nicht ohne Stil. Hallatan ließ uns allein.
Eine gemütliche Sitzgruppe nahm die Mitte des Wohnraumes ein. Die Regale an den Wänden waren voller Bücher und Erinnerungsstücken von seinen Reisen. Alles in allem nichts besonderes. Der Blick aus dem Fenster verlor sich zwischen den Häusern des Hafenviertels. Im Schlafzimmer entdeckten wir einen kleinen Schreibtisch, einen Sekretär. Hier fanden sich angefangene Briefe, alte Frachtpapiere und Kostenrechnungen. Obwohl mir der Gedanke nicht gefiel, durchsuchten wir das Zimmer gründlich. Unter der Matratze des Doppelbettes lagen alte Brautbriefe. In einer Seemannskiste versteckt unter einem doppelten Boden fanden wir zwei ältere Logbücher und weitere Briefe in einer Mappe. Das Schloss an der Truhe wäre eine ganz schöne Herausforderung gewesen, die ich natürlich gemeistert hätte. Aber Yusuf fand den Schlüssel, versteckt hinter einem Spiegel.
Gemeinsam lasen der Corsar und ich die Logbücher. Wir fanden Hinweise auf einen mächtigen Händler namens Telwin, der schon lange versuchte kleinere Handelshäuser in Linhir aufzukaufen, oder mit zweifelhaften Methoden an sich zu bringen. Und nun wussten wir auch, warum Guthleib so gern in Bar-en-tinnen war. Er hatte eine Frau kennen gelernt, die Heilerin des kleinen Ortes, die er offensichtlich liebte und die seine Gefühle erwiderte. Damit hatten wir genügend Anhaltspunkte für unsere Aufgabe.
Den weiteren Abend verbrachte ich mit meinen Freunden im gemeinsamen Wohnraum der Familie. Ich ging früh zu Bett.
Am nächsten Morgen zum Frühstück lernten wir auch Dankwart, den Maat der „Flusskrebs“ kennen. Auch er erzählte uns noch einmal, was er über Guthleibs Verschwinden wußte. Er schilderte uns auch genau die Suche nach dem Kapitän. Er wußte auch um die Versuche Telwins dieses Handelshaus zu kaufen. Der Maat wollte aber nicht wahr haben, das der Großhändler etwas mit der Sache zu tun haben könnte.
Während viele meiner Freunde den Tag in der Stadt verbrachten, Einkäufe erledigten und Kontakte knüpften wie Yusuf es nannte, verbrachte ich meine Zeit in der einfachen Gemütlichkeit von Hallatans Haus, genoss die Ruhe und die regelmäßigen Mahlzeiten und dachte nach. Der Tag und die Nacht vergingen. Die Stunde der Abreise rückte heran.
Im Morgengrauen verließ die „Flusskrebs“ den Hafen von Linhir und hielt gerade auf das mächtige Delta des Anduin, des großen Flusses, zu. Wir kamen gut voran. Das Wetter hielt. Ein kräftiger Wind trieb uns über das Wasser. Ich verbrachte die Tage vorne am Bug des Schiffes. Nach etwas mehr als einer Woche kam die kleine Stadt Bar-en-tinnen in Sicht. Der vorgelagerte Leuchtturm hatte mich schon früh auf die Stadt aufmerksam gemacht, die an zwei Seiten von einer Mauer geschützt wurde, während die anderen beiden zum Fluss hin lagen. Mehrere Gehöfte lagen weit um Bar-en-tinnen verteilt. Das Korn stand kurz vor der Ernte. Die Stadt wirkte beschaulich und friedlich. Sie bot vielleicht 500 Menschen Unterkunft und Schutz.
Die Sonne war noch nicht richtig aufgegangen, als wir im „Hafen“, einem einfachen Bootssteg, vor Anker gingen. „Ich bin noch bis morgen früh hier“ verabschiedete sich Dankwart von uns. „Solltet ihr danach in irgendeine Art von Ärger schlittern, wendet euch an Hauptmann Boranus. Er ist ein Freund Guthleibs. Passt auf euch auf. Viel Glück.“ Der Maat schüttelte jedem von uns die Hand bevor er zurück aufs Schiff ging.
Wir machten uns als erstes auf den Weg zum einzigen Gasthaus „Sumpfwurms Odem“ in der Ortsmitte. Das gastliche Haus lag noch im Dunkeln, die Fensterläden verschlossen. Auf unser Klopfen öffnete die Wirtin, Laren, den Schlaf noch in den Augen. Trotz der frühen Stunde gewann ihr Geschäftssinn schnell die Oberhand. Schon bald saßen wir bei einem guten Frühstück und einer warmen Tasse Tee im gemütlichen Schankraum mit Laren ins Gespräch vertieft. Sie erzählte uns von Guthleibs Verschwinden, leider nichts Neues. Sie konnte uns aber den Namen seiner Freundin erzählen, Lyana die Heilkundige des Ortes. Dann kamen die Geister ins Spiel. Der Fall nahm eine neue Wendung. Angeblich hatte Guthleib Geister auf dem Anduin gesehen, nachts stockbesoffen. Dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr los. Er begann nach zu forschen. Dann war er eines nachts spurlos verschwunden.
Als nächstes sprachen wir mit Lyana mit der wir in ihrem schönen Kräutergarten zusammen saßen. Sie führte ein kleines Krankenhaus und handelte mit Kräutern. Die Heilkundige war in den Vierzigern. Im Laufe des Gesprächs wurde sie immer nervöser, ängstlicher. Schließlich stellte sich heraus, das sie der Bogner und Waffenhändler Raenar unter Druck gesetzt hatte. Auf irgendetwas war der Bruder unseres Freundes gestoßen. Doch wonach mussten wir suchen?
Dann teilten wir uns. Yusuf beobachtete mit einem Teil der Gruppe das Geschäft Raenars am Marktplatz. Ich ging mit den anderen zum Hauptmann der Wache. Boranas, ein großer kräftiger Mann dunedainischer Herkunft, empfing uns in seinem Dienstraum in der kleinen Kaserne. Er befehligte sieben gondorianische Soldaten und eine kleine Bürgerwehr. Doch auch er konnte uns nicht weiter helfen.
So blieb der Bogner Raenar unsere einzige Spur. Schauen wir, ob sie uns zu Guthleib führen würde. Hoffentlich lebte er noch. Nun war die Sonne vollends aufgegangen. Bar-en-tinnen lag im warmen Spätsommerlicht. Der geschäftige Alltag seiner Bewohner hatte begonnen, als ich wieder hinaus auf den Marktplatz trat.

