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Als wir uns wieder zum Aufbruch rüsteten, bemerkte Cadrach erneut unseren
Beobachter. Er rief ihn an, er möge keine Angst haben und zu uns kommen. Die arme
Kreatur hat dies so sehr in Angst versetzt, dass er seinerseits floh. Vincent sprang ihm
hinterher und konnte zu ihm aufschließen. Meine Kameraden schienen von dem Spurt
des Elben sehr beeindruckt, jedoch hätte ein krummbeiniger, fetter Hobbit vermocht,
diesen armen, ausgehungerten Menschen einzuholen.
Vincent überzeugte ihn, dass wir nichts Böses im Sinn hatten, und bewegte ihn, sich
zu uns zu gesellen. Sein Name war Krishan, wie er uns berichtete, und er gehörte zu
einer Gruppe von 25 Beauftragten Gondors, die die mittlerweile in unserem Besitz
befindliche Kiste sicher nach Tir Nindor bringen sollten. Der Überfall der Orks war
nicht der erste dieser Art, bis dahin jedoch vermochte die Gruppe sich stets behaupten.
Mittlerweile aber zu stark dezimiert war ein Erwehren gegen diesen Orktrupp
unmöglich. Er selbst habe sich zum Zeitpunkt des Überfalls im Wagen befunden, daher
konnte er entkommen, da er in die den Orks abgewandten Seite und vom Wagen gedeckt
fliehen konnte. Da wir uns des Wagens und der Kiste bemächtigten, wie er aus der
Ferne beobachtete, nahm er an, dass wir ihm ebenfalls bös gesonnen seien, sollten
wir herausfinden, dass er überlebt hatte. Wir versicherten ihm, dass das Gegenteil
der Fall sei, und wir ihm sein Eigentum zurückgeben würden. Er erzählte uns, dass
der Auftrag, die Kiste nach Tir Nindor zu bringen, noch immer erfüllt werden konnte,
sollte man es innerhalb von fünf Tagen schaffen. Er versprach uns, die gesamte
Belohnung mit uns zu teilen, immerhin 4500 Goldstücke. Wir willigten ein, unter
der Voraussetzung, einen Umweg über den Handelsposten von Leandros' Vater zu
machen, um ihn in Kenntnis zu setzen, was hier in Silberquell geschehen war..
So machten wir uns auf den Weg, damit wir noch am gleichen Tag unser Ziel erreichen
konnten. Kurz vor dem Handeslposten verabschiedete sich Leandros von uns, um unsere
Ankunft vorzubereiten, und um vorab mit seinem Vater zu sprechen, wir wir vermuteten.
Nach unserer Ankunft stellten wir zu unserer Freude fest, dass ein großer Teil der
ehemaligen Bewohner Silberquells sich retten konnte und Unterschlupf fand im
Handelsposten, unter ihnen auch Emeldir und Begrossel.
Borothor bot sich an, einen Teil der gefundenen Gegenstände untersuchen zu lassen,
die wir für magisch hielten. Speziell Cadrach hatte ein schlechtes Gefühl dabei,
jedoch nahmen wir das Angebot an und übergaben Leandros die Gegenstände. Bis auf
zwei Dolche, die wohl offensichtlich als zutiefst böse identifiziert wurden und
angeblich zu unserem eigenen Schutz einbehalten wurden, bekamen wir alle
Gegenstände zurück. Cadrach protestierte und glaubte Borothor nicht so recht. Dies
bewies erneut, dass wir mit Recht skeptisch waren gegenüber Leandros' Vater. Ein
Grund, ihm mehr zu vertrauen als vorher, lieferte er uns damit jedenfalls nicht.
Schlussendlich akzeptierte aber auch Cadrach die Entscheidung.
