... Fortsetzung des vorigen Posts...
***Nimm Dir doch was zu trinken, da hast gerade erst ca. die Hälfte gelesen...*** :drink:
Eine viertel Tagesreise mit dem Wagen später, erreichte die Gruppe die Tir-Nindur. Man bat um Audienz bei Malin und wurde eingelassen. Auf dem Vorhof der Feste sahen die Gefährten 4 Gestalten, nackt, tot, an Seilen erhängt in der Luft baumeln. Sie wurden zu Malin geführt und erzaehlten, was sie aus dem Gefangenen an Informationen herausgeholt hatten. Malin hoerte gespannt zu, nahm den Gwaeron wieder in Gewahrsam und berichtete ausserdem, dass die Gehängten im Hof die beiden Wachen seien, von denen die Gruppe ihnen berichtet hatte. Die beiden anderen waren die Köche, welche ebenfalls in der Feste gearbeitet hatten. Bergil war befugt in diesem Fall, aufgrund von Verrates an Gondor sofort die Todesstrafe vollstrecken zu lassen. Nachdem die Informationen ausgetauscht waren, begab sich die Gruppe zum Treffpunkt mit Leandros und Distanto. Cadrach und Kaldor berichteten, dass die Wachen gehängt worden seien, gemeinsam mit den Köchen. Leandros berichtete, dass er deren Namen wüsste und began sofort, von der Begegnung mit Murckutz zu erzählen. Cadrach schien anfangs etwas misstrauisch zu sein, da sich Leandros’ Geschichte sehr merkwürdig anhörte. Aber nach kurzer Untersuchung schien die Geschichte keine Nebenwirkung der früheren Blutvergiftung bei Leandros zu sein. Ausserdem erwähnte Cadrach, dass es wohl doch keine gute Idee sein, sich über Hestan bei den Räubern einzuschleichen. Aufgrund der Tatsache, dass die Wachen ihn wahrscheinlich darüber informiert hatten, dass eine Gruppe von Abenteurern den gefangenen Kontaktmann aus Silberquell zusammen mit einem der ihren als Mitgefangenem aus der Festung geholt hatten, war dies zu gefährlich. Man entschied gemeinsam, dass Leandros noch einmal zu Malin und Bergil gehen würde, um ihnen von den neuen Informationen über Tol Malbor zu berichten.
So gingen Cadrach, Kaldor und Grimbuk in das Dorf und schlugen ihr Quartier wieder in der „Wanderer’s Rast“ auf. Distanto hatte ihre Freude auf einen erneuten Badehausaufenthalt kaum noch verheimlichen können und begab sich dorthin. Leandros und Asdemon eilten erneut nach Tir-Nindur.
Nach kurzer Zeit wurden auch sie zu Malin geführt. Bergil wurde hinzugerufen und Leandros berichtete von den Informationen über den möglichen Standort von Tol Malbor. Ausserdem erwähnte er, dass Cambres angeblich einmal in den Diensten Gondors gestanden habe. Da die Gruppe sich nun bald auf den Weg machen würde, nach Silberquell zu reiten und von dort aus nach Tol Malbor zu suchen, händigte Bergil Leandros einen versiegelten Brief aus, in welchem Bergil darum bat, dass Emeldir, die Dorfälteste in Silberquell, die Abenteuer bei Ihrer Aufgabe zu unterstützen und eventuell ihren Sohn Turin als Führer mitzuschicken. Kurz bevor Asdemon und Leandros die Festung verliessen, fragten sie Bergil, ob dieser jemanden mit Namen Murckutz kenne. Murckutz, so Bergil, war einst Diener der Krone von Gondor und hatte sich dort einen sehr guten Namen gemacht. Aus eigenem Bitten heraus wurde er von seinem Amt entlassen, um sich später in der Dagorlad seinem Handel mit Informationen zu widmen.
Erst gestern sei er in Tir-Nindur gewesen.
Mit dem Schreiben von Bergil in der Tasche gingen sie zurück zur Herberge. Bei einem Bier versammelt, wurde lange diskutiert. Was solle man als nächstes tun? Sollte man besser Hestan ausfindig machen und beschatten? Oder sollte man sofort nach Silberquell aufbrechen um dort nach Tol Malbor zu suchen? Cadrach vertrat die Meinung, dass die Suche nach Hestan und dessen Überwachung zunächst am wichtigsten seien. Kaldor, Asdemon, Leandros und Grimbuk vertraten jedoch die Ansicht, dass die Suche nach Tol Malbor wichtiger, die Suche nach Hestan unnötig und gefährlich sei, da Hestan in „seinem“ Dorf die besseren Karten habe und vor allem nur ein kleines Licht in der Räuberbande sei. Eventuell sei er sogar schon geflohen, nachdem seine Informanten in der Festung gehängt worden waren. Cadrach protestierte, wollte unbedingt noch Besorgungen machen, wollte unbedingt einen Klerikus anheuern, da die Reise in die Sümpfe gefährlich sei, aber die Gruppe beschwichtigte ihn und er gab nach.