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24

Thursday, September 23rd 2010, 7:16am

Anduin- am großen Fluß, Teil 4

Der Regen fiel schon seit Tagen ohne Unterlass auf das schöne Dol Amroth nieder. Der Herbst hielt Einzug. Numendur, der Wirt der Krakenwacht, bereitete sich auf den Tag vor, als die Tür seines Gasthauses plötzlich aufflog. Ein Riese von einem Mann trat ein. Der Mantel fiel ihm tropfnass über die breiten Schultern. Schnell drückte er die Tür hinter sich ins Schloss.

„Was für ein Wetter,“ sagte der Nordmann und hängte den Mantel an einen Haken hinter die Tür. „Wirt, habt Ihr etwas heißes zu Trinken, ein Frühstück und ein Zimmer? Ich habe genug von der Schiffsreise im Herbst. Ich denke ich bleibe vorerst in Eurer schönen Stadt.“

Numendur konnte den Blick nur schwer lassen von diesem merkwürdigen Reisenden, der über 1,90 Meter groß war, ein riesiges Schwert auf dem Rücken trug und eine Leier an der Seite mit sich führte.

„Verzeiht meine Unhöflichkeit. Mein Name ist Dunstan. Ich komme aus dem oberen Anduintal. Meine Reise führte mich durch halb Gondor hierher in die Heimatstadt der tapferen Helden, von denen ich Euch und Euren Gästen an den nächsten Abenden erzählen will. Wenn Ihr wollt. Ich verdiene mein Brot mit dem Wort und der Musik. Man nennt mich einen fahrenden Skalden.“

Nun staunte der Wirt erst recht. Er hatte von den nordischen Sängern gehört, aber noch nie war einer bis hierher gekommen. Sie sollen mit der Leier genauso gut umgehen können, wie mit dem Schwert. Aber er brachte Nachrichten von Broca und seinen Freunden. Numendur mochte den Hobbit, der immer einen gesegneten Appetit hatte und die Gemütlichkeit seiner Schenke zu schätzen wußte.

„Tretet näher Dunstan,“ antwortete er dem Nordmann. „Seit Gast in meinem Haus. Und bringt uns hoffentlich frohe Kunde von unseren Freunden.“

Während der Skalde ein ausgiebiges Frühstück genoss, ließ der Wirt ein Zimmer richten. Dann warf er sich seinen Mantel über und ging in die Stadt um die Freunde der Helden für den Abend in die Krakenwacht einzuladen.