Neben einem Wiedersehen mit Tamok, unserem ehemaligen Weggefährten, der sich ja hier
im Handelsposten als Krämer niedergelassen hatte, blieb uns ein wenig Zeit, unsere
Vorräte aufzufrischen und unsere Ausrüstung auf Vordermann zu bringen. Beim hiesigen
Waffenhändler machte ich den Fund meines Lebens: in seinem staubigen Hinterzimmer
bewahrte er tatsächlich eine Streitaxt aus reinem Mithril auf, die er mir zunächst
vorenthalten wollte. Dies war eine so edel geschmiedete Waffe, dass mein Herz bei ihrem Anblick
einen Satz machte. Diese Axt MUSSTE ich haben. Ich war
sogar bereit, neben einigen anderen wertvollen Gegenständen meine mir so ans Herz
gewachsene Armbrust zu versetzen. Aber diese Axt war es wert. Ich nahm mir vor,
zurückzukehren und meine Armbrust auszulösen. Daher ermahnte ich den Händler, gut
auf die Armbrust aufzupassen, und bat ihn, sie in der nächsten Zeit nicht zu
verkaufen.
Am nächsten Tag brachen wir wieder auf, wir hatten schließlich einen Auftrag zu
erfüllen, wofür uns nur noch vier Tage Zeit blieb. Borothor gab uns den Rat, uns
zunächst wieder Richtung Silberquell zu halten, um dann nach Süden abzubiegen. Dies
sei zwar der längere Weg, dafür aber auch der deutlich sicherere. In der zweiten
Nacht nach unserem Aufbruch aus Borothor's Handelsposten, wurden wir erneut geweckt.
Auf uns zukommendes Getrappel hatte die Nachtwache alarmiert. Nachdem wir uns
kampfbereit gemacht hatten, konnten wir in der Tat eine Horde Orks erkennen, die,
unerbittlich angetrieben von einem Kriegstroll, in unser Lager stürmte.
Vincent, das muss man dem Bastard lassen, rettete uns in dieser Stunde der höchsten
Not mit einer Geistesgegenwart, die ich einem Elben mitnichten zugetraut hätte. Er
schwang sich auf sein Pferd und stürmte in Richtung der herankommenden Orkhorde. Mit
einigen waghalsigen Reitmanövern gelang es ihm, einen Großteil der Orks und den
Troll von uns abzulenken und hinter ihm herzustürmen zu lassen. Man muss anerkennen, dass er
uns anderen damit das Leben rettete. Zwar macht ihn das nicht von jetzt auf gleich
zu einem Freund, aber ich spielte mit dem Gedanken, mich wieder richtig schlafen zu
legen, wenn er Nachtwache hält. In den Nächten zuvor hatte ich mit gespannter
Armbrust wach im Zelt gelegen, falls der Bastard erneut versucht hätte, mir im
Schlaf etwas anzutun.
Unterdessen gelang es uns anderen, den Rest der Orks niederzumachen. Es waren
offensichtlich Rekruten, denn es bereitete uns keine wirkliche Mühe. Nach einiger
Zeit kehrte Vincent beinahe unversehrt - der Troll warf mit seiner Keule nach ihm
und hat ihn wohl leicht erwischt - in unser Lager zurück. Aule sei Dank sind Trolle
sehr dumm, so dass sie sich Richtungen nicht merken können, auf jeden Fall stürmte
der Troll nahezu blind in irgendeine Richtung davon. Orks sind nicht weniger dumm,
daher stürmten sie hinterher. Der Rest der Nacht verlief ereignislos.
Weitere zwei Tage später erreichten wir Tir Nindor und lieferten die Kiste bei
Bergil ab. Bergil war nicht erfreut, uns wiederzusehen - uns erging es mit ihm im
Übrigen nicht sonderlich anders -, trotzdem zahlte er unsere Belohnung aus. Wir
sahen kurz vorher noch, wofür wir diese Mühen auf uns genommen hatten: in der Kiste
wurden sechs Mithril-Kettenhemden aufbewahrt, welche Bergil offensichtlich
sehnsüchtig erwartete.