Also brachen alle am nächsten Tag nach Silberquell auf. Die Reise verlief völlig ohne Zwischenfälle und man erreichte Silberquell drei Tage später in der Abenddämmerung. Man kehrte im Lokal „Zum Apfelbaum“, dem Gasthaus von Emeldir ein. Diese begrüßte alle sehr freundlich und stellte ihnen Unterkunft und Verpflegung am ersten Abend kostenlos zur Verfügung. Es wurde ein wenig über die Verhaftung des Getreidehändlers geplaudert, welcher doch tatsächlich die unglaubliche Summe von 2000 Goldstücken besaß. Man redet von Gerüchten aus dem Norden und schliesslich verkündete Cadrach, dass er am nächsten Abend seinen fünfzigsten Geburtstag feiern würde und das ganze Dorf eingeladen sei. Nur aus diesem Grunde, sagt Cadrach, habe er versucht die Abreise in Tir-Nindur zu boykottieren, da er doch schliesslich enorme Vorbereitungen für das Fest treffen musste. Nun, nachdem die Feier angekündigt wurde, begaben sich alle – bis auf Distanto, die offensichtlich im Badehaus auch nächtigte – in ihre Zimmer.
Am nächsten Morgen würde gefrühstückt. Cadrach war bereits früh aufgebrochen um seine Erledigungen für das Fest zu machen. Grimbuk und Leandros mussten noch Geschenke besorgen und so verflog der Tag recht zügig, sodass man sich bald um 18 Uhr im Gasthaus einfand um Cadrachs Ehrentag zu feiern.
Cadrach hatte sich enorme Mühe gegeben und keine Kosten gescheut. Knallbonbons lagen vor jedem Gedeck der Gäste, welche für jeden seiner Freunde ein Geschenk enthielt. Cradrach hatte Anhänger anfertigen lassen, welche jeden jeweiligen Empfänger als Miniatur darstellte. Schön dekorierte Lampen, symbolische Gedecke für die Göttin Javanna und ihren Gemahl Aule waren angerichtet. Das Essen bestand aus mehreren Gängen. Von Bowle und Schnecken bis hin zu Braten und Maronen, dazu der beste Wein des Hauses und Bier in rauhen Mengen. Das ganze Dorf musste sich bereits vor dem Gasthaus versammelt haben, als die Abenteurer noch aßen. Schliesslich sollte es Freibier geben.
Grimbuk übergab als erster sein Geschenk an Cadrach, Ein Änhänger, aus edlem Mithril gefertigt, ganz nach der Kunst der Zwerge. Auch Kaldor hatte ein Geschenk für den Zwergen, ein fein gearbeitetes Bart- und Haarpflegeset. Als Kaldor das Geschenk übergab und Cadrach es voll staunen öffnete, machte Leandros plötzlich ein unheimlich dummes Gesicht, stand auf, nahm ein Päckchen mit sich, welches dem von Kaldor sehr ähnlich sah und rannte die Treppe hinauf zu den Quartieren. Kurze Zeit später kam er wieder. Dasselbe Paket noch in der Hand, jedoch leicht zerrissen, nicht mehr so sehr gefüllt wie noch kurz zuvor. Er überreichte Cadrach das Geschenk, während er mit leichten Schweissperlen auf der Stirn noch immer ganz verdutzt auf Kaldor starrte. Cadrach öffnete das Geschenk und zog eine fein gearbeitete und reich verzierte Pfeiffe heraus, bedankte sich bei allen für die Geschenke und lud alle zum Feuerwerk ein.
Das Feuerwerk war enorm, aber es vermag nicht angemessen in Worte gefasst zu werden. Aber soviel sei sicher, ein ähnliche Feuerwerk dürfte es in Silberquell seit vielen vielen Jahren nichtmehr gegeben haben. Und Yavanna und Aula dürften den Schimmer und die Huldigungen an sie beide von Valinor aus gesehen haben.
Am nächsten Tag schlief man ein wenig länger, aber die Gruppe hatte es mit dem Alkohol auch nicht übertrieben. Jedoch lag über dem ganzen Dorf eine Bier-Fahne ohnegleichen. Selten war das Gasthaus so voll gewesen und soviel Bier an einem Abend getrunken worden.
Leandros wandte sich am Morgen mit dem Schreiben von Bergil an Emeldir. Sie brach das Siegel und las den Brief. Kurz danach schickte sie nach ihrem Sohn Turin, welcher kurze Zeit später eintraf. Glücklicherweise war er in der Stadt gewesen. Er erklärte Turin ihr Anliegen, in die Totensümpfe ziehen zu wollen und das sie auf der Suche nach einem Führer seien. Turin schien der Gedanke an die Gesellschaft der Abenteurer nicht zu behagen, aber auf Bitten seiner Mutter entsprach er ihrem Wunsch und forderte auch keine Entlohnung für seine Dienste. Einen halben Tag später sollten sich alle für die Abreise treffen.