Der Tag kroch wie eine Schnecke dahin, obwohl der Wirt alle Hände voll zu tun hatte mit den Vorbereitungen für den Abend. Sämtliche seiner Verwandten halfen in der Küche und im Gastraum beim Bedienen. Während der Vorstellung des Skalden sollte niemand Hunger oder Durst leiden. Es würde ein lohnender Abend werden, der seine Kasse füllen und sein Herz erwärmen würde.

Nach Sonnenuntergang war kein Platz mehr frei in der Krakenwacht. Und sie waren alle gekommen: Nahar, Menelcars Vater; die Zwillinge Fanaruel und Fanariel; Tiranir, der Ausbilder Menelcars; Joraal, Yusufs Kontakt zur Unterwelt; Ulbor, der neue Kapitän der „Buchtadler“ und Selnoi, sein erster Maat; und Surion, die rechte Hand des Fürsten. Sogar Imrahil selbst soll in Verkleidung da gewesen sein.

Dann war es endlich so weit. Ein stattlicher Mann in grünen Gewändern, mit langem blondem Haar, aber bartlos, kam, die Leier in der Hand, die Treppe hinab in den übervollen Schankraum. Mit sicherem Tritt durchschritt er die Menschenmenge bis er zu einem einfachen Hocker in der Nähe der Theke kam. Auch im Sitzen überragte er die meisten Zuhörer fast um Haupteslänge. Als er die Leier anschlug, verstummte das Publikum und der Skalde begann zu erzählen:

„Man nennt mich Dunstan. Ich komme aus dem Hohen Norden, dem oberen Anduintal. Auf meiner Reise durch Mittelerde hörte ich in einer kleinen Stadt am großen Fluss, mit Namen Bar- en- Tinnen, von einer Gruppe Gefährten, die ein großes Übel von den Menschen dort fernhalten konnten. Als ich hörte sie seien angesehene Bürger Dol Amroths, machte ich mich auf den Weg hierher um Euch von großem Freundesdienst und außerordentlicher Tapferkeit zu erzählen.

Ich will Euch berichten von Geistern in der Nacht und von ungewöhnlichen Heldentaten, vollbracht von Menelcar, Tarthalion, Kalidor, Yusuf, Broca, Lamalas, Wino, Ogtaba und Sibroc...

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25

Friday, October 15th 2010, 7:07am

Anduin- am großen Fluß, Teil 5

„... Unsere Freunde kommen im Morgengrauen in dem kleinen Städtchen Bar-en-Tinnen an. Kein gutes Omen, wie sich schon bald herausstellen sollte. Sie beginnen ihre Nachforschungen im Gasthaus „Sumpfwurms Odem“, das hier alle nur der Odem nennen, beim Frühstück. Wie könnte es auch anders sein, wenn ein Hobbit dabei ist. Geister auf dem Anduin habe Guthleib gesehen, kurz darauf sei er verschwunden, erzählt man den Gefährten im Gasthaus.

Nach Sonnenaufgang dehnen sie ihre Suche aus. Sie befragen Boranas, den Hauptmann der gondorianischen Wache und sprechen auch mit der Heilkundigen Lyana, der Gefährtin des Kapitäns. Die vagen Hinweise deuten alle auf einen Mann, den Bogenmacher Raenar, der das Waffengeschäft „Graue Feder“ führt. Ein unbescholtener Bürger, der seit vielen Jahren in der Stadt seinen Geschäften nachgeht. Doch Lyana behauptet er habe sie bedroht. Sie solle nicht weiter nach Guthleib forschen. Die Gruppe trennt sich. Ein Teil beobachtet das Waffengeschäft, die anderen ziehen Erkundigungen über den Bogner ein, der spurlos verschwunden zu sein scheint. Raenar wohnt außerhalb der Stadt, fünf Kilometer nördlich in den Flussmarschen, bringen die Gefährten schon bald in Erfahrung.

Der Morgen schreitet schnell voran. Von Guthleib fehlt jede Spur. Niemand kann einen Hinweis geben. Offiziell gilt er mittlerweile als tot. Seine Leiche wurde nie gefunden. Doch was der Anduin einmal hat, gibt er nicht wieder her. So sagt man hier. Außerdem hat er getrunken, viel getrunken. Wahrscheinlich ist er einfach nur ins Wasser gefallen. Also gar kein Verbrechen. Die Gefährten glauben nicht daran. Da muss mehr dahinter stecken. Was hat es mit den Geistern auf dem Anduin auf sich? So bleibt nur die einzige Spur: der Bogner.

