Thursday, May 24th 2012, 12:31am UTC+2

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Torshavn male

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26

Monday, April 18th 2011, 7:31am

Im Rhow Tawar- Winos Erinnerungen

Wino hatte sich wieder auf sein Bett gelegt. Der Elb war erstaunt über das starke hasserfüllte Bewusstsein, das diese Pflanzen lenkte. Er konnte die Natur nicht erreichen. Er sah keine Chance, auch nur Teile, der Pflanzen unter seine Kontrolle zu bringen. Der Noldo verschloss seinen Geist gegenüber der sie gefangen haltenden Gewächse. Seine Gedanken schweiften ab:

„Ich hatte den Thronraum gerade durchquert, als meine Freunde bereits wieder ins Karussell stiegen. Die Macht, die hier überall herrschte, kam der meines Volkes sehr nahe. Die Menschen bezeichnen sie als Magie. Doch es ist nichts weiter als ein Leben im Einklang mit der Natur, die bereit ist, dir zu helfen, wenn du sie darum bittest. Der Wilde König muss eine starke Verbindung mit diesem Ort haben.

Die drehbare Plattform, das Karussell, im Eingangsraum öffnete uns den Weg in einen weiteren holzgetäfelten Gang, der nach ein paar Metern vor einer von der Zeit angegriffenen Holztür endete. Dahinter lag ein niedriger Raum, dessen Wände mit Holz verkleidet waren. In der Mitte der Bodenbohlen war ein zwei Meter großes Quadrat ausgeschnitten, das den Blick auf den Steinboden freigab. Keine weitere Tür führte aus dem eigenartigen Zimmer heraus.

Eine grobe Untersuchung ergab zunächst nichts. Der Raum schien eine Sackgasse zu sein. Als Tarthalion auf den Steinboden in der Mitte trat, zerbröckelte der Fels. Hastig wurde der Stein zerschlagen und abgetragen. Darunter befand sich eine Holzplatte. Als wir sie hoch hoben, blickten wir in ein Grab.

Darin lagen die verwesten Überreste eines Menschen, der einmal in eine weiße Robe gekleidet war. Tiegel und Töpfe enthielten wahrscheinlich Grabbeigaben. Das Skelett trug an Handgelenken, Fingern und Hals etwas Schmuck. Ich konnte von hier oben nicht erkennen, woran der Mensch einst gestorben war.

Ich ließ mich vorsichtig zu den Füßen in das Grab hinab. Eine erste grobe Untersuchung zeigte keine gebrochenen Knochen. Als ich begann das Skelett näher zu untersuchen, spürte ich ein Knacken unter meinen Füßen. Dann brach auch schon der Boden unter mir weg. Nur der schnelle Griff an ein schmales Sims, rettete mich vor dem Fall. Ein Blick hinunter ließ mich erschauern. Spitze Pfähle sollten den grausamen Tod eines jeden Grabräubers garantieren. „Nimm meine Hand“ hörte ich Menelcars Stimme rufen. Ich schaute hoch, löste mit der Rechten meinen Griff und packte seine Hand. Kurze Zeit darauf stand ich am Rand der tödlichen Falle.

Inzwischen hatte Broca eine Geheimtür gefunden. Allerdings verbarg sich dahinter nur eine kleine Mulde im Stein. Sibroc fand darin eine Inschrift, geschrieben in einer altertümlichen Form des Quenya:



Ich stehe morgen auf,

dank der Stärke der Eiche,

der Biegsamkeit der Weide,

der Beständigkeit der Linde,

der Fruchtbarkeit des Apfelbaums,

in den goldenen Strahlen der Sonne,

im silbernen Licht des Mondes,

im roten Schein des Feuers.



Während ich noch über die Worte nachdachte, drang plötzlich ein schabendes kratzendes Geräusch an meine Ohren. Die Felswand hinter der Geheimtür schob sich langsam in einen Geheimgang. Broca hatte sich gegen den Fels gelehnt und so den Stein ins Rollen gebracht.

Kalidor ging als Erster, Borgin folgte. Dann schlossen wir uns alle an.“

Wino schlug die Augen auf. Er hatte versucht sich langsam über die Pflanzen in das Bewusstsein Ulyavannas vor zu tasten. Für einen kurzen Augenblick war es ihm tatsächlich gelungen. Der Elb stand auf. Er wußte jetzt, es gab einen Weg hier heraus. Sie mussten ihn nur finden. Der Noldo sagte es seinen Gefährten.

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27

Tuesday, April 19th 2011, 7:40am

Im Rhow Tawar- Nilas Erinnerungen

Nila saß auf dem Boden mit dem Rücken an ein Bett gelehnt. Ihr Schwert lag neben ihr. Die junge Dunländerin berührte die kühle Klinge mit den Fingerspitzen. Sie war eine gute Kriegerin, das hatte sie in den letzten Wochen und Monaten bewiesen. Sie hatte ihrem Clan, ihrer Familie Ehre gemacht. Doch sie würden nie davon erfahren. Sie war gemeinsam mit ihren neuen Gefährten durch Träume gereist. Sie fühlte sich als ein Teil der Gruppe. Aber jetzt sollte alles vorbei sein? Nach all den überstandenen Gefahren sollten sie das Opfer dieser Hexe werden?