Das meiste blieb zurück, nur leichtes Marschgepäck, keine Zelte. Pferde und Wagen waren ohnehin nicht denkbar gewesen. Und so brach man auf.
In der ersten Nacht, wurde die Wache nur von Wildschweinen gestört, aber diese waren nicht aggresiv. Am nächsten Tag reiste man weiter, bis man den Tagesmarsch hinter sich gebracht hatte. Nun versuchten alle fieberhaft, nach einer Art verborgenem Pfad zu suchen. Nach ca. 3 Stunden waren sich Kaldor und Leandros sicher, etwas gefunden zu haben. Auch Turin stimmte zu, dass man wohl einen verborgenen Weg gefunden hatte. Durch einen Kreis aus Steinen schien er gekennzeichnet gewesen zu sein. Turin meinte, dass man wohl gerade eben auf diesem schmalen Pfad, einer Mischung aus festem Boden und faulendem Sumpf wandern könne. Also wurde dieser Weg eingeschlagen und man schlug sich in die Totensümpfe in Richtung Westen. Nach einiger Zeit, die Dämmerung hatte bereits eingesetzt, sah Cadrach in einiger Entfernung im Wasser ein Paar große, gelbe Augen, welche er einer Art Frosch zuordnete. Sicher schien er sich jedoch nicht zu sein. Etwas später tauchte das Augenpaar erneut auf, verschwand aber auch kurz danach bereits wieder. Als schliesslich das Nachtlager auf einer kleinen Insel von ca. 100 Quadratmetern aufgeschlagen war, entdeckten sie diese gelben Augen erneut. Doch diesmal schien man mehr als nur die Augen erkennen zu können. Dieses etwas war groß, sehr groß. Es schien sich um eine riesige Echse zu handeln, und alle waren sicher, des Nachts nähere Bekanntschaft mit diesem Wesen schliessen zu müssen.
Und wie vermutet, schlug das Monster mitten in der Dunkelheit zu. Asdemon und Kaldor hatten gerade Wache. Sie sahen die Augen und gaben Alarm. Selbst Turin, der sonst ausserhalb des gemeinsamen Lagers geblieben war, schlief nun bei der Gruppe. Jeder war auf einen Angriff gefasst und so standen in Windeseile alle auf ihren Beinen. Der Wasserdrachen konfrontiert sie mit seinem Angriff unglaublich schnell, denn dieser sprang die Abenteurer über eine Distanz von ungefähr 15 Metern einfach an. Ein Monstrum von einer Echse, in etwa 18 Meter lang, 6 Meter breit und grauenhaft anzusehen. Schwerter und Streitkolben schlugen durch die Nacht, als wenn sie versuchten den Nebel zu zerschneiden. Drachenklauen kratzten über Rüstungen. Eine Armbrust wurde abgefeuert, eine Bogensehne surrte in der Dunkelheit, Schuppen splitterten. Ein Schild wehrte den Angriff der Bestie ab. Pfeile und Bolzen steckten bereits in des Drachens Leib, als Kaldor zu einem mächtigen Hieb ausholte und den Wasserdrachen am Kopf traf, woraufhin dieser wie ein Stein zu Boden fiel.
Grimbuk, nachdem er realisiert hatte, dass sie den Kampf gegen das Monster gewonnen hatten, lachte spöttisch. Dann fiel tot um.
Offensichtlich, so erklärte uns Cadrach, während er sich sorgsam um Grimbuks Körper kümmerte, hatte der Drache diesen stark vergiftet. Er stopfte Kräuter in Grimbuks Mund und versuchte ihn wieder zu beleben, was ihm nach einige Zeit auch gelang. Kaldor und Leandros durchsuchten die Überreste des Wasserdrachen. Der leblose Körper lag direkt am Rande der Insel, der mächtige Schwanz des Ungetüms baumelte im Wasser. Leandros bog eine Schuppe an der Seite des Drachens zur Seite. Etwas blitzte kurz im fahlen Mondlicht auf und kurz darauf hörte man mehrere Gegenstände ins Wasser fallen. Kaldor entdeckte auf der anderen Seite eine kleine Kiste, ebenfalls unter eine Schuppe geklemmt. In dieser Kiste fanden wir etwas Geld und einige wertvolle Rubine. Nachdem Grimbuk versorgt war, redeten alle noch eine Weile über den Kampf. „Kaldor, der Drachentöter“ hörte man noch oft in dieser Nacht. Doch schließlich machte sich die Anstrengung des Kampfes bemerkbar und diejenigen, welche keine Wache mehr hatten, schliefen ein.
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