Raenar hat mittlerweile seinen Laden geöffnet. Unsere Freunde beschließen sich zu trennen. Während Kallidor, Lamalas, Broca und Ogtaba das Haus des Bogners untersuchen wollen, schauen sich Yusuf, Sibroc und die anderen in der „Grauen Feder“ um.

Das kleine Haus des Bogners, nicht mehr als eine Blockhütte, liegt auf einer bewaldeten Anhöhe in den Flussmarschen. Schon bald stellt sich heraus, das eine Frau in einem der drei Zimmer schläft. Der Rest des Hauses ist menschenleer.

Ogtaba und Broca schleichen an die Rückseite des Hauses, an das Fenster zum Arbeitszimmer des Bogners. Auf ein Zeichen lenken Kallidor und Lamalas die Frau an der Haustür ab, verwickeln sie in ein Gespräch, das die mürrische kleine Haradrim schnell zu beenden sucht.

Währenddessen durchsuchen der Hobbit und der Wasa zügig Raenars Raum. Sie entdecken ein kleines in Leder gebundenes Buch, das nach einem kurzen Blick eine Reihe von Namen offenbart und in Brocas Tasche wandert. Ogtaba entdeckt unter dem Teppich einen gut getarnten Eingang in ein Kellergewölbe. Die Haustür fällt krachend ins Schloss. Nun wird es höchste Zeit für die beiden zu verschwinden. Die Luke hinter sich schließend folgen sie dem Geheimgang.

Kallidor geht wütend an den Brunnen um Wasser zu schöpfen. Diese Person hat ihn Nerven gekostet. Hoffentlich hatte der Hobbit etwas gefunden. Sie brauchten dringend mehr Hinweise. Ohne etwas gegen Raenar in der Hand zu haben, würde es schwer werden. Und die Stadt gegen sich aufzubringen, wenn sie einen unbescholtenen Bürger beschuldigten oder gar an griffen, war das Letzte was er wollte. Immerhin unterhielten Hallatan und sein Bruder Handelsbeziehungen mit Bar-en-Tinnen.

Wo blieben Broca und Ogtaba nur. Sie mussten längst wieder zurück sein. Das warten machte sie beide nervös. Also untersuchten Kallidor und Lamalas die Umgebung des Hauses bis hinunter zum Fluss. Hier treffen sie auf den Hobbit und den Wasa, die ihnen vom Geheimgang erzählen. Gemeinsam entdecken sie ein gut getarntes Boot in der Nähe des Wassers. Das waren also die Geister auf dem Anduin. Der Bogner setzte heimlich Menschen über. Doch warum? Und wieso bei Nacht und Nebel?

Sie beschließen das Haus weiter zu beobachten, auf den Bogner zu warten und abzuwarten was passiert. Die Freunde würden schon kommen. Vielleicht brachten sie noch weitere Informationen mit. Und tatsächlich, kurz nach Raenar kamen auch die anderen. Yusuf und Sibroc hatten den Bogner zusammen mit Tharadoc, einem Mitglied des Weisen Rates der Stadt, gesehen. Irgendetwas sollte heute Abend noch geschehen. Sie erwarteten noch jemand. Vielleicht kommt es noch zu einer weiteren Flussüberquerung. Doch wo war Guthleib? Hatten sie ihn tatsächlich aus dem Weg geräumt, weil er sie beobachtet hatte und Fragen zustellen begann?

Später am Abend kommt noch jemand den Weg zum Haus hinauf. Zu spät haben sie ihn gesehen, einen jungen Korsaren, der sie angreift, als sie ihn packen und befragen wollen. Der Übermacht ist der junge Mann nicht gewachsen. Aber der kurze Kampf hatte genug Lärm verursacht, um den Bogner auf die Gefährten aufmerksam zu machen. Ein Pfeil zischte durch die Nacht. Yusuf wurde schwer getroffen. Raenar zieht sich ins Haus zurück.

Während Wino die Wunde des harten Seemanns versorgt, beginnen die anderen den Gefangenen zu durchsuchen und zu befragen. Sie finden einen unsichtbaren Ring bei ihm. Doch der junge Korsar schweigt.

Dann kommt die Überraschung. Ein Trupp von sechs Soldaten kommt von der Stadt herauf. Der Hauptmann fordert die Freunde auf die Waffen zu strecken und sich zu ergeben. Was nun? Sollen sie kämpfen und sich mit dem Gesetz anlegen? Die Antwort kommt aus der Dunkelheit. Ein Pfeil streckt einen der Soldaten nieder...“

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