Insgesamt war das Verhalten Bergils als höchst seltsam zu bezeichnen, denn die
marodierenden Orkhorden, die ganze befestigte Siedlungen wie Silberquell dem
Erdboden gleich machten und auch für Tir Nindor eine ernstzunehmende Bedrohung
darstellen mussten, schienen nicht sein Hauptproblem zu sein. Jedenfalls schickte
er uns weg und gab uns zu verstehen, dass wir in Tir Nindor nicht mehr erwünscht
seien. Dies ließ uns keine Gelegenheit, weitere Nachforschungen anzustellen, und so
machten wir uns wieder auf die Reise, diesmal Richtung Süden. Krishan erzählte uns,
dass er vorhabe nach Minas Anor zu reisen. Wir willigten ein ihn zu begleiten.
Während der dritten Nacht nach Tir Nindor öffnete Cadrach im Halbschlaf unsere
magische Schatulle und holte die Münze mit dem Pentagramm und dem lidlosen Auge
heraus. Wie gebannt betrachtet er die Münze. Als er endlich vollends aus dem Schlaf
erwacht, erkennt er, dass das Auge ihn richtiggehend ansieht. Sofort lässt er die
Münze fallen und bedeckt sie. Leandros berichtet nun einiges über die Münze, was
er im Handelsposten erfahren hat. Er erzählt, dass es zu der Münze ein
Gegenstück gibt, welches sich in der Hand des Dunklen Herrschers oder eines seiner
Helfer befindet. Wenn sie nicht verhüllt sei, könne am "anderen Ende" der Blick der
Münze auf dieser Seite empfangen werden. Cadrach habe also instinktiv richtig
gehandelt, indem er sie verhüllte.
Wir beratschlagten, ... *hier kommt Leandros' Post rein ... *...
Am nächsten Tag begegneten wir einem Zug von Zwergen, die offensichtlich bester
Laune waren. Gesellig wie wir Zwerge nun einmal sind, begannen wir sofort ein
anregendes Gespräch. Zu meinem Erstaunen kamen meine Vettern direkt aus den
Eisenbergen, nicht weit von dem Ort, wo auch ich selbst herstamme. Sie berichteten, dass sie
kürzlich einen Drachen getötet und seinen Hort ausgenommen hätten. Dies erklärte
auch ihre gute Laune (und das riesig große Fass Bier, dass sie in Ihrem Tross
mitführten). Jedenfalls luden sie uns ein, an ihrem Trinkgelage teilzunehmen. Diese
Einladung hätte ich nur höchst ungern ausschlagen müssen. Wir nahmen
selbstverständlich an, und es kam wie es kommen musste, es ging naturgemäß sehr
heftig zu. Kurze Zeit später muss ich betrunken eingeschlafen sein. Cadrach jedoch,
der sich in der letzten Zeit höchst merkwürdig für einen Zwergen verhielt und
offensichtlich NICHTS getrunken hatte - man stelle sich meine Bestürzung vor, als
ich das erfuhr! -, heilte mich von dem Rausch. Hätte er dies besser nicht getan...
nun hatte ich einen Kater, ohne das Gefühl getrunken zu haben. Mit diesen
Kopfschmerzen konnte ich unmöglich weiterreisen, daher genehmigte ich mir
unverzüglich zwei Humpen des hervorragenden Bieres, welche meine drachentötenden
Vettern noch übrig gelassen hatten. Meinen Gefährten muss dies mittlerweile wohl zu
lange gedauert haben, denn sie brachten es tatsächlich fertig, mich dazu bewegen zu wollen,
mit dem Trinken aufzuhören. Die können aber auch manchmal herzlos sein! Missmutig
schloss ich mich wieder der Gruppe an und es ging weiter. Aule sei Dank ließen
die Kopfschmerzen bereits nach...
Am nächsten Tag wurden wir von einer Gruppe Wegelagerer überfallen. Dieser Fehler
sollte die Räuber teuer zu stehen kommen...
[...]"
"Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das ist das Angenehmste; mit Spielen, das ist das Schnellste; mit Computern, das ist das Sicherste."
- Oswald Dreyer-Eimbcke
"Unsere Mannschaft ist vorne vom Feinsten bestückt... und ich genieße das von hinten. "
- Ein Torwart