Nila ertastete ihre Wunden. Sie konnte den Schnitt kaum mehr spüren. Wino war ein wirklich guter Heiler. Sie erinnerte sich an den Mann, dessen Axt sie so schwer verletzt hatte:

„Ich folgte Kalidor und Borgin dicht auf in den eben entdeckten Gang. Nach kurzer Zeit folgten wir dem Tunnel nach links, bis er vor einer offenen Tür endete. Sibrocs Licht erhellte den Raum.

In der Mitte lag eine zwei Meter lange Steinplatte auf einem Felsblock. Davor stand ein gut gerüsteter Clankrieger in Kilt, Kettenhemd und Vollhelm. Er trug die Farben Blau und Rot. Diese Kombination war mir fremd. Mit Streitaxt und Schild in den Händen schien er jeder Zeit kampfbereit.

Kalidor gab Borgin und mir ein Zeichen ihm in den Raum zu folgen. Sobald wir einen Fuß hinein setzten griff der Clankrieger an. Die ersten Schläge parierte Kalidor ohne Mühe, während wir uns bemühten den Gegner zwischen uns zu nehmen. Nun sollte es ein leichtes sein den Krieger zu besiegen. Dachte ich jedenfalls.

Unsere Schläge prasselten auf ihn ein. Selbst Kalidors heftige Kombinationen parierte der Clankrieger oder steckte sie einfach weg. Auch Borgin und ich konnten ihn nicht ernsthaft verletzten. Sein Körper zeigte keine Wunden. Er blutete nicht.

Ich spürte die Angst meinen Rücken hoch laufen. Auch er war also ein Untoter, ein Geistwesen, das aber sehr reale Hiebe austeilte. Verunsichert über die Wirkungslosigkeit meiner Treffer, passte ich einen Moment nicht auf. Ich sah zwar das Axtblatt auf mich zukommen, konnte aber nicht mehr rechtzeitig reagieren. Ich spürte nur noch Schmerzen. Fühlte wie Blut über meinen Körper rann. Dann wurde mir schwarz vor Augen.

Als ich wieder erwachte, war es still im Raum. Wino hatte meine Wunde versorgt. Der Verband drückte etwas. Nun legte er seine Hände auf mein Gesicht und bat seine Valar um Hilfe. Ich spürte wie neue Kraft meinen geschundenen Körper durchströmte. Die Verletzung begann zu heilen. Vorsichtig richtete ich mich auf.

Der Clankrieger war besiegt. Er trug ein paar wertvolle Dinge bei sich. Eine Axt mit Namen Irenwill, ein Schutzamulett in Form einer Flamme und einen Gürtel, auf dem Tropfen aus Silber befestigt waren.

Aber sie hatten auch eine Treppe und einen Tunnel gefunden, der hoffentlich aus diesem Labyrinth herausführen würde. Es wurde Zeit, das wir endlich das echte Grab des Wilden Königs finden würden.

Ich stieg als letzte die Treppe hinunter. Mit jedem Schritt fühlte ich meine Kräfte zurückkehren.“

Nila stand auf. Sie ging hinüber zu Wino, den sie hatte sprechen hören, in den anderen Schlafraum.
„Was hast du gesagt? Es gibt einen Weg hinaus?“

Die junge Dunländerin hatte neuen Lebensmut gewonnen. „Sie würden nicht sterben“, dachte sie, „Nicht heute, nicht an diesem Ort.“

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28

Monday, June 13th 2011, 10:25am

Im Rhow Tawar- eine Silvan kommt

Seit gestern lief ich durch den Rhow Tawar. Elrond hatte mich hierher geschickt, um denen zu helfen, die gegen die dunkle Seite gekämpft hatten und nun vom wilden Wald gefangen gehalten wurden. In einem Haus in einem tiefen Talkessel am Rande eines Sees sollte ich sie finden.

Anfangs dachte ich alle meine Fähigkeiten als Waldläufer gebrauchen zu müssen um nicht von den Rhow Aphadrim, den Verwilderten oder gar dem Wald selbst aufgehalten zu werden. Doch nichts und niemand schien Interesse an mir zu haben. Vielleicht war es aber auch die Selbstverständlichkeit mit der wir Silvan Elben in die Wälder Mittelerdes gehörten, die mich ungehindert meinen Weg gehen ließ.

Am Abend ruhte ich in den Ästen eines Baumes am Rande eines stark bewachsenen Tals. Obwohl ich bisher niemandem begegnet war, fühlte ich mich beobachtet. Schon lange hatte ich Imladris nicht mehr verlassen. Nach dem ewigen Kampf gegen den Schatten, der den Düsterwald, meine Heimat, überzogen hatte, genoss ich die Ruhe in Elronds Reich. Die Jahre waren verflogen und ich dachte immer seltener an den Tod meiner Mutter. Ich sehnte mich regelrecht nach der Welt außerhalb Bruchtals. Elrond hatte meine Sehnsucht gespürt und mir schließlich diese Aufgabe gegeben, die, wie ich heute weiß, nicht mit der Befreiung der Gefährten enden sollte. Meine Aufgabe würde es sein, gegen den Schatten zu kämpfen, wo immer ich auf seine Diener traf. Doch hier im Rhow Tawar begann es, was ich mein neues altes Leben nenne.

Die Nacht blieb ohne Ereignis. Im Morgengrauen hatte es zu regnen begonnen, zwar nur leicht aber stetig.Das lang gezogene Tal lag unter tief hängenden Wolken. Als ich meinen Weg fortsetzte, durchquerte ich eine sehr üppige Gras- und Buschlandschaft, die direkt auf ein dunkles Birkenwäldchen hinführte.Instinktiv verschmolz ich mit meiner Umgebung, bewegte mich nahezu lautlos durch das Tal und das kleine Wäldchen, bis ich an eine tiefe Schlucht kam. Zu meiner Rechten schossen Wassermassen hinab in die Felsspalte, an dessen Grund ein Bach dahin floss. Der Baumstamm, der als Brücke über die Schlucht führte, war nass und rutschig. Kein Problem im Augenblick, doch ein Risiko auf dem Rückweg. In diesem Moment hatte ich endlich begriffen, das der Rhow Tawar und seine Bewohner sich darauf vorbereitet hatten, die Gefährten zu töten; und auch mich nicht zu verschonen, wenn ich helfen würde, sie hier heraus zu bringen.

Ich beschleunigte meine Schritte, lief über die Brücke, folgte dem Weg hinauf auf die Felsen. Dann verharrte ich plötzlich. Der Anblick zu meinen Füßen ließ mich heftiger atmen. Der See im Talkessel trat über seine Ufer. Das Wasser hatte das Haus beinahe erreicht. Die Behausung selber war von Pflanzen aller Art überwuchert. Sie schienen die Hütte zerdrücken zu wollen. Wenn die Gefährten im Haus waren, blieb ihnen nicht mehr viel Zeit. Entweder würden sie ersticken oder in den Wassermassen ertrinken.

Schnell stieg ich in den Talkessel hinab. Ich folgte einem schmalen, noch trockenen Sims zwischen Felswand und Uferrand. Zielstrebig lief ich auf die linke Seite des Hauses, hatte ich doch erkannt, das der Pflanzenbewuchs dort, nahe der Felswand an die die Hütte gebaut war, am geringsten war. Vielleicht fand sich hier eine Möglichkeit die Gefährten herauszuholen. Viel Zeit blieb nicht mehr.

Ich klopfte die Wand ab und horchte auf ein Lebenszeichen. Es dauerte lange, bis ich endlich ein Rufen vernahm. Die Stimme schien sogar näher zu kommen. Aber nicht aus dem Haus, sondern aus dem Felsen. Hatten sie also einen Weg hinaus gefunden?

Plötzlich ging alles ganz schnell.Wilder Efeu schlug zuerst nach mir, umschlang dann meine Beine. Dann öffnete sich der Fels und ein großer Mann zog mich hinein. Der Schmerz in meinen Beinen wurde für kurze Zeit nahezu unerträglich. Aber dann war es vorbei. Der Mann, ein Dunadan, wie ich schon bald erkannte, führte mich in eine künstlich geschaffene Wohnhöhle. Die Gefährten waren also dem Haus entkommen. Sie schauten mich fragend an.

„Man nennt mich Laedah. Ich bin eine Silvan, eine Waldelbin. Elrond, der Herr von Bruchtal, bat mich Euch zu suchen und zu helfen. Wir haben nicht viel Zeit. Der See tritt über seine Ufer. Das Wasser hat das Haus bald erreicht. Am See selbst vorbei zukommen ist schon jetzt fast unmöglich. Der ganze Rhow Tawar ist darauf vorbereitet uns aufzuhalten. Wir müssen uns beeilen, wenn wir lebend diesen Ort verlassen wollen. Kommt lasst uns gehen!“

Die Überraschung war schnell dem Tatendrang gewichen. Sie hatten alle den Kampf gegen den Wilden König, den Herrscher dieses Waldes überlebt, wie sie mir kurz und knapp erzählten. Dann verließen wir diesen ungastlichen Ort direkt durch den Felsen. Der Dunadan Sibroc, der das Lied der Ainur kannte und kleine unbedeutende Veränderungen darin vornehmen konnte, um kurzzeitig die Welt für einen Augenblick nach seinem Willen zu formen, zeigte hier eine Macht, die ich ihm nicht zugetraut hätte.

Wir liefen auf den See zu. Unsere Flucht hatte begonnen...

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